Kreuzbauten

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Kreuzbauten
Luftbild aus südöstlicher Richtung (2013)
Kreuzbauten, Luftaufnahme (2017)
Luftbild der Kreuzbauten (2006)

Die Kreuzbauten in Bonn sind ein Gebäudeensemble, das Sitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Zentrale des Eisenbahn-Bundesamtes, des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung und des Streitkräfteamtes ist. Sie befinden sich im südlichen Teil des Bundesviertels im Ortsteil Hochkreuz, der zum Stadtbezirk Bad Godesberg gehört.

Die Gesamtanlage erstreckt sich zwischen Godesberger Allee im Westen, Heinemannstraße im Norden, Langer Grabenweg im Osten sowie Max-Löbner-Straße im Süden. Sie besteht neben den beiden kreuzförmigen Hochhäusern mit 12 und 15 Stockwerken aus vier kleineren Basisgebäuden, drei kleinen beieinander liegenden Pavillons, einer Pförtnerloge und aus der zwischen den Gebäuden bestehenden Platzanlage, die zweigeschossig unterkellert ist. Das Gebäudeensemble, entworfen von der Planungsgruppe Stieldorf, wurde 1969–1975 bei Kosten von 182 Millionen DM erbaut, steht seit 2004 als Baudenkmal unter Denkmalschutz[1] und befindet sich im Eigentum des Bundes. Bei ihrer Eröffnung beherbergte eines der Gebäude auch das Bundesministerium der Justiz.

Das Außengelände wurde in Teilen vom Kölner Maler und Bildhauer Jürgen Hans Grümmer gestaltet. Besonders herausragend hier ein aus bildhauerisch bearbeiteten Basaltstelen des „Steinkreisel“[2] (als Kreisverkehr und gleichzeitig als „Ruhe-Insel“ für Fußgänger beziehungsweise Mitarbeiter/innen der Kreuzbauten) und „Polyphems Spielzeug“, ein mit zahlreichen Basaltskulpturen gestalteter Innenhof. Zu den auffallendsten Kunstwerken zählt die Plastische Kreuzung (1977) des Bildhauers Ansgar Nierhoff.

Das Ministeriumsgelände ist der Beginn eines 1968 von Joachim Schürmann geplanten Regierungsviertels im heutigen Stadtbezirk Bad Godesberg, das mit sieben Kreuzbauten Platz für alle Bundesministerien schaffen sollte. Die Pläne scheiterten jedoch an öffentlicher Kritik und den später umgesetzten Planungen der Stadt für die Bewahrung und Umgestaltung der Rheinaue als Landschaftspark. Ursprünglich sollten die Kreuzbauten auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Aufgrund der Sicherheitsanforderungen des Bundes wurden jedoch NATO-Drahtrollen verlegt, die bis in die 1990er-Jahre Bestand hatten[3] und dann durch eine bauliche Umzäumung und Videokameras ersetzt wurden.

Vom Frühjahr 2004 bis Frühjahr 2010 wurden die Gebäude aus Brandschutzgründen umfangreich saniert, da brennbare Dämmmaterialien gefunden wurden. Des Weiteren wurde das gesamte energetische Konzept der Gebäude der Liegenschaft verbessert. Es wurden neue Fassaden mit hoher Wärmedämmwirkung eingebaut. Die Kosten der Sanierung mussten mehrmals nach oben revidiert werden, nach letztem Stand nahm sie 139 Millionen Euro aus Bundesmitteln in Anspruch.[4] Im Anschluss an die Sanierung der Gebäude begann 2011 die der sog. Nullebene – zur Sicherstellung der Wasserdichtigkeit – und angrenzender Bauteile, die noch bis 2013 andauerte.[5][6] Neben der Wasserdichtigkeit besteht die Komplexität der Baumaßnahme in der Einfassung der außenliegenden Kunstwerke aus den 1970er-/80er-Jahren durch die Einfassung in das rote Verbundpflaster durch die ausführenden Firmen. Die Kosten der Sanierungsmaßnahme des Außengeländes betrugen rund 4,2 Mio. Euro.[7]

Die Gebäude wurden auch für das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung, das Eisenbahn-Bundesamt und das Streitkräfteamt hergerichtet, die nach der Sanierung einen Teil des Gebäudekomplexes bezogen haben. Am 22. Dezember 2006 wurde das erste sanierte Gebäude dem Bundesministerium übergeben, womit auch der erste, 40 Millionen Euro umfassende, Bauabschnitt beendet wurde. Im zweiten und dritten Bauabschnitt wurden der zweite Kreuzbau sowie drei weitere Gebäude auf dem Gelände saniert. Der zweite Kreuzbau wurde 2009 wieder bezogen. Die Kreuzbauten erhielten dabei als hervorstechendstes Merkmal der Modernisierung eine weißgraue anstatt wie zuvor dunkelrote Fassade.

„Die mäßige Architektur der meisten Bauten [im Ministerienstandort Godesberg-Nord] läßt indes auch die bislang wenig geschätzte gestalterische Qualität der beiden Kreuzbauten erkennen.“

Andreas Denk (1997)[8]

„Die Kolosse der Kreuzbauten sprengen jede bisherige Größenordnung Bonns. Bauen wird hier zur Brutalität.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreuzbauten – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Bonn (Stand: 1. Mai 2017), S. 24, Nummer A 3845
  2. - Slideshow vorwiegend mit Fotos von Basaltkreisel und Polyphems Spielzeug auf dem Gelände der Kreuzbauten
  3. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn (Hrsg.); Friedrich Busmann: Vom Parlaments- und Regierungsviertel zum Bundesviertel. Eine Bonner Entwicklungsmaßnahme 1974–2004. Bonn, Juni 2004, S. 41.
  4. 139 statt 36 Millionen Euro: Sanierung der Kreuzbauten kostet deutlich mehr, General-Anzeiger, 27. Juni 2009
  5. 30 Millionen Euro für die "Nullebene", General-Anzeiger, 1. März 2011
  6. Sanierung Kreuzbauten in Bonn, Wayss & Freitag Ingenieurbau
  7. [1], Ausführendes Sanierungsunternehmen des gesamten Außengeländes der Kreuzbauten
  8. Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn.
  9. Ingeborg Flagge: Provisorium als Schicksal. In: Ingeborg Flagge, Wolfgang Jean Stock (Hrsg.): Architektur und Demokratie. Gerd Hatje, Stuttgart 1992, ISBN 3-7757-0402-7, S. 224–245 (hier: S. 239).

Koordinaten: 50° 42′ 11,7″ N, 7° 8′ 17,5″ O