Thalys

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Thalys
Thalys-Logo
Rechtsform Genossenschaft mit beschränkter Haftung belgischen Rechts
Gründung 1995
Sitz Brüssel, Belgien
Leitung Agnès Ogier, CEO
Mitarbeiter ca. 100
Branche grenzüberschreitender Personenverkehr
Website www.thalys.com
Agnès Ogier, CEO Thalys (2016)

Der Thalys (im deutschen Sprachgebrauch [ˈtaːlɪs]) ist ein europäischer Hochgeschwindigkeitszug, der auf der Technik des französischen TGV basiert.

Die nahezu halbstündlich ohne Zwischenhalt bediente Kernstrecke zwischen Brüssel und Paris ist die dichtestgetaktete Direktverbindung zweier europäischer Hauptstädte. Weitere Hauptverbindungen werden zwischen Köln bzw. Amsterdam und Paris angeboten.

Der Begriff Thalys ist keine Abkürzung, sondern ein 1996 von einer niederländischen Namensagentur als Markenname erdachtes Kunstwort,[1] ein Logatom, das in allen Sprachräumen, in denen die Züge verkehren, gleichermaßen gut auszusprechen ist.

Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Thalys wird von dem internationalen Bahnunternehmen Thalys International in Brüssel betrieben, das eine Tochter der französischen (SNCF) und belgischen (NMBS/SNCB) Staatsbahnen ist. Partner ist die Tochtergesellschaft der Niederländischen Eisenbahn, Thalys Nederland.

Nach der Entscheidung von 1987, einen grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitszug auf die Strecke zu bringen, der Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln verbinden soll, wurde 1995 die Westrail International gegründet, die erst im Mai 1999 den Namen der Züge annahm und seitdem Thalys International heißt. Sie ist eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung belgischen Rechts (société coopérative à responsabilité limitée). Bis 2007 hielt die NMBS/SNCB 30 %, die SNCF 70 % der Kapitalanteile. Zum 16. Juni 2007 beteiligte sich die Deutsche Bahn mit zehn Prozent am Stammkapital der Gesellschaft. Die weiteren Anteile hielten die SNCF mit 62 sowie die NMBS/SNCB mit 28 Prozent.[2]

Laut Medienberichten vom Oktober 2010 wollte die Deutsche Bahn im Laufe des Jahres 2011 ihre Beteiligung an Thalys beenden.[3] Anfang 2012 wurde das Ende der Beteiligung für Ende März angekündigt.[4] Laut einem Pressebericht sei die Deutsche Bahn bereits seit Dezember 2011 nicht mehr an der Gesellschaft beteiligt.[5] Die SNCF und die NMBS/SNCB haben Mitte Januar 2012 den Erwerb der Anteile der Deutschen Bahn beim Bundeskartellamt (BKartA) angemeldet. Seit dem 28. März 2012 gelten im Thalys zwischen Aachen und Köln, mit Ausnahme der Bahncard 100 und ICE-Streckenzeitkarten, keine DB-Fahrkarten mehr.[6][7] Seit 2011 ist die DB nicht mehr am Ergebnis des Unternehmens beteiligt, das sich SNCF und NMBS/SNCB teilen.[8]

Eingesetzte Züge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalys PBKA
Thalys PBA
Erste Klasse
Zweite Klasse

Der Thalys wurde für den länderübergreifenden Verkehr zwischen Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden gebaut und ist deshalb mehrsystemfähig. Es existieren zwei Varianten der Züge: der Thalys PBA (Paris–Brüssel–Amsterdam) und der Thalys PBKA (Paris–Brüssel–Köln–Amsterdam).

Von den Thalys PBA existieren zehn Einheiten, die baugleich mit den französischen TGV Réseau sind. Sie fahren mit 25 Kilovolt 50 Hertz Wechselspannung. Außerdem sind sie mit den Zugsicherungssystemen der drei Länder ausgestattet. Die Züge leisten bei 25 Kilovolt eine Dauerleistung von 8800 Kilowatt und erreichen damit zwischen Paris und Brüssel sowie zwischen Löwen und Lüttich 300 km/h.

Die 17 vorhandenen Thalys PBKA sind zusätzlich in der Lage, im deutschen Netz mit 15 Kilovolt 16,7 Hertz Wechselspannung bei einer Leistung von 4460 Kilowatt zu fahren. Das Design ihrer Triebköpfe lehnt sich an den TGV Duplex an. Sie bedienen seit dem 14. Dezember 1997 Köln. Bis 2006 galt Köln Messe/Deutz als Ziel- und Abgangsbahnhof, zeitweise fuhr ein Zugpaar ab/bis Düsseldorf. Im August 2011 erweiterte Thalys dieses Angebot wieder auf die Abfahrtsbahnhöfe Essen, Duisburg und Düsseldorf.[9]. Seit dem 21. März 2016 fahren einige Züge bis/ab Dortmund und halten teilweise auch am Düsseldorfer Flughafen.

Von den 17 Einheiten befinden sich sieben im Eigentum der NMBS/SNCB, sechs gehören der SNCF, je zwei der Nederlandse Spoorwegen und der Deutschen Bahn.[10] Die beiden PBKA-Einheiten Nr. 4321 und 4322 befinden sich im Eigentum der Deutschen Bahn und werden dort intern, wie alle Thalys-PBKA-Triebzüge, als „Baureihe 409“ bezeichnet. Sie sind Bestandteil des Fahrzeugparks der Belgischen Staatsbahn.

Verkehrsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernmarke Thalys[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Thalys-Verbindungen mit Endpunkten. Strecken, die nur saisonal bedient werden, sind gestrichelt dargestellt.
Thalys-Liniennetz (März 2016)

Die Züge verbinden länderübergreifend folgende Städte:

  • (Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf Flughafen – Düsseldorf –) Köln – Aachen – Lüttich – Brüssel Midi – Paris Nord (5 Zugpaare, Reisezeit von Köln 3:14 Stunden, ein weiteres Zugpaar ab Lüttich, dreimal täglich nach/von Essen; ein Zugpaar verkehrt seit der Fertigstellung des Diabolo-Projekts zwischen dem Flughafen Brüssel und Paris Nord)
    • bis 2009 über die ostbelgische Wesertalstrecke (Reisezeit 3:50), seit 13. Dezember 2009 über die HSL 3.
  • Amsterdam – Schiphol – Rotterdam – Antwerpen – Brüssel – Paris (10 Zugpaare)
    • seit 13. Dezember 2009 über die HSL Zuid mit einer Fahrtzeit von 3:18 Stunden; Den Haag wird seitdem nicht mehr bedient.
  • Ostende – Brügge – Gent – Brüssel – Paris (ein Zugpaar)
  • Brüssel – Disneyland Paris (fünf Zugpaare, bis März 2007). Diese Relation wurde, mit vier Zugpaaren, zum 28. November 1999 aufgenommen.[11]
  • Amsterdam – Rotterdam – Antwerpen – Brüssel – Lille (zwei Zugpaare, ab April 2014)[12]
  • Im Sommer verkehrt zusätzlich ein Zugpaar zwischen Amsterdam und Marseille, im Winter von Amsterdam nach Bourg-Saint-Maurice in den französischen Alpen.

Zwischen Brüssel und Paris fahren die Züge nahezu halbstündlich, einige davon in Doppeltraktion, die in Brüssel nach Amsterdam bzw. Köln geflügelt wird. In Brüssel besteht Anschluss an den Eurostar nach London.

Seit April 2007 sollten die Züge die neue Schnellfahrstrecke HSL Zuid (Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen) benutzen, deren Inbetriebnahme sich bis Dezember 2009 verzögert hat; auch fehlte den Thalys PBA noch das für die HSL Zuid nötige Zugsicherungssystem ETCS; Tests mit der ETCS-Softwareversion 2.3.0 fanden Anfang November 2007 in Belgien und den Niederlanden statt.[13] Aus dem gleichen Grund wird die HSL 3 zwischen Aachen und Lüttich erst seit 13. Dezember 2009 befahren.

Mit 25 Zügen pro Tag und Richtung betreibt das Unternehmen zwischen Paris Nord und Brüssel Midi ein dichtes Zugangebot. Die Züge erreichen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 213 km/h. Infolgedessen wurden die meisten kommerziellen Flugverbindungen zwischen diesen Städten eingestellt.[14]

Es werden täglich fünf internationale Zugpaare zwischen Köln (bzw. Essen oder Dortmund) und Paris angeboten, auf dem Teilabschnitt Köln–Brüssel ergänzt um vier ICE-Zugpaare der Linie ICE 79 Frankfurt–Brüssel. 2006 nutzten 6,5 Millionen Reisende die Züge, seit Gründung der Gesellschaft mehr als 55 Millionen.[2]

Billigmarke izy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein IZY-Zug passiert den Bahnhof von Longueau (Frankreich) ohne Halt.

Seit dem 3. April 2016 bietet Thalys unter der Marke izy ein an die französische Marke Ouigo angelehntes Billigangebot auf der Strecke Paris–Brüssel an.[15] Es werden täglich zwei beziehungsweise drei (freitags und sonntags) Zugpaare angeboten. Tickets sind ausschließlich online verfügbar. Die Preise liegen bei 10 Euro für einen Stehplatz, ab 15 Euro für einen Klappsitz, ab 19 Euro für einen Standard-Sitzplatz bzw. ab 29 Euro für einen komfortablen „XL“-Sitzplatz. Um Kosten zu sparen, verkehren die Züge in Frankreich nicht über die Hochgeschwindigkeitsstrecken, sondern über die Altstrecken. Die Fahrzeiten liegen bei 2:10 bis 2:30 Stunden.[16]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalys-Zug in Bourg-Saint-Maurice (französische Alpen)

1992 bestellten die Bahnen von Deutschland, Frankreich, Belgien und der Niederlande 37 Hochgeschwindigkeitszüge bei einer französischen Firmengruppe unter Führung von GEC-Alsthom im Gesamtwert von rund 1,4 Milliarden DM. Die Deutsche Bundesbahn beteiligte sich mit einem Investitionsvolumen, das drei dieser Züge entsprach.[17] Ende 1995 wurde der erste Mittelwagen der neuen Züge fertiggestellt.[18]

Der Betrieb zwischen Paris und Brüssel wurde im Juni 1996 aufgenommen, mit einer Reisezeit von 2:07 Stunden. Der Thalys löste den vorherigen Fernzug Étoile du Nord/"Nordstern" ab, der mindestens zweieinhalb Stunden benötigte. Erst mit der Inbetriebnahme der belgischen Hochgeschwindigkeitsstrecke 1997 verkürzte sich die Reisezeit auf 1:25 Stunden.[19]

Im ersten Betriebsjahr (1996) nutzten 1,6 Millionen Fahrgäste den Thalys. 1997 fuhren drei Millionen, 1998 bereits 4,7 Millionen Fahrgäste mit den Zügen. Am 25. März 1999 wurde der zehnmillionste Thalys-Fahrgast gefeiert. Rund 14.000 Menschen nutzten pro Tag diesen Zug. Zwischen Brüssel und Paris lag die Auslastung zu dieser Zeit bei 65 Prozent, zwischen Brüssel und Köln bei 50 Prozent.[20] Lag der Marktanteil der Schiene zwischen Paris und Brüssel 1994 bei 24 Prozent, lag er um 2000 bei 48 Prozent.[21]

Ende 1997 wurde (sechsmal täglich) Köln in das Thalys-Netz eingebunden.[20] In den ersten sechs Wochen des Jahres 1998 nutzten 62.000 Reisende die von bzw. bis Köln verkehrenden Thalys-Züge. Im Vergleich zur Vorjahresperiode nahm die Zahl der Fahrgäste (gegenüber dem zu dieser Zeit verkehrenden Eurocity-Angebot) um 15 Prozent zu. In der gleichen Periode, nach Inbetriebnahme der HSL 1, nahm die Zahl der Fahrgäste im Thalys-Netz um 72 Prozent auf eine halbe Million zu.[22]

1999 nahm die Zahl der Fahrgäste im Jahresvergleich um 5,5 Prozent auf 4,98 Millionen zu. Im internationalen Verkehr mit Deutschland und den Niederlanden wurde ein Zuwachs von 17 Prozent verzeichnet.[23]

Ende September 1998 wurde ein Zugpaar von/bis Düsseldorf verlängert.[24] Die Verlängerung nach Düsseldorf wurde Ende 2003 aufgegeben.[20] Während der Expo 2000 verkehrte samstags ein Thalys zwischen Hannover und Brüssel bzw. Paris.[25]

Im ersten Betriebsjahr in Deutschland nutzten rund 800.000 Fahrgäste die Züge. Die Prognosen seien damit um acht Prozent übertroffen worden. 70 Prozent der Kunden reisten zwischen Deutschland und Frankreich, zwei Prozent waren im Binnenverkehr zwischen Düsseldorf, Köln und Aachen unterwegs. Die durchschnittliche Auslastung zwischen Köln und Brüssel lag bei 50 Prozent.[24] Bis Anfang 1999 nutzten rund eine Million Reisende den Ast nach Köln bzw. Düsseldorf.[20] Bis Ende 2007 nutzen 8,5 Millionen Reisende das Zugangebot zwischen Köln und Paris.[26]

Ab Ende Mai 2000 wurde ein Zugpaar zwischen Brüssel und Genf eingeführt; samstags verkehrte zusätzlich ein Zugpaar zwischen Amsterdam und Valence.[23]

Im Jahr 2003 kam es erstmals in der Geschichte der Gesellschaft zu einem Fahrgastrückgang. In der ersten Jahreshälfte ging die Zahl der Fahrgäste um 3,6 Prozent zurück.[27] Durch ein geändertes Preissystem wurde darauf reagiert; seitdem sind konstant Fahrgastzuwächse zu verzeichnen.

Seit 13. Juni 2004 verkehren die Thalys als reine Nichtraucherzüge.[28]

Im Jahr 2004 nahm die Zahl der Reisenden um 3,9 Prozent auf 5,95 Millionen zu. Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent, auf 318 Millionen Euro. Im Verkehr mit Deutschland ging der Umsatz dabei um vier Prozent zurück.[29] 2005 erwirtschaftete das Unternehmen 335 Millionen Euro. Die durchschnittliche Auslastung zwischen Amsterdam und Paris lag bei 70 Prozent.[30]

Während der EU-Ratspräsidentschaft Frankreichs vom 1. Juli 2008 bis 31. Dezember 2008 verkehrten täglich zwei Thalys-Sonderzugpaare von Brüssel über den Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle nach Straßburg. Diese Züge durften jedoch nur von Mitgliedern und Mitarbeitern des EU-Parlaments benutzt werden.

Der Anteil der Thalys-Züge am Modal Split zwischen Paris und Brüssel liegt bei 50 Prozent.[31]

Zwischen Januar 2009 und Dezember 2010 wurden die Innenausstattung der Züge, die Außenlackierung, das Gastronomiekonzept und das gesamte Auftreten des Unternehmens modernisiert sowie die Zugbegleiter und Betreuer mit neuen Uniformen ausgestattet. Am 8. Januar 2009 ging der erste modernisierte Zug (PBA) auf die Schiene. Während der jeweils zehnwöchigen Umrüstung im SNCF-Ausbesserungswerk Lille erhalten die Züge auch eine ETCS-Ausrüstung (Level 2). Die geplanten Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf rund 100 Millionen Euro.[14]

Seit dem 29. August 2011 verkehrt je ein Zugpaar täglich über Köln hinaus bis nach Essen mit Halt in Düsseldorf und Duisburg;[32] es folgten zum 15. Dezember 2013 zwei weitere Zugpaare.[33] Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 sollten die bislang in Essen beginnenden bzw. endenden Zugpaare bis Dortmund verlängert werden.[34] Am 3. Dezember 2015 wurde bekannt, dass die Eröffnung der Thalys-Strecke ab Dortmund aufgrund des Stellwerkbrands in Mülheim auf Frühjahr 2016 verschoben wird.[35]

Im Jahr 2015 war geplant, das Thalys-Angebot in den belgischen Regionen Wallonie und Flandern zu reduzieren.[36]

Am 28. November 2015 fuhr ein Thalys-Sonderzug mit rund 100 Mitarbeitern des in der Bundesstadt Bonn angesiedelten Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von Bonn Hauptbahnhof zur UN-Klimakonferenz in Paris.[37]

Fahrgastzahlen und Umsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Fahrgäste
in Mio.
Umsatz
in Mio. EUR
1996 060[38]
1997 115[39]
1998 4,72[40] 190
1999 4,98[41] 220
2000 5,5[42] 266
2001 5,8[43] 294
2002 6,0[44] 310
2003 5,8[45] 301
2004 5,95[46] 318
2005 6,15[47] 335
2006 6,5[48] 363
2007 6,2[49] 364
2008 6,5[50] 392
2009 6,07[51] 382
2010 6,45[52] 432
2011 6,6[53] 470
2012 6,6[54] 479
2013 6,69[55] 487[56]

Fahrkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalys Store&More am Hauptbahnhof Düsseldorf

Wegen des Ausstieges der Deutschen Bahn wurde zum 9. Juni 2013 der Vertrieb von Thalys-Fahrscheinen durch die Bahn eingestellt.[8] Fahrscheine sind weiterhin im Zug (25 Euro Aufpreis), telefonisch bei Thalys selbst für die gleichen Zeiträume wie beim Internetverkauf (s. u.), der französischen (SNCF), der niederländischen (NS) und der belgischen Staatseisenbahn (NMBS/SNCB), einigen Reisebüros[5] (ebenfalls mit Aufschlag) und im Internet bis maximal drei Monate im Voraus erhältlich.

Am Hauptbahnhof Köln (im Gebäude gegenüber dem Haupteingang des Bahnhofs) gibt es seit dem 22. Oktober 2012 einen Thalys Store&More.[57] Dieser agiert als normales Reisebüro mit den o. g. Einschränkungen und verlangt selbst für eigene Züge einen Zuschlag.

Weitere Verkaufsstellen von Thalys Store&More existieren im Hauptbahnhof Aachen sowie neben dem Hauptbahnhof Düsseldorf (Bertha-von-Suttner-Platz, Südeingang).

Service an Bord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittagessen in der ersten Klasse

Im Thalys gibt es, wie bei den meisten Bahnen in Europa, zwei Wagenklassen. Thalys bezeichnet sie nicht wie üblich als „erste Klasse“ und „zweite Klasse“, sondern als Comfort 1 und Comfort 2.

Im Thalys werden bei Fahrten in der ersten Klasse (Comfort 1) je nach Tageszeit Frühstück, Speisen (analog zum Flugzeug) oder Knabbereien sowie Getränke, darunter auch Wein und Bier, gereicht. Weiterhin gibt es hier außer an Sonntagen eine große Auswahl von Tageszeitungen.

Zwischen Paris und Brüssel bzw. in der Gegenrichtung wird unmittelbar nach der Abfahrt ein Erfrischungstuch (verbunden mit der Möglichkeit, am jeweiligen Zielbahnhof des Abschnitts im Voraus ein Taxi zu einem erhöhten Tarif vorzubestellen) und kurz vor der Ankunft noch gratis Schokolade angeboten.

Thalys bietet seit Ende 2008 in allen Zügen WLAN-Internetzugang (gekennzeichnet durch „Wifi Inside“ am Fenster). Ursprünglich war der WLAN-Zugriff für Fahrgäste je nach Fahrkarte gebührenpflichtig, per Online-Zahlung oder Erwerb einer Codekarte bei Thalys.[58] Seit April 2016 sind die Züge mit einem neuen WLAN-System ausgerüstet, das für alle Fahrgäste kostenlos ist.[59]

Auf den zwischen Paris und Köln verkehrenden Zügen sollten ab 2008 vier Fahrradstellplätze je Zug geschaffen werden. Dies ist bisher noch nicht umgesetzt worden.[60]

Das bordeigene kostenfreie Magazin Thalyscope informiert in aktuellen Ausgaben über Veranstaltungen und Sehenswertes an den Thalys-Destinationen.

Thalys Lounge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalys betreibt eigene Lounges in Brüssel, Köln, Aachen und Paris. Die jüngste, am 9. Juli 2015 eröffnete Lounge am Gare du Nord liegt in der Rue de Dunkerque und bietet Reisenden eine Vielzahl an Services wie freies WiFi oder einen Gepäckaufbewahrungsservice. Für Geschäftsreisende steht ein voll ausgestatteter Meeting-Raum für bis zu sechs Personen bereit.

Bewaffneter Angreifer in einem Thalys-Zug 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Anschlag im Thalys-Zug 9364

Am Abend des 21. August 2015 ereignete sich im belgisch-französischen Grenzgebiet ein Anschlag in einem Thalys, als ein in Brüssel zugestiegener Mann[61] mit einer Kalaschnikow auf andere Passagiere schoss und sie mit einem Messer attackierte.[62] Nachdem er drei Menschen verletzt hatte,[61] wurde er von Passagieren überwältigt und von der Polizei festgenommen.[62]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alleo, das Gegenstück für die Achse Paris–Ostfrankreich–Süddeutschland (POS)
  • Railteam, ein internationaler Zusammenschluss zur Stärkung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Bauchhenss: Konkurrenz für den Thalys. Nach Streit – ICE 3 fährt nun nach Belgien, In: LOK MAGAZIN, München Jg. 42/2003, Nr. 256, S. 14–15 ISSN 0458-1822
  • Thomas Feldmann: Gekuppelt wird mit Hand. Thalys Duplex 2N, In: LOK MAGAZIN, München Jg. 44/2005, Nr. 280, S. 48–49 ISSN 0458-1822

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thalys – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thalysname for company / product brand, globrands.com, abgerufen am 22. August 2015
  2. a b Deutsche Bahn übernimmt Anteil bei Thalys International. Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom 19. Juni 2007
  3. Keith Fender: DB unveils plans for London services. In: Modern Railways. Bd. 67, Nr. 747, 2010, ISSN 0026-8356, S. 68 f.
  4. DB steigt Ende März aus dem Thalys aus, gruene-aachen.de, 8. Februar 2012, Zugriff am 24. Februar 2012
  5. a b Railteam – Versprechen und Wirklichkeit. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 7, Juli 2013, ISSN 1421-2811, S. 356.
  6. „Die Bahn steigt beim Thalys aus“, Aachener Nachrichten, 4. Februar 2012, abgerufen am 2. April 2012.
  7. Ausstieg bei Thalys. In: Der Eisenbahn Ingenieur. Nr. 3, 2012, S. 88.
  8. a b Dieter Fockenbrock: Verzögerungen auch beim Doppelstock-IC. In: Handelsblatt. Nr. 93, 16. Mai 2013, ISSN 0017-7296, S. 17.
  9. Thalys fährt ab August von Düsseldorf nach Paris, rp-online.de, 25. Dezember 2010
  10. Brian Perren: High-speed rail gains from air. In: Modern Railways. Bd. 65, Nr. 719, 2008, ISSN 0026-8356, S. 58 f.
  11. Meldung Neues Thalys-Angebot. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 2/2000, ISSN 1421-2811, S. 81
  12. Nouveau: Lille-Amsterdam en Thalys dès avril 2014, Thalys-Pressemitteilung vom 27. September 2013, abgerufen am 16. Januar 2014
  13. „Thalys test in Nederland en België“, Pressemitteilung von HSL Zuid vom 9. November 2007
  14. a b Brian Perren: Thalys metamorphosis. In: Modern Railways. Bd. 66, Nr. 726, 2009, ISSN 0026-8356, S. 64 f.
  15. Webseite izy (engl.)
  16. Izy budget Paris – Brussels train service to offer €10 standing tickets. railwaygazette.com, 1. März 2016, abgerufen am 2. März 2016.
  17. Meldungen. In: Die Bahn informiert. Nr. 4, 1992, ZDB-ID 2003143-9, S. 16.
  18. Thaly (sic!): Erster Wagen fertiggestellt. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Hamburg 45.1996, Nr.1/2, S. 5. ISSN 0013-2845
  19. Laurent Vermeersch: Bruxelles, Petit Paris. Bruzz Ausgabe 1525 vom 2. Juni 2016, Seiten 7-8
  20. a b c d Thalys: 10 Millionen Passagiere. In: Eisenbahntechnische Rundschau. Hamburg 48.1999, Nr. 6, S.399 f. ISSN 0013-2845.
  21. Grußwort. In: Zum Thema, ZDB-ID 2115698-0, Ausgabe 3/2001, Juni 2001, S. 3.
  22. Meldung Erfolgreicher Thalys. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5, 1998, ISSN 1421-2811, S. 206
  23. a b Meldung Thalys auf Erfolgskurs. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2000, ISSN 1421-2811, S. 229.
  24. a b Meldung Positive Thalys-Bilanz. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 1/2, 1999, ISSN 1421-2811, S. 2
  25. Neue Zeiten, neue Züge. In: mobil. Hamburg 2000,5, S. 10. ISSN 1615-0295
  26. Köln–Paris: Thalys feiert 10. Geburtstag. In: DB Welt. Berlin 2007,12, S. 23.
  27. Meldung Thalys mit Passagierrückgang. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2003, ISSN 1421-2811, S. 457.
  28. Meldung Thalys und TGV rauchfrei. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/2004, ISSN 1421-2811, S. 328.
  29. Meldung Thalys legt zu. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2005, ISSN 1421-2811, S. 184.
  30. Meldung Thalys mit 2005 zufrieden. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 4/2006, ISSN 1421-2811, S. 188.
  31. Internationaler Eisenbahnverband: High speed rail: Fast track to sustainable mobility. 28-seitige Broschüre mit Stand Februar 2008, Paris 2008 bzw. 2010 http://www.uic.org/download.php/publication/521E.pdf, S. 5
  32. Thalys verbindet das Ruhrgebiet mit Paris, DerWesten, abgerufen am 23. Dezember 2010.
  33. [1], Ostbelgien direkt, abgerufen am 22. August 2014.
  34. Thalys-Schnellzüge verbinden Dortmund mit Paris, DerWesten, abgerufen am 30. August 2015.
  35. Start der Thalys-Strecke Dortmund – Paris verzögert sich, DerWesten, abgerufen am 4. Dezember 2015.
  36. Einstellung von Thalysverbindungen (frz.) 2015
  37. Auf dem Weg zum Klimagipfel: Sonderzug von Bonn nach Paris. Bundesstadt Bonn, 8. Dezember 2015, abgerufen am 9. Mai 2016.
  38. Hans Botman: Thalys raast door. In: Algemeen Dagblad, 27. März 1999, S. 49. 
  39. Harry Van Gelder: Belgen, Fransen, Duitsers en Nederlanders exploiteren hogesnelheidslijn liever samen; Europese spoorbedrijven verwerpen concurrentie. In: De Volkskrant, 26. März 1999, S. 2. 
  40. Thalys trook 57 procent meer treinreizigers in 1998; NMBS: Internationaal treinverkeer zit duidelijk in de lift.. In: De Financieel-Economische Tijd, 20. Januar 1999, S. 26. 
  41. Thalys vervoert bijna 5 miljoen passagiers. In: NRC Handelsblad, 8. Februar 2000, S. 15. 
  42. Opnieuw goed jaar voor Thalys. In: De Financieel-Economische Tijd, 10. Januar 2001, S. 9. 
  43. Lolke Van der Heide: Vliegen zonder vleugels ; Hogesnelheidstrein komt nog niet los van strijd om nationaal belang. In: NRC Handelsblad, 27. Juli 2002, S. 11. 
  44. Thalys: zes miljoen passagiers in 2002. In: Nieuws.nl, 6. Januar 2003. 
  45. Thalys vervoert minder passagiers. In: BN/De Stem, 16. Januar 2004. 
  46. Recordjaar voor Thalys. In: Rotterdams Dagblad, 20. Januar 2005, S. 716. 
  47. Kort Nieuws. In: AD/Algemeen Dagblad, 3. Januar 2006, S. 15. 
  48. 6,5 miljoen reizigers voor Thalys. In: De Tijd, 10. Januar 2007, S. 4. 
  49. Thalys verliest reizigers maar behoudt omzet. In: De Tijd, 16. Januar 2008, S. 6. 
  50. Thalys.com 2008 (PDF; 37 kiB)
  51. Volkskrant (2011)
  52. Volkskrant (2011)
  53. Thalys.com 2012 (PDF; 208 kiB)
  54. „Thalys: Umsatzplus von 2,1 Prozent im Geschäftsjahr 2012“, Thalys.com (PDF; 202 kiB), Pressemitteilung vom 21. Februar 2013
  55. Persbericht resultaten 2013, Rotterdam (PDF); 17. Februar 2014
  56. Treinreiziger.nl, 17. Februar 2014
  57. Bahnhofsvorplatz 1
  58. Thalys-Züge: Im Internet surfen bei 300 km/h. 4. Dezember 2008, abgerufen am 30. Juni 2016.
  59. INFO & SERVICE Nutzen Sie WiFi auf all unseren Strecken! Abgerufen am 30. Juni 2016.
  60. Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.: Neuer Fahrplan, weniger Fahrradmitnahme. Presseinformation vom 6. Dezember 2007
  61. a b Statement regarding the incident of 21/08. In: Internetseite von Thalys. 08-22-2015, abgerufen am 22. August 2015 (englisch).
  62. a b Frankreichs Innenminister bezeichnet Angreifer als Terroristen. In: Zeit Online. 22. August 2015, abgerufen am 22. August 2015.