Museum Brot und Kunst

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Museum Brot und Kunst
| Forum Welternährung
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Logo des Museums
Daten
Ort Ulm, Salzstadelgasse 10
Eröffnung 1955
Betreiber
Eiselen-Stiftung
Leitung
Direktorin Isabel Greschat
Website
ISIL DE-MUS-135319

Das Museum Brot und Kunst – Forum Welternährung, bis 2018 bekannt als Museum der Brotkultur, ist ein Wissensmuseum in Ulm, das die Bedeutung von Getreide, Brot und Kultur für die Entwicklung der Menschheit umfassend darstellt. Dazu gehören natur-, technik- und sozialgeschichtliche Aspekte der Brotherstellung ebenso wie das Verständnis von Brot als Sinnbild für Leben in der jüdisch-christlichen Vorstellungswelt. Besonderes Gewicht liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Mangel an Brot bzw. Nahrung in Geschichte und Gegenwart. Hochrangige Kunstwerke des 15. bis 21. Jahrhunderts zeigen, wie tief und vielschichtig das Motiv Brot bzw. Getreide in unserer Kultur verankert ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal des Museums

Gegründet wurde das Museum als Deutsches Brotmuseum im Jahre 1955 von dem Unternehmer Willy Eiselen (1896–1981) und seinem Sohn Hermann Eiselen (1926–2009). Die Edition des Buches 6000 Jahre Brot in den 1950er Jahren war der Anlass, dass die Fabrikantenfamilie sich diesem Thema zuwandte.[1] Das Museum befindet sich seit den 1990er Jahren inmitten der Ulmer Altstadt in einem historischen Gebäude aus dem Jahr 1592. Das im Stil der Renaissance nach Plänen und unter Leitung der Baumeister Caspar Schmid und Matthäus Gaiser errichtete Bauwerk mit einem Portal vom Steinmetzen Claus Bauhofer diente zunächst als Kornmagazin, im Erdgeschoss gab es eine Lagerhalle für Salz. Später erhielt das Haus den offiziellen Namen Salzstadel und diente bis Anfang des 19. Jahrhunderts als Lagerhaus für Getreide, Salz und andere Güter. Danach wurde es bis 1991 als Munitions- und Waffenlager und sogar als Kaserne genutzt.[2] Schließlich zog das vorher an anderer Stelle gegründete Brotmuseum im Jahr 2002 in den Salzstadel, die Leitung blieb bei den Eiselens, die die Vater und Sohn Eiselen Stiftung Ulm gegründet hatten. Sie gaben der Sammlung den Namen Museum der Brotkultur und verfolgten das Anliegen, die Bedeutung von Brot für den Menschen anschaulich zu machen. Nach einer Umbauphase (September 2018 bis Sommer 2019) öffnete das Museum am 5. Juli 2019 wieder und nennt sich seitdem Museum Brot und Kunst.

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in die Ausstellung

Die umfassend angelegte Sammlung bewahrt rund 20.000 Objekte aus verschiedenen Epochen und vielen Teilen der Welt rund um das Thema Brot und Ernährung. Dazu zählen Gegenstände aus Handwerk und Technik, Gemälde, Skulpturen und Objekte aus religiösen Zusammenhängen, Relikte der frühen Hochkulturen des Mittelmeerraumes (Ägypter, Griechen, Römer), aber auch der Reiskulturen Asiens und der Maiskulturen Lateinamerikas.

Darbietung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftliche und bildliche Zeugnisse und Erinnerungsstücke vermitteln eine Anschauung von der meist unsichtbaren, aber ständig drohenden Gefahr des Hungers in der Geschichte des Menschen. Auch die aktuelle Welternährungslage wird thematisiert.

Rund 700 Exponate bilden auf 1.150 Quadratmetern auf drei Stockwerken des Ulmer Salzstadels eine Dauerausstellung zu den Basisthemen Getreide und Getreideanbau, Technikgeschichte des Mahlens und Backens und die Repräsentation des Bäcker- und Müllerhandwerks in den Zünften.

Eine Besonderheit der Sammlung besteht darin, dass zahlreiche Kunstwerke einbezogen sind. Dabei bildet die Malerei des 17. Jahrhunderts mit religiösen und profanen Werken von Pieter Brueghel d. J., Jan Flegel oder Frans Francken einen Schwerpunkt. Ebenso prominent sind sozialkritische Arbeiten so herausragender Künstler wie Ernst Barlach, Max Beckmann, Georg Grosz, Käthe Kollwitz und Pablo Picasso vertreten. Schließlich bewahrt das Museum einen beachtlichen Bestand zeitgenössischer Werke, der belegt, in welchem Maße sich Künstler wie Man Ray, Salvador Dalí, Joseph Beuys oder Markus Lüpertz mit dem Thema Brot und Ernährung auseinandergesetzt haben.

Zur eigenen Erkundung kann im Museum ein Audio-Guide in mehreren Sprachen oder in kindgerechter Aufbereitung ausgeliehen werden, es können aber auch Führungen bestellt werden oder eine der regelmäßig angebotenen Führungen besucht werden.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Eiselen (Hrsg.): Dem Brot zuliebe: 50 Jahre Museum der Brotkultur. Ulm: Vater und Sohn Eiselen-Stiftung, 2005. ISBN 3-00-016638-6.
  • Hermann Eiselen (Hrsg.): Brotkultur. Köln: DuMont Verlag, 1995. ISBN 3-7701-34001.
  • Hermann Eiselen: Die Neuzeit der Bäckerei. Ein Streifzug durch ihre Geschichte von 1860-2005. Bochum: BackMedia Verlagsgesellschaft, 2006. ISBN 3-9808146-2-9.
  • Heinrich Eduard Jacob: Six Thousand Years of Bread. Its Holy and Unholy History. Garden City / New York: Doubleday, Doran and Company, 1944. New York: Lyons & Burford, 1997; Foreword: Lynn Alley. ISBN 1-55821-575-1 / New York: Skyhorse Publishing, 2007; Foreword: Peter Reinhart. ISBN 1-60239-124-6.
  • Heinrich Eduard Jacob: Sechstausend Jahre Brot. Hamburg: Rowohlt Verlag, 1954 (2. Aufl. 1956).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Museum der Brotkultur (Ulm) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Oberschwabens Sehenswürdigkeiten: Museum Brot und Kunst. Abgerufen am 25. Februar 2020.
  2. Informationen zur Geschichte des Museumsgebäudes laut städtischer Informationstafel, gesehen und fotografiert im Mai 2019.

Koordinaten: 48° 24′ 3,4″ N, 9° 59′ 24,3″ O