Victor Perez

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Victor Perez

Victor Perez auch Young Perez, Geburtsname Victor Younki (* 18. Oktober 1911 in Tunis; † 22. Januar 1945 in Gleiwitz) war ein tunesischer jüdischer Boxer. Er war Fliegengewichtsweltmeister 1931/1932.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victor Perez wuchs in dem jüdischen Viertel von Tunis Dar-El Berdgana gemeinsam mit vier Geschwistern auf. Sein älterer Bruder Benjamin Perez war ebenfalls Boxer. Beide kämpften für den Sportverein Makkabi.

Perez zog 1927 nach Paris, weil er dort bessere Trainingsmöglichkeiten fand. Im Juni 1931 gewann er in Paris als erster Boxer aus Nordafrika die Meisterschaften und im selben Jahr auch die Weltmeisterschaft, bei der er Frankie Genaro in der 2. Runde k.o. schlug. Ein Jahr später verlor er den Titel wieder in einem Kampf gegen den Engländer Jackie Brown. Danach sattelte er um auf die Gewichtsklasse Bantamgewicht, in der er aber 1934 den Weltmeisterschaftskampf gegen den Panamesen Panama Al Brown verlor. Bis 1938 setzte er seine Karriere als Profiboxer fort.

Am 10. Oktober 1943 wurde er aus dem Sammellager Drancy ins KZ Auschwitz deportiert. Laut Financial Times soll er in Auschwitz 140 Boxkämpfe vor Angehörigen der SS-Wachmannschaften bestritten haben und dabei ungeschlagen geblieben sein. Auf dem Todesmarsch nach der Auflösung des Konzentrationslagers wurde er erschossen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986 wurde er in der International Jewish Sports Hall of Fame eingetragen
  • Das Institut National des Sports in Paris benannte seine Boxhalle nach ihm

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben von Perez wurde von Jaques Quaniche mit Brahim Asloum als Perez 2015 unter dem deutschen Titel "Der Boxer von Auschwitz" verfilmt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder des Boxstalls Joe Guez. Im Vordergrund Victor Peréz
  • Diethelm Blecking: „Young“ Perez - Ein Boxweltmeister in Auschwitz, in: Diethelm Blecking, Lorenz Peiffer (Hrsg.) Sportler im „Jahrhundert der Lager“. Profiteure, Widerständler und Opfer. Göttingen : Die Werkstatt, 2012, S. 261–264

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]