Zugführer (Bahn)

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Der Zugführer eines IC gibt das Abfahrsignal. Er ist an dem roten Zugführerärmelstreifen zu erkennen.
Ein Zugführer in den USA
Zugführer der Deutschen Reichsbahn um 1928
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Mit Zugführer (betriebliche Bezeichnung der Deutschen Bahn und in der Schweiz, Zf), Zugchef (verkehrliche Bezeichnung im Fernverkehr Deutsche Bahn, neue Bezeichnung in der Schweiz) oder Zugsführer (Österreich) bezeichnet man bei einem Eisenbahnunternehmen einen Mitarbeiter, dem die Verantwortung für die Sicherheit und ordnungsgemäße Abwicklung einer Zugfahrt übertragen ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Zeiten der deutschen Ländereisenbahnen wurde der Zugführer auch als Kondukteur bezeichnet, in der Schweiz trifft das heute noch bei einigen Bahnen zu.

1924 wurde bei der Deutschen Reichsbahn der rote, über die Schulter getragene Gurt als Uniformteil und allgemeine Kennzeichnung für den Zugführer verbindlich eingeführt.[1]

Bis 1969 hatten in Deutschland auch Güterzüge einen eigenen Zugführer, mit einer Änderung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung 1969 wurden die Aufgaben des Zugführers während der Fahrt hier dem Triebfahrzeugführer übertragen.

Der Schwerpunkt der Aufgaben des Zugführers lag ursprünglich darin, im Bahnbetrieb die Sicherheit der Zugfahrt zu gewährleisten. Inzwischen hat sich, vor allem in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn, als zweiter Tätigkeitsschwerpunkt der Service für Reisende herausgebildet.

Deutsche Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Zugführer (bei der DB Fernverkehr AG Zugchef) obliegt zusammen mit den Zugschaffnern (bei der DB Fernverkehr AG Zugbetreuer), die Fahrausweiskontrolle. Der Zugführer ist an seiner roten Armbinde ("Zugführerärmelstreifen[2]", früher: rote Schärpe) zu erkennen. Der Zugführer ist gegenüber allen Mitarbeitern im Zug weisungsbefugt.

Im betriebssicherheitlichen Bereich obliegt dem Zugführer die Zugaufsicht. In dieser Eigenschaft muss er vor der Abfahrt die Abfahrbereitschaft des Zuges feststellen und dem Triebfahrzeugführer den Abfahrauftrag mit dem Abfahrsignal Zp 9 oder mündlich erteilen (siehe dazu Zugaufsicht). Wenn eine örtliche Aufsicht vorhanden ist, nimmt diese meistens die Zugaufsicht wahr.

Die Ausbildung zum Zugführer beinhaltet u. a. den Bahnbetrieb mit den Teilbereichen Rangieren inkl. Kuppeln, Behandeln (Einstellung) der Bremsen im Zug, Berechnen der Bremshundertstel, Erstellen des Bremszettels und der Wagenliste sowie die technische Wagenkunde und nicht zuletzt Fahrausweisverkauf und -kontrolle sowie Service im Kundenbereich.

Im Regionalverkehr werden Kundenbetreuer im Nahverkehr (KiN) eingesetzt. Diese ersetzen den traditionellen Zugschaffner.

Benötigt ein Zug aufgrund von technischen Einrichtungen (Technikbasiertes Abfertigungsverfahren) keinen Zugführer, übernimmt der Triebfahrzeugführer die betriebssicherheitliche Verantwortung und ist damit zugleich Zugführer. Das ist bei den meisten Güterzügen und in vielen S-Bahnen sowie zunehmend im Regionalverkehr der Fall.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wurde die Berufsbezeichnung in Zugchef und Reisezugbegleiter aufgeteilt.

Wissenswert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zugführer ist nicht mit dem Triebfahrzeugführer zu verwechseln, der den Zug fährt, was auch in der öffentlichen Berichterstattung regelmäßig geschieht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reichsbahndirektion in Mainz (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 26. April 1924, Nr. 17. Bekanntmachung Nr. 393, S. 227.
  2. DB Ril 408.0301, Bekanntgabe 10A zu 01.12.2012