Anna Maria von Mecklenburg

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Anna Maria, Kupferstich, Johannes Frentzel, 1654

Anna Maria, Herzogin zu Mecklenburg [-Schwerin] (* 1. Juli 1627 in Schwerin; † 11. Dezember 1669 in Halle) war Prinzessin aus der Schweriner Linie der Obodriten und verheiratet mit August, Herzog der kursächsischen Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels und Fürst von Sachsen-Querfurt sowie letzter Administrator des Erzstiftes Magdeburg.

Familie[Bearbeiten]

Anna Maria[1] war die zweite Tochter des Herzogs Adolf Friedrich I. zu Mecklenburg aus dessen erster Ehe mit Anna Maria von Ostfriesland, Tochter des Grafen Enno III. von Ostfriesland. In der Literatur wird auch mehrfach ein dritter Taufname „Dorothea“ genannt.[2] Dafür fehlt aber bislang ein eindeutiger Primärquellenbeleg (Taufregistereintrag, Taufmitteilung der Eltern an andere Fürsten, Selbstbezeichnung in archivalischen Quellen etc.).

Anna Maria als Braut, Gemälde im Schlossmuseum Schloss Neu-Augustusburg

Leben[Bearbeiten]

Bereits als Säugling wurde sie wegen der Kriegsgefahr in Mecklenburg zusammen mit ihren beiden Brüdern Christian und Karl nach Schweden gebracht, von wo aus sie wenig später nach Dänemark zur Königinwitwe Sophia, einer geborenen Herzogin zu Mecklenburg, kam. Ab 1629 wurde sie von der sächsischen Kurfürstinwitwe Hedwig von Dänemark auf deren Witwensitz Schloss Lichtenburg bei Prettin auf- und erzogen. Nach Hedwigs Tod kehrte sie 1642 nach Schwerin zurück. Da die Mutter bereits 1634 gestorben war, hatte sie nur ihren Vater persönlich kennengelernt. Der Vater bezeichnete sie auf seinem Sterbebett als sein liebstes Kind. Diese Aussage kann auch durch den herzlichen, ja liebevollen Umgangston in den Briefen, die sie sich schrieben, bestätigt werden. Nach ihrer Heirat zog sie wieder aus Schwerin fort und kehrte nachweislich nur einmal im Jahr 1651 nach dort zurück, um ihren Vater zu besuchen. Sie residierte mit ihrem Gemahl in der erzstiftisch-magdeburgischen Residenzstadt Halle. Da die alte erzbischöfliche Residenz, die Moritzburg, im Krieg zerstört worden war, bezogen sie den unter Kardinal Albrecht von Brandenburg errichteten und wohl als Universität gedachten Gebäudekomplex neben dem Dom, der seitdem die Bezeichnung Neue Residenz trägt. Nach ihrem Tod wurde Anna Maria in einem Prunksarg in der Schlosskirche von Neu-Augustusburg in Weißenfels beigesetzt. Zugleich wurden auch ihre drei 1663 gestorbenen Töchter, die bis dahin im Dom zu Halle beigesetzt waren, nach Weißenfels umgebettet.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Ihre einzige Ehe schloss sie am 23. November 1647 in Schwerin mit August, Herzog von Sachsen-Weißenfels, dem Sohn Johann Georgs I., Kurfürst von Sachsen aus dessen Ehe mit Magdalena Sibylle von Preußen.

Mit ihrem Gemahl hatte sie folgende Kinder:

Literatur[Bearbeiten]

  • Dirk Schleinert: Anna Maria von Mecklenburg (1627–1669) und August von Sachsen (1614–1680) und die Begründung des Hauses Sachsen-Weißenfels. Dynastische Beziehungen zwischen Mecklenburg und Kursachsen im 17. Jahrhundert. In: Mecklenburgische Jahrbücher 123. Jg. (2008), S. 123-157.
  • Klaus Gondermann: Die Mitglieder der Fruchtbringenden Gesellschaft 1617–1650: 527 Biographien. Leipzig 1985.
  • 300 Jahre Schloß Neu-Augustusburg, 1660–1694 : Residenz der Herzöge von Sachsen-Weißenfels. Festschrift. Weißenfels 1994.
  • Johann Christoph Dreyhaupt: Beschreibung des ... Saal-Creyses, insonderheit der Städte Halle. Halle 1749/1751 (d.i. "Dreyhaupt-Chronik").

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Zur Verwendung der Vornamen „Anna Maria“ vgl. Johannes Olearius: Megalopolis Saxonica - Die Himmel und Erden weit übertreffende Hertzvergnügende Große Felsen-Stadt der Kinder Gottes Halle, Saale 1670
  2. Vgl.: Jacobsen, Roswitha, Die Tagebücher 1667–1686: Kommentar und Register, Michigan 2003, ISBN 3740010339; Kehrbach, Karl, Monumenta Germaniae paedagogica, Volume 52, Michigan 2007; Touchnitz, B., Archiv für die Sächsische Geschichte, Volume 5, Princeton 1879; Schattkowsky, Martina, Witwenschaft in der frühen Neuzeit: fürstliche und adlige Witwen zwischen Fremd- und Selbstbestimmung - Volume 6 of Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Leipzig 2003, ISBN 3936522790; Richter, Julius, Das Erziehungswesen am Hofe der Wettiner Albertinischer (Haupt-)Linie - Volume 52 of Monumenta Germaniae paedagogica, 1913

Weblinks[Bearbeiten]