Erregungsleitungsstörung

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Eine Erregungsleitungsstörung, auch Überleitungsstörung genannt, ist eine Verzögerungen oder Unterbrechungen der elektrischen Erregung der Herzmuskulatur. [1] Der häufig alternativ verwendete Begriff „Reizleitungsstörung“ ist falsch, da ein Reiz nicht weitergeleitet werden kann, lediglich die durch ihn verursachte Erregung.[2]

Auf Vorhofebene gibt es Leitungsstörungen zwischen dem körpereigenen Taktgeber (Sinusknoten) und der Vorhofmuskulatur. Diese Störung wird als sinuatrialer Block (SA-Block) bezeichnet. Über die Vorhöfe breitet sich die Erregung anschließend diffus aus. Die Herzkammern sind dann wieder „elektrisch isoliert“ von den Vorkammern. Nur eine dünne Leitungsbahn verbindet die Vorhöfe mit den Kammern, der sogenannte AV-Knoten. Störungen in dieser Region werden als atrioventrikulärer Block (AV-Block) bezeichnet.[3] Nach dem AV-Knoten wird die Erregung über zwei Leitungsbahnen (Tawara-Schenkel) auf die Muskulatur der linken bzw. rechten Herzkammer weitergeleitet. Ist einer dieser beiden Schenkel unterbrochen, so spricht man vom Schenkelblock.[4][5] Sind beide Schenkel unterbrochen, so entspricht das dem Bild eines totalen AV-Blocks.

Die von Störungen der Erregungsleitung sind zu unterscheiden von Störungen der Erregungsbildung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erregungsleitungsstörung bei flexikon.doccheck.com, abgerufen am 14. Mai 2016.
  2. Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen bei books.google.de S. 526, abgerufen am 14. Mai 2016.
  3. AV-Block bei flexikon.doccheck.com, abgerufen am 14. Mai 2016.
  4. Linksschenkelblock bei jameda.de, abgerufen am 14. Mai 2016.
  5. Rechtsschenkelblock bei netdoktor.de, abgerufen am 14. Mai 2016.