Nathanael (Jünger)

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Philipp und Nathanael (Illustration von W.J. Morgan)

Im Neuen Testament ist Nathanael ein Galiläer, der von Jesus als einer der ersten Jünger berufen wird (Joh 1,45–50 EU). Er wird jedoch nur im Johannesevangelium erwähnt, in den übrigen Evangelien kommt er nicht vor.

Der Name Nathanael (Ναθαναήλ) stammt aus dem Hebräischen. Netanʾel (נתנאל) bedeutet so viel wie „Gott hat gegeben“. In der Hebräischen Bibel kommen Träger dieses Namens mehrfach vor (z. B. Num 1,8; 1 Chr 2,14). Auch Flavius Josephus kennt den Namen und transkribiert ihn als Ναθανάηλος.[1]

Es gibt mehrere Versuche, Nathanael mit einem der Zwölferjünger der synoptischen Evangelien oder mit anderen biblischen Personen zu identifizieren; dies bleibt jedoch spekulativ:[1]

  • In der kirchlichen Tradition wird Nathanael mit Bartholomäus aus den Apostellisten in Apg 1,13 EU und den synoptischen Evangelien identifiziert, weil er dort in Namenslisten (Mt 10,3 EU; Mk 3,18 EU; Lk 6,14 EU) auf Philippus folgt, wie bei Johannes der Name Nathanael. Bartholomäus, „Sohn des Thalmai“, wäre der Vatersname, Nathanael der Eigenname. Somit wäre Nathanael Bartholomäus einer der von Jesus ausgewählten Zwölf.
  • David Catchpole warf die Frage auf, ob es sich bei Nathanael nicht um den „Jünger handelt, den Jesus liebte“.[2] Diesen identifizierte die kirchliche Tradition mit Johannes selbst. Nathanael wird zu Beginn des Evangeliums genannt. Seine Erwähnung geht der Hochzeit zu Kana voraus, welches seine Heimat gewesen sein mag. Es ist demnach nicht ausgeschlossen, dass er der Bräutigam war, für den Jesus Wasser in Wein verwandelte.
  • Andere fragen sich wiederum, ob es sich bei Nathanael nicht um einen Beinamen handelt, hinter dem sich Jakobus der Gerechte verbirgt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bauer/Aland: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur. 6., völlig neu bearbeitete Auflage, Berlin / New York 1988, Sp. 1078.
  2. David R. Catchpole: Resurrection People: Studies in the Resurrection Narratives of the Gospels. Smyth & Helwys Publishing, Inc., 2002, ISBN 978-1-57312-380-8 (google.fr [abgerufen am 6. Dezember 2016]).