Tasterschaltung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Stromstoßschaltung)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Elektro­installation Schalter­symbol Taste (bzw. Taster)
Elektro­installation Schalter­symbol Taste (bzw. Taster) mit Leuchte

Als Tasterschaltung wird eine Schaltung mit Tastern und Relais bzw. Schaltschützen bezeichnet, die in der Regel mit einem vom Laststromkreis getrennten Steuerstromkreis arbeitet. Typische Anwendungen sind das Ein- und Ausschalten der Beleuchtung in Treppenhäusern und langen Fluren.

Hausinstallation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Hausinstallationen wird eine Tasterschaltung in der Regel dann eingesetzt, wenn sie von mehr als 2 Stellen aus bedient werden soll. Im Gegensatz zur Kreuzschaltung benötigt sie zwar einen Stromstoßschalter (Relais), dafür ist die Verdrahtung und die Bauart der Lichtschalter einfacher. Außerdem kann statt des Stromstoßrelais auch ein Treppenlicht-Zeitschalter (Zeitrelais) eingesetzt werden.

Bei der Tasterschaltung fließt der Laststrom nicht über die Bedienstellen, sondern auf kurzem Weg direkt zum elektrischen Verbraucher, beispielsweise zum Leuchtmittel. Dadurch und durch dünnere Querschnitte der Ansteuerleitungen werden die Leitungsverluste und die Installationskosten verringert. Die Parallelschaltung aller Taster reduziert zusätzlich den Installationsaufwand. Die Bedienung kann von beliebig vielen Tastern aus erfolgen.

Die Relais sind meist im Verteiler montiert, seltener in Verteilerdosen.

Stromstoßschaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ergebnis der Betätigung eines Tasters, zum Beispiel im Flur, hängt vom Zustand des angeschlossenen Stromstoßrelais ab. War es vorher eingeschaltet, dann wird ausgeschaltet und umgekehrt. Das wird häufig durch eine mechanische Verriegelung, ähnlich der eines Kugelschreibers, erreicht, die einmal eingreift und beim erneuten Betätigen wieder gelöst wird.

Bei Treppenhausschaltungen wird das Stromstoßrelais durch einen Zeitkontakt ausgeschaltet. Hier ergibt sich ein Vorteil bei der Verwendung von Stromstoßschaltern mit niedriger Betätigungsspannung (Schutzkleinspannung): Die Taster-Installation kann dann mit Klingelleitung erfolgen. Diese Variante findet sich z. B. in den meisten Plattenbau-Häusern Typ WBS70 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Es ist nur eine 12-V-Schutzkleinspannungsquelle (Transformator) pro Treppenaufgang erforderlich, der sämtliche Wohnungen versorgt.

Elektronische Stromstoßschalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ansteuerung erfolgt auf die gleiche Weise wie bei der elektromagnetischen Ausführung, jedoch ist das Schaltgeräusch stark reduziert und der Steuerleistungsbedarf ist geringer. Auf die dauerhafte Spannungsversorgung, die bei den ersten elektronischen Stromstoßschaltern notwendig war, kann inzwischen verzichtet werden. Diese Schalter arbeiten mit bistabilen Relais, die bei jedem Schaltimpuls elektronisch gesteuert in die entgegengesetzte Richtung geschaltet werden. Um das Relais in die jeweils gewünschte Position zu schalten, muss sich die Elektronik dazu entweder den vorhergehenden Schaltzustand merken oder ihn über einen Hilfskontakt vor jedem Schaltbefehl auslesen.

Treppenlicht-Zeitschaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Treppenlicht-Zeitschalter

Bei Treppenlicht-Zeitschaltung kann an allen Tastern eingeschaltet werden und nach einer am Treppenlicht-Zeitschalter einstellbaren Zeit schaltet er automatisch wieder aus.

Beispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Materialien werden häufig verwendet, um eine Stromstoßschaltung zu installieren:

  • 3 × Schalterklemmdose
  • 1 × Stromstoßrelais
  • 3 × Taster
  • 1 × Lampe
  • NYM-J-Leitungen (3 × 1,5 mm² und 5 × 1,5 mm²)

Ähnliche Schaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Maschinen ist die Selbsthalteschaltung weit verbreitet, bei der eine Schließer- und eine separate Öffner-Taste in Reihe zur Betätigungsspule eines Schützes geschaltet sind. Die Schließer-Taste ist mit einem Schließer-Kontakt des Schützes überbrückt. Diese Schaltung wird nicht unter dem Begriff Tasterschaltung geführt, ähnelt dieser jedoch inhaltlich und funktional.

Kennzeichnend für viele elektronische Geräte ist das völlige Fehlen eines Netzschalters – das Ein- und Ausschalten wird durch Taster auf der Niederspannungsebene bewirkt, was unvermeidlich einen Standby-Zustand der Stromversorgung erfordert. Dieser führt eines höheren Bedienkomforts wegen zu einem nicht unerheblichen Strom-Mehrverbrauch.

Durch die Software der angeschlossenen Steuerung können den Tasten verschiedene und wechselnde Funktionen zugewiesen werden. So können auch Schaltfunktionen wie bei einer Selbsthalteschaltung oder einem Stromstoßschalter implementiert sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Springer: Fachkunde Elektrotechnik. 18. Auflage, Verlag – Europa – Lehrmittel, Wuppertal, 1989, ISBN 3-8085-3018-9
  • Alfred Hösl, Roland Ayx, Hans Werner Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, Wohnungsbau-Gewerbe-Industrie. 18. Auflage, Hüthig Verlag, Heidelberg, 2003, ISBN 3-7785-2909-9
  • Hans-Günter Boy, Uwe Dunkhase: Elektro-Installationstechnik Die Meisterprüfung. 12. Auflage, Vogel Buchverlag, Oldenburg und Würzburg, 2007, ISBN 978-3-8343-3079-6