SM U 12

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Dieser Artikel behandelt das U-Boot SM U 12 der deutschen Kaiserlichen Marine. Für das U-Boot der österreichisch-ungarischen k.u.k. Kriegsmarine siehe SM U-12 (k.u.k. Marine).
SM U 12
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Technische Daten
U-Boot Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
Serie: U 9 – U 12
Bauwerft: Kaiserliche Werft, Danzig
Verdrängung: 493 Tonnen (über Wasser)
611 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 57,38 m
Breite: 6,00 m
Tiefgang: 3,13 m
Druckkörper ø: 3,65 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Tauchzeit: 50–90 s
Antrieb: Petroleummotoren 1000 PS
E-Maschinen 1160 PS
Geschwindigkeit: 14,2 Knoten (über Wasser)
8,1 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 2 Bug- und 2 Heckrohre, 6 Torpedos
1 Revolver-Kanone (bis Ende 1914)
Besatzung: 4 Offiziere
25 Mannschaften
Erfolge: 2 Versenkungen
(1 Handels- und 1 Kriegsschiff)
Verbleib: Am 10. März 1915 vor Schottland nach Rammung und Beschuss durch britische Zerstörer selbstversenkt.

SM U 12 war ein petroleum-elektrisches U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Einsätze[Bearbeiten]

U 12 lief am 6. Mai 1910 bei der Kaiserlichen Werft in Danzig vom Stapel und wurde am 13. August 1911 in Dienst gestellt. Der Indienststellungs-Kommandant des U-Bootes war Claus Rücker. Vom 1. August 1914 bis zum 9. Februar 1915 kommandierte es Walter Forstmann. Am 10. Februar 1915 übernahm Kapitänleutnant Hans Kratzsch das Kommando.

U 12 führte in den Jahren 1914 und 1915 vier Kriegseinsätze durch. Am 11. November 1914 versenkte Forstmann mit U 12 das britische Minensuchboot Niger. Am 9. März 1915, einen Tag vor dem eigenen Untergang, versenkte U 12 das britische Dampfschiff Aberdon.

U 12 war eines der ersten U-Boote, mit denen der Einsatz von Bordflugzeugen getestet wurde.

Verbleib[Bearbeiten]

Am 4. März 1915 lief U 12 von Helgoland zu einer Feindfahrt an der britischen Ostküste aus. Am Morgen des 10. März 1915 wurde das U-Boot von einem britischen Fischereifahrzeug bei dem Leuchtturm Fife Ness in der Nähe des schottischen Ortes Crail gesichtet. Die Fischer riefen die drei britischen Zerstörer Acheron, Ariel und Attack herbei. Die Zerstörer waren nach etwa einer Stunde zur Stelle und schossen auf das deutsche U-Boot. Kapitänleutnant Kratzsch ließ umgehend tauchen. Der Ariel gelang es jedoch, den Kommandoturm des wegtauchenden U-Bootes zu rammen, der zudem bereits durch mindestens einen Granattreffer beschädigt war. Dies zwang U 12 zum auftauchen. Kratzsch wurde daraufhin im beschädigten Turm durch weiteren Artilleriebeschuss getötet. Die Besatzung des U-Bootes machte Sprengsätze mit Zeitzündern scharf, um es selbst zu versenken und eine Beschlagnahmung durch die Briten zu verhindern. Die Selbstversenkung durch die folgende Explosion vollzog sich so rasch, dass nicht mehr alle Besatzungsmitglieder rechtzeitig von Bord gehen konnten. Von den 30 U-Boot-Fahrern überlebten 2 Offiziere sowie 8 Unteroffiziere und Mannschaften, die durch die Briten gerettet wurden. U 12 sank etwa gegen 17 Uhr. Als ungefähre Position gelten folgende Koordinaten: 56° 7′ N, 2° 20′ W56.116666666667-2.3333333333333.[1][2]

Das Wrack von U 12 wurde am 13. Januar 2008 von zwei schottischen Tauchern gefunden. Es befindet sich in rund 50 m Tiefe etwa 42,5 km vor der schottischen Hafenstadt Eyemouth.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 88.
  2. Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Gräfelfing vor München: Urbes, 1998, S. 11f.
  3. unterwasserwelten.de: U-Boot U12

Literatur[Bearbeiten]

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-86070-036-7.
  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Gräfelfing vor München: Urbes, 1998, ISBN 3-924896-43-7.

Weblinks[Bearbeiten]