Nanki Shigekuni

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Nanki Shigekuni (jap. 南紀 重國), auch Monju Shigekuni genannt, war ein japanischer Schwertschmied um das Jahr 1600 n. Chr. (Shintō-Periode) und Begründer der Monju-Schule in der Provinz Kii.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shigekuni, dessen bürgerlicher Name Monju Kurōzaburō lautete, entstammte der Tegai-Schule und war vermutlich Sohn des Tegai-Schmieds Kanesada V. und jüngerer Bruder von Kanekuni V.[1] Der innerhalb der Familie vererbte Name „Monju“ geht dabei auf Tegai Kanenaga zurück.[2] Zur Keichō-Zeit (1596–1614) diente er Tokugawa Ieyasu neben anderen, z. B. Echizen Yasutsugu, als Schwertschmied. Nach dessen Tod im Jahr 1616 folgte Shigekuni Tokugawa Yorinobu, dem 10. Sohn Tokugawas, in die Provinz Kii, wo Yorinobu den Kishū-Zweig der Familie Tokugawa gründete.[3] Shigekuni selbst begründete in Kii eine eigene Schwertschmiedetradition, die sogenannte Monju-Schule.

Shigekuni wird als einer der führenden Schwertschmiede seiner Zeit erachtet, was unter anderem durch die Wertung Sai-Jo-Saku (großmeisterlich[4]) im Sammelwerk von Fujishiro zum Ausdruck kommt.[5] Er schmiedete sowohl Katana als auch Wakizashi und Tantō. Vornehmlich arbeitete er dabei in der Art der Yamato-Tradition mit deren typischen Charakteristika, daneben beherrschte er allerdings auch die Sōshū-Tradition hervorragend.[6]

Nihonto Charakteristika von Nanki Shigekuni[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestimmte Charakteristika von Shigekunis Schmiedearbeiten finden sich sowohl auf den im Yamato- als auch den im Sōshū-Stil gehaltenen Klingen. Sie besitzen eine klare und glänzende Klingenoberfläche und Schneide mit viel Aktivität im Hamon (Härtelinie). Die Schwerter ähneln dadurch stark alten Koto-Klingen.

Auf den Klingenangeln (Nakago) finden sich unter anderem die folgenden Signaturen (mei):

  • Oite Nanki Shigekuni tsukuru kore (於南紀重國造之)
  • Washū Tegai-jū Shigekuni oite Sumpu tsukuru kore (和州手掻住重國於駿府造之)
  • Monju Kurōsaburō Shigekuni oite Sumpu tsukuru kore (文珠九郎三郎重國於駿府造之)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Sesko: Lexikon der japanischen Schwertschmiede N-Z. Books On Demand, 2012, ISBN 978-3-8482-1141-8, S. 144.
  • Kokan Nagayama: The connoisseur's Book of Japanese Swords. Kodansha, Tokyo/ New York/ London 1998, ISBN 4-7700-2071-6, S. 254.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Sesko: Lexikon der japanischen Schwertschmiede N-Z. S. 144.
  2. Markus Sesko: Geschichten rund ums japanische Schwert. S. 41 ff.
  3. vgl. Gosanke
  4. Smith Rating Systems. auf: nihonto.ca
  5. Nihontoclub-Datenbankeintrag Shigekuni
  6. Nanki Shigekuni. auf: nihonto.com
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Nanki der Familienname, Shigekuni der Vorname.