Paradoxurus philippinensis

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Paradoxurus philippinensis
Paradoxurus philippinensis, Aufnahmeort Cagayan de Oro.

Paradoxurus philippinensis, Aufnahmeort Cagayan de Oro.

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Palmenroller (Paradoxurinae)
Gattung: Musangs (Paradoxurus)
Art: Paradoxurus philippinensis
Wissenschaftlicher Name
Paradoxurus philippinensis
Jourdan, 1837

Paradoxurus philippinensis ist eine auf den Philippinen, auf Borneo und den westlich von Sumatra gelegenen Mentawai-Inseln verbreitete Schleichkatzenart aus der Gattung der Musangs. Der englische Trivialname lautet Philippine palm civet.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paradoxurus philippinensis ähnelt stark dem Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus), der von Indien bis ins festländische Südostasien verbreitet ist, ist aber insgesamt dunkler, oft fast schwärzlich. Die aus Flecken und Streifen bestehende Musterung des Fells ist bei dieser Art nur schwach ausgeprägt. Die für andere Musangarten typischen kleinen weißen Flecken an den Seiten des Nasenspiegels fehlen. Außerdem kann Paradoxurus philippinensis anhand der Zahnmorphologie von andern Musangarten unterschieden werden. Der vierte Prämolar (P4) ist bei Paradoxurus philippinensis klein, dreieckig und hat ein gut entwickeltes anteriores und posteriores Cingulum (ein Wulst an der Zahnbasis) und zusätzliche Zahnhöcker. Außerdem hat Paradoxurus philippinensis einen reduzierten zweiten Backenzahn (M2).[1]

Paradoxurus philippinensis lignicolor (Miller, 1903), die auf den Mentawai-Inseln lebende Unterart von Paradoxurus philippinensis, ist bräunlich gefärbt, ungestreift und ungefleckt. Das Cytochrome b dieser Unterart unterscheidet sich zu 3,6 % von dem der Nominatform (Paradoxurus philippinensis philippinensis ).[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paradoxurus philippinensis lebt auf den Philippinen, auf Borneo und den westlich von Sumatra gelegenen Mentawai-Inseln. Die Verbreitung ist auffällig disjunkt. Zwischen den Mentawai-Inseln und Borneo liegt Sumatra, wo die Art nicht vorkommt. Ursachen für ihr Fehlen auf Sumatra könnten einerseits interspezifische Konkurrenz sein, bei der die Population von Paradoxurus philippinensis von Paradoxurus musangus verdrängt wurde, andererseits aber auch das Resultat einer plötzlichen Umweltveränderung darstellen, z. B. verursacht durch den Ausbruch des Supervulkans Toba vor etwa 74.000 Jahren.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paradoxurus philippinensis wird als eigenständige Art innerhalb der Gattung der Musangs (Paradoxurus) eingeordnet.[1] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Jourdan aus dem Jahr 1837, allerdings wurde er lange Zeit als Paradoxurus hermaphroditus philippinensis[2] ebenso wie die Unterart Paradoxurus philippinensis lignicolor (Miller, 1903), vorher Paradoxurus hermaphroditus lignicolor,[3] als Unterart des Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus ) betrachtet.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Géraldine Veron, Marie-Lilith Patou, Mária Tóth, Manori Goonatilake and Andrew P. Jennings. 2014. How Many Species of Paradoxurus Civets are there? New Insights from India and Sri Lanka. Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research. 1-14. doi: 10.1111/jzs.12085
  2. Paradoxurus hermaphroditus philippinensis. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  3. Paradoxurus hermaphroditus lignicolor. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Géraldine Veron, Marie-Lilith Patou, Mária Tóth, Manori Goonatilake and Andrew P. Jennings. 2014. How Many Species of Paradoxurus Civets are there? New Insights from India and Sri Lanka. Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research. 1-14. doi: 10.1111/jzs.12085