Mutoko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Mutoko, auch Mtoko, ist ein 1.300 m hoch gelegener Ort mit etwa 5.000 Einwohnern und ein Distrikt mit 125.000 Einwohnern (2006) in der Provinz Mashonaland East in Simbabwe.

Um 1928 gründete der aus Bozen stammende Tropenmediziner Hans Pattis (1897–1933) in Mtoko eine Leprastation.[1] In neuerer Zeit wurde dort ein Dorf für fast 200 Waisen von verschiedenen Hilfsorganisationen errichtet. Die AIDS-Rate bei schwangeren Frauen liegt bei 25 % und ist damit die höchste im Land. Die gut frequentierte und ausgebaute Fernstraße von Harare nach Blantyre, die durch den Ort führt und in der Regenzeit vom Fluss Mvinzi regelmäßig überflutet wird, fordert ihren Tribut. Da der Grenzposten Nyamapanda nicht weit ist, reichen dessen Probleme bis hierher.

Mutoko liegt in einem ländlichen und dünn besiedelten Gebiet. In einem Bergwerk werden Aquamarin, Goschenit (siehe unter: Schmuckstein), Kassiterit, Kyanit und Coltan (Tantal) gewonnen. 1990 hat ein Baumschulprojekt 38.000 Bäume gezogen und gepflanzt. Die werden langsam nutzbar. Es gibt Überlegungen zu einer Obstbaumkultur. Ein laufendes Projekt gewinnt Pflanzenöl aus dem Jirimono-Busch (Purgiernuss), der in Mutoko traditionell als Hecke gepflanzt wird. Das Öl dient als Treibstoff (Biodiesel) sowie als Grundlage der Produktion von Seife und alternativem Dünger.

Mutoko hat eine 1100 m lange und 18 m breite asphaltierte Landebahn, die militärisch als Reserve gehalten wird, und ein berüchtigtes Gefängnis für politische Gefangene, Grund- und Sekundarschule, die durch ein kanadisches Projekt mit Computern und Internetanschluss ausgestattet wurde, allerdings fehlt der umfassende Anschluss an das Elektrizitätsnetz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen III (I–Z). In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 269–305, hier: S. 283.

Koordinaten: 17° 23′ S, 32° 13′ O