Kraftwerk Wilhelmshaven (Engie)

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Kraftwerk Wilhelmshaven (Engie)
Neubau des Kraftwerks (Stand Mai 2012)
Neubau des Kraftwerks (Stand Mai 2012)
Lage
Kraftwerk Wilhelmshaven (Engie) (Niedersachsen)
Kraftwerk Wilhelmshaven (Engie)
Koordinaten 53° 34′ 29,3″ N, 8° 8′ 13,2″ OKoordinaten: 53° 34′ 29,3″ N, 8° 8′ 13,2″ O
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Gewässer Jadebusen
Daten
Primärenergie Fossile Energie
Brennstoff Steinkohle
Leistung 731 Megawatt
Typ Dampfkraftwerk
Betreiber Engie SA
Projektbeginn 2008
Betriebsaufnahme 2015
Turbine Dampfturbine
Schornsteinhöhe 177 m
Website Webseite bei Engie Deutschland

Das Kraftwerk Wilhelmshaven (Engie) ist ein Steinkohlekraftwerk in Wilhelmshaven. Es liegt im Rüstersieler Groden nördlich des bereits existierenden Kraftwerks des Betreibers E.ON direkt am Deich zum Jadefahrwasser. Betreiber des Kraftwerks ist die Engie SA. Zudem sind auch die Schweizer BKW Energie sowie die Wuppertaler WSW Energie & Wasser am Kraftwerk beteiligt. Es soll laut Planung pro Jahr rund 5,5 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie liefern.[1]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk hat eine Leistung von 731 Megawatt und einen Wirkungsgrad von rund 46 %. Damit soll eine höhere Effizienz erreicht werden als bei älteren Steinkohlekraftwerken.[2] Der Schornstein des Kraftwerks ist 177 Meter hoch.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2008 erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau. Das Kraftwerk sollte ursprünglich Mitte 2012[4] ans Netz gehen. Der Termin wurde dann in einer Pressemitteilung des Betreibers auf Ende 2013 verschoben.[5] Das Steinkohlekraftwerk ging im Dezember 2012 in den Probebetrieb. Im März 2014 wurde das Kraftwerk erstmals unter Volllast betrieben.[6] Der kommerzielle Betrieb sollte ursprünglich 2014 aufgenommen werden.[7]

Der Probebetrieb wurde jedoch erst Ende Oktober 2015 beendet. Vorher hatte das Kraftwerk bereits seit einiger Zeit Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Die Schlussabnahme, die das Bauordnungsamt der Stadt und das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg ausführten, erfolgte erst Ende Oktober 2015.[1]

Grund für die Verzögerung ist eine neuartige Stahllegierung namens T24, mit dem der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken erhöht werden sollte. Der T24-Stahl sollte höhere Dampftemperaturen möglich machen, jedoch wurden bei Funktionstest des Heizkessels im neuen Kraftwerk Duisburg-Walsum Undichtigkeiten an den Schweißnähten festgestellt. Betroffen waren ebenfalls die damals in Bau befindlichen Kraftwerke Hamburg-Moorburg und Boxberg.[8][9] Letztendlich musste der gesamte Heizkessel komplett ausgetauscht werden.[1]

Die Baukosten wurden 2010 mit mehr als 1 Milliarde Euro beziffert; durch die Probleme während des Baus wurde dieser Kostenrahmen aber vermutlich überschritten. Vom Betreiber wurden Berichte über die Verteuerung nicht kommentiert.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kraftwerk Wilhelmshaven (GDF Suez) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kraftwerk: Probebetrieb beendet. In: Wilhelmshavener Zeitung, 3. November 2015. Abgerufen am 15. September 2016.
  2. Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven Neubau eines 800 Megawatt Kraftwerk der GDF SUEZ, abgerufen am 30. Juli 2010
  3. Wilhelmshavener Zeitung: Schornstein ragt 177 Meter in die Höhe, abgerufen am 25. Juni 2012
  4. Westdeutsche Zeitung vom 23. April 2013 abgerufen am 13. September 2013
  5. GDF Suez: Aktuelles von der Kraftwerksbaustelle Wilhelmshaven vom 23. März 2012 (PDF; 19 kB), abgerufen am 25. Juni 2012
  6. GDF Suez: Standortchronik Wilhelmshaven, abgerufen am 28. Januar 2015
  7. GDF SUEZ: Erfolgreiche Netzsynchronisation – Probebetrieb beginnt, Pressemitteilung vom 19. Dezember 2013, abgerufen am 16. Februar 2014
  8. Risse im Brennkessel verzögern die Inbetriebnahme von Kohlekraftwerken, abgerufen am 28. Oktober 2013
  9. Kohlekraftwerke – Stromkonzerne werkstofflich unter Druck, abgerufen am 28. Oktober 2013
  10. Kessel hält Druckprobe stand. In: NWZ Online, 5. Februar 2013. Abgerufen am 5. November 2015.