Repatrianten

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Repatrianten sind Menschen, in der Regel Kriegsflüchtlinge, Vertriebene und Kriegsgefangene, die in ihre Heimat zurückgeführt („repatriiert“) werden. Der Begriff Repatrianten fand vor allem im Zusammenhang mit den Bevölkerungsverschiebungen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Verwendung und wird dementsprechend auch als Euphemismus (Beschönigung) kritisiert. Eine ehrlichere Bezeichnung sei „Vertriebene“ oder „Verjagte“.[1]

Im 20. Jahrhundert wurden nach den Kriegen in Europa mehrere Rückführungskommissionen geschaffen, die die Rückkehr der Repatrianten in deren Herkunftsland überwachten. In einigen Ländern wurden Repatriierungskrankenhäuser gegründet, um für die laufende medizinische und gesundheitliche Betreuung von Militärpersonen zu sorgen. In der Sowjetunion wurden die Repatrianten teilweise als Vaterlandsverräter angesehen, weil sie als Soldaten der Roten Armee in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten oder als zivile Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich deportiert worden waren. Ihnen wurde pauschal die Kollaboration mit dem Feind unterstellt, so dass die meisten über sogenannte „Prüf- und Filtrationslager“ in die Straf- beziehungsweise Arbeitslagern des Gulag gerieten. Ein nicht näher zu beziffernde Zahl angeblicher „Kollaborateure“ wurde erschossen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Langels: Vertreibungen nach 1945: Nach der Übertragung der Ostgebiete an Polen. Deutschlandfunk, 14. März 2020, abgerufen am 24. März 2020 (englisch).