Abtei Thelema

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Die Abtei Thelema

Die Abtei Thelema (auch: Abtei von Thelema, engl. Abbey of Thelema) war eine Landkommune, die von dem Okkultisten Aleister Crowley 1920 nahe der sizilianischen Stadt Cefalù gegründet wurde. Der Name ist dem Roman Gargantua und Pantagruel von Francois Rabelais (1494–1553) entlehnt. Rabelais beschreibt darin unter anderem, wie der Riese Gargantua die Abtei Thélème bauen lässt, die das Gegenstück zu einem gewöhnlichen Kloster darstellt: In ihr leben Männer und Frauen gemeinsam einzig ihrem Willen gemäß nach der einzigen Regel, keine Regel zu haben. Indem alles erlaubt ist, kann jeder zu jeder Zeit tun und lassen was er will. Crowleys Devise des neuen Zeitalters lautete analog: „Tu, was du willst“.[1] Auch die Bezeichnung Thelema für die von Crowley vertretene neureligiöse Bewegung leitet sich davon ab.

Crowley richtete zusammen mit einigen Anhängern seine „Abtei Thelema“ in einem Bauernhaus ein, das in den Hügeln unweit der kleinen Hafenstadt Cefalù lag. An diesem Ort sollte ein spirituelles Zentrum entstehen, ein Collegium ad spiritum sanctum. Drei Jahre lang lebten Crowley und seine Anhänger hier nach selbstauferlegten Regeln. In dieser Zeit wurde die Kommune auch von vielen Gästen besucht, die sich für Crowleys magisch-rituelle Praktiken interessierten. Die Finanzierung des Projekts und das Zusammenleben in dem Landhaus gestalteten sich jedoch schwierig. Zudem erweckten die Rituale und der Drogenkonsum das Misstrauen der Einheimischen und schließlich auch der Behörden. Als 1923 der britische Student Raoul Loveday, einer der Gäste der „Abtei“, verstarb, wurde Aleister Crowley von der italienischen Regierung des Landes verwiesen. Die Kommune wurde noch von wenigen „Thelemiten“ eine Zeit lang weitergeführt, doch führte die Abwesenheit Crowleys bald zur Aufgabe des Projekts.

Einige von Crowley angefertigte Wandmalereien sind in dem leerstehenden Haus noch teilweise erhalten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abtei Thelema – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Köhler Die Abtei Thélème und die Einheit des Rabelais’schen Werks (PDF; 1,8 MB); Hans-Dieter Leuenberger: Das ist Esoterik. Einführung in esoterisches Denken und in die esoterische Sprache, Bauer (esotera-Taschenbücherei), Freiburg 7. Auflage 1994. S.133.

38.03161814.027142Koordinaten: 38° 1′ 54″ N, 14° 1′ 38″ O