Adschman

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عجمان(arab.)

Adschman
Landesflagge
Flagge von Adschman
Basisdaten
Geografische Lage: 25° 24′ N, 55° 27′ O25.39444444444455.441666666667Koordinaten: 25° 24′ N, 55° 27′ O
Einwohner: 237.000 [1] (Ende 2008)
Fläche: 259 km²
Bevölkerungsdichte: 1.394 Einwohner je km²
Höhe: 0-650 m
Zeitzone: UTC +4 Std.
Postleitzahl: nicht in Gebrauch
Vorwahl: +971 6
Website: www.ajman.ae
Saudi-Arabien Oman Iran Katar Oman Oman Abu Dhabi Dubai Dubai Adschman Adschman Adschman Schardscha Schardscha Schardscha Schardscha Fudschaira Fudschaira Fudschaira Fudschaira/Schardscha Umm al-Qaiwain Ra's al-Chaima Ra's al-Chaima Ra's al-ChaimaLage des Emirats Adschman
Über dieses Bild
Luftansicht von Adschman

Adschman (arabisch ‏عجمان‎, DMG ʿAǧmān; manchmal auch Ajman, Adjman, Ujmân und anders geschrieben) ist das kleinste der sieben Emirate, die zusammen die Vereinigten Arabischen Emirate bilden. Das Hauptgebiet liegt nur rund 22 Kilometer nordöstlich von Dubai entfernt.

Das kleine Gebiet von Adschman zerfällt in drei von der Größe nicht allzu unterschiedliche Teilstücke: Das wichtigste Stück liegt an einem 16 km langen Küstenstreifen am Persischen Golf zwischen Umm al-Qaiwain und Schardscha-Stadt, beherbergt die Hauptstadt "Adschman-Stadt" und erstreckt sich von dort aus etwa 10 Kilometer ins Hinterland. Die beiden anderen Teilstücke sind die dünn besiedelten Manama und Masfut, die 60 km bzw. 110 km von der Hauptstadt Adschman entfernt als winzige Exklaven mit kaum 14.000 Einwohnern im östlichen Inland liegen. Adschman ist das ärmste Emirat der VAE, da es keine eigenen Öl- oder Erdgasvorräte besitzt und auch keine nennenswerte Landwirtschaft möglich ist. Lediglich der Handel und der entstehende Tourismus bringen dem Emirat einige eigene Einkünfte. Daher ist es von den vertraglich vereinbarten Subventionen der rohstoffreichen VAE abhängig.

Geschichte und Politik[Bearbeiten]

Am 2. Dezember 1971 entließ Großbritannien die ehemaligen Trucial States, zu denen auch Adschman gehörte, in die Unabhängigkeit. Unter Führung von Abu Dhabi wurden die Vereinigten Arabischen Emirate aus den ehemaligen Vertragsgebieten Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain und Fudschaira, gegründet. Am 10. Februar 1972 trat dann auch Ra’s al-Chaima als siebter und letzter ehemaliger Trucial State der Föderation bei.

Herrscher[Bearbeiten]

  • 1820–1838 Raschid I.
  • 1838–1841 Humaid I.
  • 1841–1848 Abd al-Aziz I.
  • 1848–1872 Humaid I. (erneut)
  • 1872–1891 Raschid II.
  • 1891–1900 Humaid II.
  • 1900–1908 Abd al-Aziz II.
  • 1908–1928 Humaid III.
  • 1928–1981 Raschid III.
  • 1981–1838 Humaid IV.
  • Kronprinz: Ammar bin Humaid an-Nuʿaimi

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 2005 ist Adschman Kooperationspartner von Erlangen.[2]

Adschman-Stadt[Bearbeiten]

Die Hauptstadt des kleinen Emirats ist identisch mit dem größten Teilgebiet, das sich über 16 Kilometer an der Golfküste entlangzieht. Es umfasst rund 140 Quadratkilometer meist flacher Sandböden. In der aufstrebenden Stadt leben mit 225.000 Einwohnern rund 95 Prozent aller Emiratseinwohner, mit steigender Tendenz, weil durch einige touristische Urbanisationen ein Zuwachs eingeplant und gewünscht ist. Die direkte Nähe zu Schardscha und die eingeschränkten Ausdehnungsmöglichkeiten ins Hinterland führten über die Jahre zu einem weitgehenden baulichen Zusammenwuchs mit dem größeren Nachbaremirat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Adschman ist das Fort der damaligen Herrscher erhalten geblieben. Es beherbergt ein kleines Museum, das die Lebensumstände der Bevölkerung vor dem Auffinden der Ölvorräte darstellt.[3]

Bauvorhaben[Bearbeiten]

Auch Adschman setzt auf den Tourismus, obwohl hier mit nur 16 Kilometern Küstenlänge, von denen bereits zwei Kilometer mit Hafenanlagen belegt sind, noch weniger natürliche Voraussetzungen vorhanden sind als in den benachbarten Emiraten. So ist man auf die Idee gekommen, anders als in Dubai mit seinen Landaufschüttungen in die offene See, zu weiterem Küstenland durch Ausbaggern von Kanälen und Lagunen ins unbebaute Land hinein zu kommen. Prognosen sagen aus, dass in den so gewonnenen gegliederten Bauflächen mit Seewasseranschluss Preise zu erzielen sind, die nur rund ein Drittel unter der Dubaier Konkurrenz liegen werden, jedoch immer noch günstig genug, um Interessenten anzulocken. Ab 2007 wurden bis zu 17 kleinere bis mittelgroße Urbanisationen mit Namen wie „Emirates City“ oder „Al Almera Village“ angekündigt, die teilweise zurzeit im Bau sind oder vorerst zurückgestellt wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Peter Schneider Döll: Traumland Alptraum – Im Namen Allahs; Norderstedt: Books on Demand, 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adschman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gulfnews.com/nation/General/10341536.html
  2. Ajman – Gestern und Heute. Stadt Erlangen, 20. Juli 2010, abgerufen am 7. August 2012.
  3. Ajman Museum. Ajman Tourism Development Dept., abgerufen am 22. Juli 2014 (englisch).