Acidophilie (Ökologie)
Als Acidophilie (von Latein acidus = sauer und altgriechisch φίλος philos = Freund) wird in der Ökologie die Eigenschaft von Organismen bezeichnet, eine Umgebung mit niedrigem pH-Wert zu bevorzugen oder als unbedingt lebensnotwendig vorauszusetzen. Dabei wird das pH-Optimum des Wachstums und der Vermehrung als entscheidendes Kriterium gewertet.
Acidophilie ist zu unterscheiden von Acidotoleranz. Als acidotolerant werden Lebewesen bezeichnet, die in einem Milieu mit niedrigen pH-Werten leben können, auch wenn sie es nicht bevorzugen. Das pH-Optimum ihres Wachstums liegt also höher.
Der Gegensatz von Acidophilie ist die Acidophobie.
[Bearbeiten] Beispiele
Acidophile Lebewesen befinden sich unter anderem in vulkanischen Böden, wie z. B. das Archaeon Sulfolobus mit einem pH-Optimum von 2 bis 3. In extrem sauren Lebensräumen mit pH 1, wie den Abwässern industrieller Metallgewinnung, lebt Acidithiobacillus ferrooxidans . Pilze wachsen meistens bei leicht sauren Bedingungen um pH 5.
[Bearbeiten] Technische Bedeutung
In der Biotechnologie werden acidophile Mikroorganismen wie z. B. Milchsäurebakterien und Essigsäurebakterien zur Herstellung organischer Säuren und Nahrungsmittel eingesetzt, weiterhin zur Konservierung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie zur Gewinnung von Erzen durch Laugung.
[Bearbeiten] Literatur
- Lexikon der Biologie. 1. Band, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2004. ISBN 3-8274-0326-X
- Townsend, C. R.; Harper, J. L. & Begon, M. E.: Ökologie. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2003. ISBN 3-540-00674-5