Amakasu-Zwischenfall

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Seite der Zeitung Mainichi Shimbun über den Tod von Itō Noe und Ōsugi Sakae

Der Amakasu-Zwischenfall (jap. 甘粕事件 Amakasu jiken) ereignete sich am 16. September 1923 im Chaos, das dem großen Erdbeben von Kantō folgte.

Bedeutung[Bearbeiten]

Wie häufig in Japan zu beobachten war, brachen starke Feuer nach dem Erdbeben aus, dem mehr Menschen zum Opfer fielen als der Naturkatastrophe selbst. Über 140.000 Menschen starben. In der Folge gab es zahlreiche von der Regierung genährte Gerüchte, dass Randgruppen die Feuer gelegt hätten. Als Ergebnis dieser Verdächtigungen wurden koreanische und chinesische Arbeiter angegriffen, und die Polizei nutzte die Gelegenheit, sozialistische und anarchistische Aktivisten zu ermorden. Darunter waren Ōsugi Sakae, Itō Noe und Sakaes sechs Jahre alter Neffe. Sie wurden von einer Truppe Militärpolizisten unter der Leitung von Leutnant Amakasu Masahiko verhaftet, in den Zellen der Kempeitai verprügelt, ermordet und in Strohmatten eingewickelt zur Verwesung in einen Brunnenschacht geworfen.[1] 1931 war Amakasu an der Vorbereitung des Mukden-Zwischenfalls beteiligt, eine Tatsache, die dazu Anlass gibt, die verbreitete Behauptung, dass er auf höheren Befehl gehandelt habe, für glaubhaft zu halten.

Die Tötung von Anarchisten dieser hohen Bekanntheit, dazu mit einem jungen Kind, löste Überraschung und Zorn in ganz Japan aus.

Der Verantwortliche wurde von einem Militärtribunal zu zehn Jahren Haft verurteilt, nach drei Jahren amnestiert und zur Militärpolizei in die Mandschurei versetzt.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Beverley Buehrer: Eros Plus Massacre (Erosu purasu gyakusatsu, 1969) Japanische Films: A Filmography and Commentary, 1921-1989. Seite 210–211. Jefferson, North Carolina und London, McFarland. ISBN 0-89950-458-2.
  • David Desser: Three Men Who Left Their Will on Film. Eros Plus Massacre: An Introduction to the Japanese New Wave Cinema. Seite 200–209. Bloomington and Indianapolis, Indiana University Press, 1988. ISBN 0-253-31961-7

Film[Bearbeiten]

Yoshishige Yoshida verfilmte 1969 den Zwischenfall unter dem Titel Eros + Gyakusatsu (エロスプラス虐殺, Erosu purasu gyakusatsu; deutsch: „Eros plus Massaker“).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. (en) Revolutionary portraits: Ito Noe - organise #59