Lola-Montez-Haus

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Das Lola-Montez-Haus

Das Lola-Montez-Haus, auch Salettl genannt, welches als königliches Liebesnest gedient haben soll, ist ein kleines Gebäude im Schweizer Landhausstil am Isarhochufer im Münchner Stadtteil Harlaching. Es ist ein südlich anschließendes Nebengebäude des Gutshofes Menterschwaige und steht wie der Gutshof unter Denkmalschutz. Im Haus befindet sich auf den zwei Etagen je ein Raum zu etwa 70 m². Es ist umgeben von einem 400 m² großen Garten, der mit geviertelten Kastanien-Rundlingen eingesäumt ist.

Der Name des Häuschens stammt von der unzutreffenden Annahme, dass sich Lola Montez, die nicht standesgemäße Geliebte des Königs Ludwig I., am 11. Februar 1848 in der Menterschwaige versteckt habe, als es ihretwegen zu Unruhen in München kam. Diese Angaben sind falsch. Montez verbrachte die erste Nacht nach ihrer Flucht aus der Stadt auf dem anderen Isarufer in einem Gasthof in Großhesselohe, wie ein Brief aus ihrer Hand an den König belegt. Die nächste Nacht zog sie sich in die Blutenburg zurück und floh dann über Lindau in die Schweiz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Baujahr des Gebäudes ist nicht genau bekannt. Im Jahr 1837 stand ein anderes Haus neben dem Gutshof, wie durch ein mit Breitmann signiertes Gemälde belegt ist.[2] Stilistisch gehört der Schweizerstil des jetzigen Hauses in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, laut dem entsprechenden Eintrag im Baugeschichtlichen Atlas der Stadt München kann es nicht vor 1858 errichtet worden sein,[1] womit ein Aufenthalt Montez schon dadurch ausgeschlossen ist. Im Laufe der Zeit wechselten sowohl die Eigentümer als auch die Nutzung des Hauses mehrfach. So soll es um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert als Rückzugsort für Hochzeitspaare und nach dem Zweiten Weltkrieg als Wohnraum für zwei Familien gedient haben. Ab 1988 stand es leer, die Bausubstanz litt stark und das Haus begann zu verfallen. Mitte der 1990er Jahre wurden verstärkt Anstrengungen unternommen, das Gebäude zu retten und es einer neuen Nutzung zuzuführen. Ein neuer Eigentümer ließ es 1998 bis 1999 sanieren. Das Haus kann heute für private Feiern gemietet werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dorle Gribl: Harlaching und die Menterschwaige – Vom Edelsitz zur Gartenstadt. Buchendorfer, München 2004, ISBN 3-937090-05-3, Seiten 178–181
  2. Antiquariat Robert Wölfle München & Peter Bierl: Raritäten & Preziosen – Bleibende Werte im Wandel der Zeit- Grahamer Katalog 142, November 2011, Seite 14, Nr 16

Koordinaten: 48° 4′ 54″ N, 11° 32′ 41″ O