Agartha

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Agartha (hindustanische Form) oder Agarthi (mongolische Form) ist ein mythologischer Ort, der im Okkultismus als arisches Weltzentrum betrachtet wird, von dem aus unterirdische Gänge in alle Weltgegenden führen.

Der Name wurde 1924 durch das Buch „Tiere, Menschen und Götter“ von Ferdinand Ossendowski bekannt, der während eines Aufenthaltes in Zentralasien mongolische Erzählungen über ein geheimnisvolles unterirdisches Reich namens Agarthi gehört haben will. Dieses Reich soll unterhalb des Himalayas liegen und von einem „König der Welt“ regiert werden. Dieser König wiederum stehe mit allen bedeutsamen Menschen (Könige, Priester usw.) in Verbindung und lenkt deren Geschicke, abhängig davon, ob sie sich gottgefällig verhalten. Im Agartha-Mythos spiegelt sich angeblich das theosophische Muster eines allumfassenden Prinzips, der Einheit der Menschen und eines obersten Herrschers wider.

Ossendowskis Werk wurde scharf angegriffen, so versuchte Sven Hedin nachzuweisen, dass Ossendowski nicht am Koko-Nor und in Tibet gewesen sein konnte und die Erzählung dem Werk des französischen Okkultisten Alexandre Saint-Yves d'Alveydre entnommen - mithin ein Plagiat - sei.

Ossendowskis Adepten, beispielsweise René Guénon, brachten den Agharta-Mythos mit der Gralslegende in Verbindung und konstruierten eine chiliastische Vorstellung, in der der „König der Welt“ die guten gegen die bösen Menschen in den Kampf führen wird.

Rezeption[Bearbeiten]

Ab Mai 1975 strahlte die ARD im Vorabendprogramm eine 14-teilige Serie mit dem Namen „Sie kommen aus Agarthi[1] aus, die als frühe deutsche „Mystery“-Serie begriffen werden kann. Regie führte Hagen Müller-Stahl, weitere Rollen waren mit Günter Lamprecht, Herbert Stass und Monika Gabriel besetzt. Im Mittelpunkt der Handlungen steht ein junges Ehepaar, das in rätselhafte Vorgänge verwickelt ist, die einem Volk von Agarthi zugeschrieben werden.

In seinem 2011 entstandenen Film Children Who Chase Lost Voices erzählt Makoto Shinkai die Geschichte eines Mädchens, das nach Agartha reist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ekkehard Hieronimus: Okkultismus und phantastische Wissenschaft in: Peisl/Mohler (Hrsg.): Kursbuch der Weltanschauungen, Ullstein: Berlin, Frankfurt, Wien, 1980
  • Hedin, Sven: "Ossendowski und die Wahrheit", Brockhaus, Leipzig 1925
  • Ossendowski, Ferdinand: Tiere Menschen Und Götter. Frankfurt am Main 1923.

Verweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in fernsehserien.de