Adaptive Erwartungen

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Adaptive Erwartungen sind in der Volkswirtschaftslehre Erwartungen, die aus Vergangenheitswerten gebildet werden. Sie sind Ergebnis eines Lernverhaltens, bei dem Individuen ihre früheren Erwartungen mit der Realität vergleichen und entsprechend anpassen.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im weiteren sei die Erwartung bezüglich einer beliebigen ökonomischen Größe, die frühere Erwartung bezüglich dieser Größe und die Realisation in einer Periode . Ist die Erwartung adaptiv, berechnet man sie als

.

Dabei ist eine Zahl zwischen Null und Eins, die die Stärke der Fehlerkorrektur beschreibt: Bei einem Wert von Null findet keine Fehlerkorrektur statt, bei einem Wert von Eins wird die frühere Erwartung vollständig revidiert.

Durch Rekursion der obigen Formel, also wiederholtes Einsetzen, erhält man den folgenden Ausdruck:

Somit entspricht die aktuelle Erwartung einem gewichteten arithmetischen Mittelwert aller früheren Realisationen.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Art des zugrundeliegenden stochastischen Prozesses können adaptive Erwartungen mit rationalen Erwartungen übereinstimmen. Unter der starken Annahme, das zugrundeliegende ökonomische Modell sei bekannt, sind rationale Erwartungen den adaptiven überlegen. Ist das zugrundeliegende Modell unbekannt, haben adaptive Erwartungen den Vorteil, dass sie dauerhafte Fehler in der Erwartungsbildung vermeiden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Evans, G. W. und G. Ramey (2006) Adaptive Expectations, Underparameterization and the Lucas Critique. Journal of Monetary Economics, Vol. 53, S. 249-264.