Artland-Gymnasium

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Artland-Gymnasium
AGQ-Perspektive.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1354
Adresse

Am Deich 20

Ort Quakenbrück
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 40′ 19,2″ N, 7° 57′ 55,6″ O52.6727.9654305555556Koordinaten: 52° 40′ 19,2″ N, 7° 57′ 55,6″ O
Schüler 850
Lehrkräfte 61
Leitung Manfred Ernst
Website artland-gymnasium.de

Das Artland-Gymnasium in Quakenbrück (AGQ) ist eine weiterführende Schule in der Region Samtgemeinde Artland (Landkreis Osnabrück, Niedersachsen) für Schüler der Klassen bzw. Jahrgänge 5 bis 12. Das Gymnasium geht zurück auf eine 1354 erstmals erwähnte Lateinschule und gehört damit zu den ältesten Schulen Niedersachsens.[1][2]

Ausgehend von der Basketball-Schülermannschaft des AGQ entwickelte sich Quakenbrück mit den Artland Dragons zu einer Basketball-Hochburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Artland-Gymnasium beziehungsweise seine Vorgänger waren über Jahrhunderte die einzige weiterführende Schule im Osnabrücker Land.

Bislang konnte nicht abschließend geklärt werden, wann die erste höhere Lehranstalt in Quakenbrück entstand. Sicher ist, dass 1354 ein rector scolarum in Quakenbr. (Schuldirektor in Quakenbrück) urkundlich erwähnt wird.[3] Die Chronisten sind sich einig, dass es sich dabei um eine Einrichtung des Stiftskapitels St. Sylvester handelte, die ursprünglich für den geistlichen Nachwuchs zu sorgen hatte. Spätestens seit 1507 muss sich die Stadt beteiligt haben, was aus einer Reihe von Rechnungen hervorgeht. Bis zum Jahr 1893 war die Schule in einem Anbau an die Quakenbrücker St. Sylvester Kirche untergebracht.

1647 kam es durch den Dechanten Vitus Büscher zu einer Neugestaltung des Schulwesens. Die alte Lateinschule wurde mit der evangelischen Volksschule zusammengefasst, daneben blieb eine katholische Schule bestehen. Als im Lauf des 19. Jahrhunderts das Monopol des Lateinunterrichts fiel, beantragte der Quakenbrücker Magistrat die Umwandlung in ein Progymnasium, das 1832 mit drei Lehrern, drei Klassen und 40 Schülern seinen Betrieb aufnahm, dessen Schülerzahl sich indes stetig verringerte, bis über die „berechtigte höhere Bürgerschule“ zum Realgymnasium vorantrieb und steigende Schülerzahlen erreichte.

1874 zog die Schule in einen Neubau an der Gr. Mühlenstraße um, der in der Folgezeit mehrfach erweitert und umgebaut wurde. 1964 wurde abermals ein Neubau notwendig, nachdem die Schülerzahl auf 550 angestiegen war.

Die Stadt Quakenbrück stellte ein 3,04 Hektar großes Gelände im Südosten des Stadtkerns von Quakenbrück, nur wenige hundert Meter vom Marktplatz entfernt, zur Verfügung. Der Landkreis erstellte das Gebäude für eine Bausumme von knapp 7 Millionen DM, es entstand ein für rund 700 Schüler ausgerichteter Schulkomplex mit Sporthalle sowie eine Aula mit Bühne und Orchestergraben, die auch vom Kulturring der Stadt für Theaterveranstaltungen genutzt wird. Die Einweihung der Schule erfolgte am 20. Januar 1967, die Festansprache hielt der Quakenbrücker und damalige Minister für Wirtschaft und Verkehr, Karl Möller.

Das AGQ heute[Bearbeiten]

An der Schule werden rund 800 Schüler von 55 Pädagogen unterrichtet und in Kursen und Arbeitsgemeinschaften betreut. Die Schulanlage verfügt eine Pausenhalle, Sporthalle, Jugendbibliothek, Bibliothek für Klassen 8-13, Aufenthaltsraum für die Oberstufe und einen Schulgarten. 2008 wurde die neue mehr als 600.000 Euro teure Mensa eingeweiht. Derzeit wird eine neue Aula errichtet, nachdem die alte abgerissen wurde.

Lage[Bearbeiten]

Das AGQ liegt im Südosten von Quakenbrücks Altstadt, „Am Deich“ in der Nähe des Flusses Kleine Mühlenhase und dem Deichsee, aber auch in Gehweite zur Innenstadt, zum Bahnhof und zu den anderen Verkehrsverbindungen.

Profil[Bearbeiten]

Über den normalen Unterricht hinaus bietet das Artland-Gymnasium zusätzliche Lernangebote im mathematisch-naturwissenschaftlichen, im sprachlichen, im musischen und im Sport-Bereich. So gibt es eine Naturkunde- und eine Garten-AG, eine Lese- und eine Englisch-AG, Computer-AGs für die Pflege der Schulhomepage und für Textverarbeitung. Es gibt Musikgruppen (Chor, Schulband) und eine Theater-AG ("Studiobühne"), Sport-Arbeitsgemeinschaften (Kanu- und Volleyball-AG), die Schülerzeitung-AG "Q-Side", die Schülerfirmen "SHS" (Schüler helfen Schülern) und InSeCo (Internet, Service und Computer)und eine Streitschlichter-.

Seit dem Schuljahr 2005/06 wird bilingualer Unterricht angeboten, für die Jahrgangsstufen 7 und 8 im Fach Erdkunde und für die Jahrgangsstufe 9 und 10 im Fach Geschichte.

Im Zuge der Umwandlung des AGQ zu einer Ganztagsschule im Schuljahr 2008/09 wurden weitere Arbeitsgruppen (Energiesparen, Tastaturschreiben am PC, Basketball, Fußball, Französisch, Naturkunde, Töpfern) eingerichtet und das Förderkonzept für die Klassen 5 und 6 erweitert.

Schülerfirma[Bearbeiten]

2005 erfolgte im Politikunterricht der 10. Klasse die Gründung einer Schülerfirma, an der sich mehr als 15 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10, 11 und 12 beteiligten. Die Schülerfirma firmiert unter der Bezeichnung SHS - Schüler helfen Schülern; als Geschäftzweck entschieden sich die Gründer für die Leistung von Förderunterricht, insbesondere für die jüngeren Schüler des AGQ.[4]

Schülerzeitung[Bearbeiten]

Die Schülerzeitung heißt Wendeblatt und erscheint online.[5]

Schüleraustausch[Bearbeiten]

Seit den 1950er Jahren besteht ein Schüleraustausch mit dem Lycée Alain in Alençon in der Normandie, aus der die Städtepartnerschaft Quakenbrück - Alençon hervorgegangen ist.

Basketball[Bearbeiten]

Basketball wurde am Artland-Gymnasium etwa ab 1954 gespielt. Im Jahr darauf waren es zwei Sportbegeisterte, die durch Zeitungsartikel für das damals moderne „Ballspiel aus den USA“ warben und eine Interessengemeinschaft gründeten, die sich dem Quakenbrücker TSV (QTSV) anschloss.

Ehemalige[Bearbeiten]

  • Ludger Brokamp, ehemaliger Ortsvorsteher in Cappeln

Der Verein Ehemaliger Quakenbrücker Schülerinnen und Schüler e.V. wurde 1904 gegründet und hat über 1200 Mitglieder.[6]

Schulstiftung[Bearbeiten]

Zum 100-jährigen Jubiläum des Ehemaligenvereins 2004 wurde die Stiftung Artland-Gymnasium als allgemeine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet, deren Ziel es ist, das Artland-Gymnasium bei der Erreichung seiner Bildungsziele zu unterstützen.[7]

Schulleiter[Bearbeiten]

  • 1868–1884 Theodor Gessner
  • 1884–1894 Winter
  • 1994–1908 Fastenrath
  • 1908–1910 Richard Bindel
  • 1910–1916 Weyel
  • 1919–1947 Theodor Heckmann
  • 1948–1954 Wilhelm Benter
  • 1955–1974 Gerhard Hesselbarth
  • 1975–1981 Tiemann
  • 1982–1986 Walter Domke
  • 1986–1987 Armin Witthaus
  • 1988–1994 Eckehart Knop
  • 1995–2003 Claus Peter Poppe
  • seit 2003 Manfred Ernst

Bekannte ehemalige Schüler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • 625 Jahre Artland-Gymnasium Quakenbrück – zwischen Tradition und Wandel. 1354 – 1979.
  • 650 Jahre Artland-Gymnasium Quakenbrück. 1354 – 2004.
  • Artland-Gymnasium Quakenbrück. Einblicke. (mindestens seit 1995): Ausgabe 1995/96, 1997/98, 1999/2000, 2001/2002, 2002/2003, 2004/2005, 2005/2006, 2006/2007, 2007/2008
  • Chronik „Von der alten Lateinschule zum Artland-Gymnasium Quakenbrück“ (2004)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ignatz Imholte (Hsg.): 625 Jahre Artland-Gymnasium Quakenbrück zwischen Tradition und Wandel. Druckhaus Fromm, 1979.S. 13 f.
  2. Schulprogramm (PDF; 82 kB)
  3. Richard Bindel: Geschichte der höheren Lehranstalt in Quakenbrück. 1904 in Verbindung mit einem umfangreichen Schriftwechsel des Magistrats mit dem königlichen Provinziel-Schul-Kollegium in Hannover (StAOs Dep 50b Nr. 2191)
  4. SHS http://shs.artland-gymnasium.de/
  5. http://wendeblatt.artland-gym.de
  6. http://www.ehemalige-schueler.de/Aktuelles.html
  7. Schulstiftung