Sachsenbad Dresden

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Sachsenbad, Zustand 2011
Wassermann an der Frontseite

Das Sachsenbad Dresden ist eine ehemalige Schwimmhalle auf der Wurzener Straße 18 im Dresdner Stadtteil Pieschen.

Das Gebäude wurde in den Jahren 1928/1929 von Paul Wolf erbaut. Dieser hatte 1922 die Nachfolge von Hans Erlwein und Hans Poelzig als Stadtbaurat übernommen. Das Sachsenbad gilt als „bemerkenswertes Beispiel des Neuen Bauens“.[1] Ganz im Stil des Neuen Bauens sind die „schmucklosen Putzfassaden … mit den gleichförmigen Fensterreihen und flachen Dächern“ gestaltet worden.[2] Reliefs von Gustav Bach, wie Wassernixe mit Fisch, zieren den quaderförmigen Körper mit seinen gleichförmigen Fensterreihen. Eine stählerne Satteldachkonstruktion trägt die gestaffelten Ausbauten. Links und rechts vom Haupteingang sind leicht vorspringende Seitenflügel zu sehen. Auf der Rückseite befindet sich ein auf Säulen gestützter Querriegel mit Terrasse. Diese sollte den Übergang zu einem Freibad bilden, das nie gebaut wurde.[3]

Im Erdgeschoss befanden sich ein Römisches Bad und ein Dampfbad. Außerdem Massage- und Ruheräume sowie ein 25 Meter langes und 11 Meter breites Schwimmbecken. Von einer Galerie aus konnten Zuschauer Wettkämpfe ansehen. Im zweiten Obergeschoss lagen die Wannen-, Brause- und Kurbäder, im Dachgeschoss ein großer Gymnastiksaal.[3] Das Hallenbad verfügte über fußbodenbeheizte Säle und ein Restaurant.

Die zweigeschossige Schwimmhalle wurde als Kernstück eines größeren Gebäudekomplexes erbaut. Dieser ehemalige „Sportpark“ oder Sportforum sollte aus Hallenbad, Freiluftbecken, Wohn- und Bibliotheksgebäuden bestehen. Realisiert wurde nur ein Teil des Bauvorhabens. Trotzdem gilt das Ensemble zwischen Wurzener und Rehefelder Straße heute als einer der wenigen Räume neusachlichen Bauens in Dresden.[3]

Im Sachsenbad wurden neben Fitness, Kraftsport, Gymnastik und Ballsport auch kulturelle Veranstaltungen wie verschiedene Kurse, Lesungen und Ausstellungen angeboten.

Das Bad wurde 1994 geschlossen, das denkmalgeschützte Gebäude ist seitdem dem Verfall preisgegeben. Derzeit sucht die Stadt Dresden einen Käufer für das Bad. Dieser soll es möglichst zu einem Gesundheits- und Therapiebad umbauen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lupfer et al., Objektnr. 159 (Sachsenbad, Wurzener Straße 18, 1928–29, Paul Wolf)
  2. Gantz, S. 89 Nr. 96 (Sachsenbad, Wurzener Straße 18, Architekt Paul Wolf, Bauzeit: 1927 bis 1928)
  3. a b c d Ralf Hübner: Eine vorbildliche Volksbadeanlage. In: Sächsische Zeitung. 20. Oktober 2018 (online [abgerufen am 20. Oktober 2018]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gilbert Lupfer, Bernhard Sterra und Martin Wörner (Hrsg.): Architekturführer Dresden. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01179-3.
  • Holger Gantz: 100 Bauwerke in Dresden: Ein Wegweiser zu Bauwerken von historischem und baukünstlerischem Rang. Schnell und Steiner, Regensburg 1997, ISBN 3-7954-1111-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sachsenbad Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 4′ 52,9″ N, 13° 43′ 9,2″ O