Rudolf Singer

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Politiker und Vorsitzenden des Staatlichen Rundfunkkomitees Rudolf Singer. Für den österreichischen Nationalratsabgeordneten siehe Rudolf Singer (SPÖ).

Rudolf („Rudi“) Singer (* 10. Juli 1915 in Hamburg; † 1. November 1980 in Berlin) war ein deutscher Politiker und Vorsitzender des Staatlichen Rundfunkkomitees der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Jugend in der Weimarer Republik[Bearbeiten]

Singer, Sohn eines Angestellten, besuchte das Realgymnasium und erlernte von 1931 bis 1933 den Beruf des Exportkaufmanns und war bis 1936 als Einkäufer tätig. Ab 1932 war er Mitglied des KJVD, im Januar 1933 trat er in die KPD ein.

Widerstand und Emigration[Bearbeiten]

Singer gehörte nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 dem Widerstand an. Er war von 1933 bis 1934 im KZ Fuhlsbüttel inhaftiert. 1935 wurde er erneut verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung emigrierte er über Italien in die Schweiz. Im März 1939 wurde er im Internierungslager Girenbad zivilinterniert. Ab 1940 war er in einem Arbeitslager in Oberglatt. Vom Oktober 1944 bis September 1945 war er Sekretär der Bewegung Freies Deutschland in der Schweiz. Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück.[1]

KPD-Funktionär in Bayern[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr 1945 war er in verschiedenen Funktionen für die KPD in Bayern tätig. Er war von 1945 bis 1949 Sekretär der KPD-Bezirksleitung Nordbayern und Chefredakteur des Nordbayerischen Volksecho in Nürnberg, ab 1950 Chefredakteur des KPD-Zentralorgans Freies Volk und Mitglied des KPD-Parteivorstandes der KPD und seines Sekretariats. 1951 übersiedelte Singer in die DDR.

Funktionär in der DDR[Bearbeiten]

Ab 1952 war er stellvertretende Chefredakteur, von 1955 bis 1963 Chefredakteur der Zeitung Freiheit in Halle (Saale). Von 1956 bis 1963 gehörte er als Mitglied der SED-Bezirksleitung Halle und absolvierte von 1956 bis 1961 ein Fernstudium mit Abschluss als Diplomgesellschaftswissenschaftler an der Parteihochschule. Von 1956 bis 1958 war er der erste Chefredakteur des Deutschen Freiheitssenders 904. Von 1963 bis 1966 war Singer Leiter der Abteilung Agitation im ZK der SED und stellvertretender Vorsitzender der Agitationskommission beim Politbüro. Anschließend wurde er 1966 als Nachfolger von Hermann Axen Chefredakteur des Neuen Deutschland (bis 1971). Von 1967 bis 1980 war er Mitglied des ZK der SED. Bekannt geworden ist Rudolf Singer vor allem durch seine Tätigkeit als Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Rundfunk, eine Funktion, die er von Juli 1971 bis zu seinem Tod 1980 ausübte, zudem war er ab 1971 stellvertretender Vorsitzender der Organisation Internationale de Radiodiffusion et de Télévision.

Von 1971 bis 1980 gehörte Singer als Abgeordneter der der Volkskammer an. Hier war er Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten und Vorsitzender der Parlamentarischen Freundschaftsgruppe DDR-Indien. Singer war auch Mitglied der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR.

Sein Sohn Klaus Singer war Büroleiter der Vorsitzenden der Partei Die Linke, Gesine Lötzsch.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Vaterländischer Verdienstorden (VVO) in Bronze (1959), in Silber (1964), in Gold (1969) sowie Ehrenspange zum VVO in Gold
  • Banner der Arbeit, Stufe I (1965)
  • Verdienstmedaille der NVA (1970)
  • Verdienstmedaille des Ministerium des Innern (1974)
  • Orden des jugoslawischen Banners mit goldenem Kranz
  • Karl-Marx-Orden (1980)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gottfried Hamacher. Unter Mitarbeit von André Lohmar: Gegen Hitler - Deutsche in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung "Freies Deutschland": Kurzbiographien. Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin. Band 53. ISBN 3-320-02941-X (PDF; 894 kB)