Uninvited

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Uninvited
Entwickler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten ICOM Simulations
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mindscape
JapanJapan Kemco (NES-Version)
Erstveröffent-
lichung
1986 (Macintosh)
1987 (Amiga, Atari, IIgs und DOS)
1988 (C64)
1991 (NES)
1993 (Windows)
2002 (Windows Mobile)
Plattform Apple Macintosh, Apple IIgs, Atari ST, C64, Amiga, DOS, NES, Windows 3.x, Windows Mobile
Spiel-Engine MacVenture
Genre Adventure (Point and Click)
Thematik Geisterhaus
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Maus & Tastatur, Gamepad
Medium 3,5" Disketten bzw. Cartridge
Sprache Englisch

Uninvited ist ein 1986 von ICOM Simulations für den Apple Macintosh entwickeltes Computerspiel. Die Handlung des Point-and-Click-Adventure spielt in einem abgelegenen Geisterhaus in Schottland.

Das Spiel wurde von seinem US-amerikanischen Entwickler in den folgenden Jahren auf zahlreiche weitere Systeme portiert. Unter anderem auch als Konsolenversion für das NES. Das Spiel ist das zweite aus einer Serie von insgesamt vier Adventures auf Basis der MacVenture-Engine.

Handlung[Bearbeiten]

Auf einer nächtlichen Straße blockiert plötzlich eine seltsame Gestalt die Fahrbahn. Die Spielerfigur versucht auszuweichen, gerät aber mit dem Wagen ins Schleudern. Die Steuerung durch den Spieler setzt sein, als dieser gerade wieder zu Bewusstsein kommt. Ein jüngerer Bruder (in der NES-Version eine ältere Schwester) scheint aus dem schwer beschädigten Fahrzeug verschwunden zu sein, welches dann auch binnen kurzer Zeit in Flammen aufgeht. Es gibt keine andere Wahl, als das große alte Herrenhaus zu betreten, vor dem sich der Unfall ereignet hat, um den Bruder zu finden oder Hilfe zu holen.

Das Haus erstreckt sich über zwei Stockwerke und einen Turm, dessen Räume der Spieler in weitgehend frei wählbarer Reihenfolge erkunden kann. Die Einrichtung scheint überwiegend aus dem frühen 20. Jahrhundert zu stammen. Einige Räume sind jedoch moderner eingerichtet und deuten darauf hin, von jemand Jüngerem bewohnt worden zu sein. Im Hinterhof gibt es noch drei weitere Orte zu entdecken. Ein Observatorium, ein Gewächshaus und eine kleine Kapelle, von der ein Weg hinaus zum Friedhof führt. In der Regel hat man bis dahin aber schon feststellen können, dass die Toten hier nicht auf dem Friedhof ruhen, sondern überall im Haus anzutreffen sind.

Im Spielverlauf stellt sich heraus, dass dieses Haus von einem Magiekundigen mit zahlreichen Lehrlingen bewohnt wurde. Der Begabteste unter ihnen, Dracan, ließ sich von dunklen Mächten dazu verleiten, alle anderen durch Magie zu töten, die nun als Schatten oder Untote auf dem Anwesen umhergeistern.

Die Aufgabe des Spielers besteht darin, Rätsel zu lösen, durch Einsammeln und Verwenden verschiedener Gegenstände alle zunächst nicht erreichbaren oder verschlossenen Räume des Spiels nach und nach zugänglich zu machen und den vermissten Bruder zu retten. Wie bei allen Spielen der MacVenture-Engine gibt es dafür ein Zeitlimit. Das Böse gewinnt immer weiter an Einfluss und verwandelt letztlich auch den Spieler in einen Zombie, wenn dieser das Limit überschreitet.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Das erste Adventure auf der Mac-Venture Engine, Déjà Vu: A Nightmare Comes True, war erfolgreich und brachte viele positive Reaktionen zur dort neu eingeführten Point-and-Click-Technik, mit der ein Adventure ganz ohne Texteingaben allein mit der Maus gesteuert werden konnte. Diesen Erfolg wollte man bei ICOM mit einem anderen Thema nochmal wiederholen oder übertreffen.

Uninvited für Apple Macintosh erschien mit schwarz-weiß-Grafik und noch ohne Sound. Bei späterer Portierung wurde nicht nur die Grafik verbessert und durch Sound ergänzt, sondern vor allem für das NES auch die Geschichte selbst überarbeitet. Neben Details, wie der schon oben erwähnten Änderung vom Bruder zur vermissten Schwester, zusätzlichen Texthinweisen, die das Lösen der Rätsel erleichtern sollen, ist die wohl größte Veränderung, dass es auf dem NES kein zwingendes Zeitlimit gibt. Eine Frist beginnt zu laufen, wenn man den Rubin im Schlafzimmer an sich nimmt. Sie kann aber wieder abgebrochen werden, wenn man ihn zurücklegt. Der Spieler hat also die Wahl, auf dieses Spielelement zu verzichten.

Zur Zeit der Veröffentlichung für das NES galten bei Nintendo of America sehr strenge, von vielen Entwicklern als Zensur empfundene Inhalts-Richtlinien.[1] Einige Änderungen der NES-Version erfolgten auch im Hinblick darauf. So wurden die in anderen Versionen abgebildeten Pentagramme in Sterne getauscht, ein Kreuz durch einen Kelch ersetzt, ein weiteres Kreuz aus der Hintergrundgrafik ersatzlos entfernt. Die Adresse „Master Crowley, 666 Blackwell Road, Loch Ness, Scotland“ auf lediglich „Master Crowley“ verkürzt. Hierbei wurde (vielleicht absichtlich) übersehen, dass die Anspielung auf den englischen Okkultisten Aleister Crowley noch immer erkennbar ist.

Es gab für kurze Zeit das Gerücht, für das NES werde noch ein zweiter Teil erscheinen. Angeblich war aber von den Entwicklern nie eine Fortsetzung geplant.

Reaktionen und Kritik[Bearbeiten]

Die Zeitschrift Data Welt lobte an der Amiga-Version ihre Benutzerfreundlichkeit, gute Graphik und den atmosphärischen Sound. Das Spiel sei sogar noch besser als Déjà Vu[2]. Ebenso die Bewertung in Computer Gaming World, die nochmal ausdrücklich die Einfachheit der Maussteuerung und damit deren Überlegenheit im Vergleich zu Adventures mit Texteingaben hervorhebt.[3] Das Magazin The Dragon urteilte „a truly horrifying adventure game and mystery that’ll leave you shivering in the dark“[4]

Aus Spielersicht scheinen die Rätsel nicht immer logisch, da die Geschichte weitgehend auf Magie basiert. Nachdem die Handlung des Spiels nicht linear verläuft, wirkt das Spielende mehr oder weniger abrupt.

Trivia[Bearbeiten]

In der NES Version, wenn der Spieler den Phonographen im Spielzimmer einschaltet, ist die Titelmelodie von Shadowgate zu hören, einem weiteren für NES erschienenen MacVenture-Spiel.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steven A. Schwartz und Janet Schwartz, „The Parent's Guide to Video Games“ in „Prima Lifestyles“, 1994 (vgl. Nintendo of America's Video Game Content Guidelines auf filibustercartoons.com)
  2. Thomas Tai in Data Welt, Juli/August 1987, S. 174-175
  3. Roy Wagner, „Uninvited“ in Computer Gaming World, August-September 1987, S. 40–41
  4. Hartley and Pattie Lesser, "The Role of Computers" in The Dragon Nr. 116, Dezember 1986, S. 69–76