Muschelgeld

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Muschelgeld ist die traditionelle Bezeichnung für eine vor allem in Asien und Afrika, sowie bei den amerikanischen Indianern vorkommende Komplementärwährung. Meist wird auch Molluskengeld und Kaurigeld fälschlicherweise als Muschelgeld bezeichnet, obwohl diese aus den Gehäusen von Schnecken hergestellt werden. Eine echte Muschel, die als Muschelgeld genutzt wird, ist Macoma nasuta.

Auch heute wird diese Art von Zahlungsmitteln, vor allem rituell, noch verwendet. So zum Beispiel beim Brautkauf. Es gibt auch eine Theorie, dass die Muschelscheiben nicht als Zahlungsmittel aus der Hand gegeben wurden, sondern die Bänder als eine Art Konto dienten, bei der jede Muschel einen Vertrag repräsentierte und bei Bezahlung vom Band entfernt wurde. Es gibt Varianten des Muschelgeldes, bei denen die Muschelscheiben mit anderen wertvollen Gegenständen, unter anderem Knochen, kombiniert werden.

Herstellung

Die küstennahen Bewohner zerbrachen die Muscheln, durchbohrten die Scheiben mit Hilfe angespitzter Stöcke (heute: Drillbohrer) und reihten sie an einem Band auf. Die fertigen Bänder wurden anschließend mit Steinen abgeschliffen. Bei der Herstellung gab es eine Arbeitsteilung: Die Frauen sammelten und sortierten die Muscheln, während es den Männern vorbehalten war, die Bänder anzufertigen und die Muscheln abzuschleifen. Aufgrund der knappen Verfügbarkeit und der schwierigen Herstellung des Muschelgeldes wurde der Wert des Muschelgeldes natürlich reguliert. Die Muscheln wurden nicht wie Münzen einzeln, sondern im Verbund, als Geldschnüre, genutzt. Anstatt die einzelnen Scheiben zu zählen, wurde oft die Länge der bepackten Bänder als Wertmaß angenommen.

Siehe auch: Aaht