Aelius Herodianus

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Aelius Herodianus (latein.; altgr. Αἴλιος Ἡρωδιανός), auch Herodian genannt (* um 180; † um 250), war einer der berühmtesten griechischen Grammatiker in graeco-romanischer Zeit und ein Zeitgenosse Kaiser Marcus Aurelius'. Er ist nicht mit dem zeitgenössischen Historiker Herodianus zu verwechseln.

Als Sohn von Apollonios Dyskolos wurde er in Alexandria geboren. Die erhaltenen Fragmente seiner Werke deuten darauf hin, dass sich seine Arbeit auf Fragen der Betonung oder Heraushebung der einzelnen Silben von Wörtern konzentrierte. Herodianus ging nach Rom, wo er seine Allgemeine Akzentlehre (Verslehre, Prosodie) verfasste, die er Kaiser Marcus Aurelius widmete. Andere Werke sind ein attizistisches Lexikon, genannt Philhetaerus, und eine Studie über unregelmäßige Wörter. Die umfangreichen Sammlungen des Aelius Herodianus sind die wichtigste Quelle aller späteren Grammatiker, von denen er hoch geschätzt wurde. Über sein Leben ist bisher nichts weiteres bekannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Der besondere Stil (Περὶ μονήρους λέξεως); einziges Werk von Aelius Herodianus, das vollständig überliefert wurde.
  • Kategorien (Ἐπιμερισμοί, lat. Partitiones)
  • Allgemeine Akzentenlehre (ἡ καθ' ὅλου προσῳδία, auch "Kαθολικὴ προσῳδία", lat. De prosodia catholica (dt. Allumfassende Verslehre) oder "Mεγάλη προσῳδία" (dt. Große Verslehre)); Werk in 20 Büchern, wurde Kaiser Marcus Aurelius gewidmet
  • Attische Prosodie (Ἀττικὴ προσῳδία)
  • Akzente (Περὶ τόνων), Arcadius zugesprochen, wahrscheinlich von einem späteren Grammatiker namens Theodosius von Byzanz verfasst.
  • Figuren (Περὶ σχημάτων, De figuris); unter Herodians Name veröffentlicht, aber nicht aus seiner Feder stammend. Der Autor ist als "Pseudo-Herodian" bekannt.
  • Philetairos (Φιλέταιρος). Es stammt wahrscheinlich von Sulpicius Cornelianus, einem Rhetoriker und Sekretär Kaiser Marcus Aurelius'.

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