Allstromgerät

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Bei dem sogenannten Allstromgerät handelt es sich um ein elektrisches Gerät, das sowohl mit Gleichspannung als auch mit Wechselspannung betrieben werden kann. Die Bezeichnung ist veraltet und wurde in der Vergangenheit fast ausschließlich für Radiogeräte verwendet, so etwa für die Volksempfänger VE301GW und VE301dynGW.

In den 1920er-Jahren wurden Radios trotz vorhandener Stromversorgung im Haus (früher Lichtnetz genannt) zumeist aus Akkumulatoren (Kalisammlern, Bleiakkumulatoren für die Heizung oder sogenannten Anodenbatterien) betrieben. Der Wunsch nach einfacherer Handhabung führte im Laufe der Zeit zu Empfängern, die ihre Versorgung mit dem Stromnetz decken konnten.

Allerdings gab es damals keine einheitliche Netzspannung und Netzart (Gleich- oder Wechselspannung) in Deutschland, teilweise war sie sogar innerhalb einer Stadt unterschiedlich. Dazu kamen noch die Anforderungen, die sich aus dem Export der Geräte ins Ausland ergaben. Aus dieser Situation heraus wurden die Allstromgeräte entwickelt. Sie besitzen keinen Netztransformator, da Gleichspannung nicht transformiert werden kann.

Bei allen Allstromgeräten liegt bei entsprechender Steckerpolung das Metallchassis an der Netzphase. Bei Berührung eines Metallteiles besteht Lebensgefahr. Dies gilt auch für den Anschluss anderer Zusatzgeräte, z. B. eines Plattenspielers an das Radio. Die Geräte haben zur Abwendung dieser Gefahren daher Kondensatoren zur Trennung der von außen zugänglichen Anschlüsse von der Netzspannung. Sicherer ist es indes, historische Allstromgeräte über einen Trenntransformator an das Netz anzuschließen.

Eine weitere Besonderheit ist die Heizung der Elektronenröhren, deren Heizfäden bei Allstromgeräten in Serie geschaltet wurden. Hierzu waren sie für einen einheitlichen Heizstrom ausgelegt, unterschiedlichem Heizleistungsbedarf wurde durch unterschiedlich große Spannungsabfälle Rechnung getragen.

Bis auf wenige Ausnahmen waren Röhren-Fernsehgeräte ebenfalls in Allstromtechnik ausgeführt. Der Hauptgrund war die Vermeidung eines Netztransformators. Dieser würde durch sein magnetisches Streufeld die Bildgeometrie stören und stellt zudem durch die relativ hohe umzusetzende Leistung einen nicht unerheblichen Kostenfaktor dar.

Weiterhin funktionieren die meisten Schaltnetzteile auch mit Gleichspannung. Da sie meistens einen Brückengleichrichter am Eingang haben, ist ihre Funktion unabhängig von der Polarität der Eingangsgleichspannung. Bei solchen Geräten liegt jedoch normalerweise wegen des auch hier vorhandenen Transformators, der für die wesentlich höhere Schaltfrequenz ausgelegt ist und daher deutlich kleiner und leichter ausfällt, keine gefährliche Spannung am Gehäuse. Dennoch sollte der Betrieb dieser Geräte an Gleichspannung unterbleiben, da vorhandene Netzschalter bzw. Steckvorrichtungen auf der Primärseite nicht zum Schalten von Gleichströmen ausgelegt sind. Bei einem Fernsehgerät mit Schaltnetzteil und Farbbildröhre würde bei Anschluss an Gleichspannung außerdem die Spule der Entmagnetisierung genau das Gegenteil ihrer eigentlichen Funktion bewirken und der bei Gleichstrom fehlende induktive Blindwiderstand hätte einen sehr großen Strom zur Folge.

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