Anschlagsdynamik

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Anschlagsdynamik ist die Eigenschaft von Tasteninstrumenten, auf unterschiedlich kräftigen Anschlag einer Taste durch unterschiedliche Stärke des erzeugten Tons zu reagieren und somit eine variable Dynamik zuzulassen. Der tatsächlich benötigte Kraftaufwand wird hingegen als Anschlagshärte (Gewichtung) bezeichnet.

Tastenmechanik bei einem Steinway-Flügel

Beim Klavier entstehen Anschlagsdynamik und Gewichtung durch den Aufbau der Mechanik.

Viele Tasteninstrumente verfügen über keine Anschlagsdynamik, etwa die Orgel oder das Cembalo. Bei diesen Instrumenten sind andere Hilfsmittel zur Regulierung der Lautstärke üblich, die es dem Spieler aber nicht erlauben, jeden einzelnen Ton in seinem Lautstärkepegel zu beeinflussen. Gerade diese damals neue Möglichkeit der differenzierten Dynamik war die Grundlage für den Siegeszug des Hammerklaviers im 18. Jahrhundert.

Bei einem elektronischen Musikinstrument wird die Stärke des Anschlags (als Geschwindigkeit der Tastenbewegung) elektronisch gemessen und ist von einer Gewichtung unabhängig. Sie beeinflusst verschiedene Parameter der Klangerzeugung.

  • Bei der Imitation von natürlichen Instrumenten geschieht dieses hauptsächlich durch Veränderung des Lautstärkepegels und der Brillanz des erzeugten Tons.
  • Bei gewollt synthetischen Klängen können durch entsprechende Einstellungen auch andere Parameter, wie etwa Effekte, Dauer von Einschwingen oder Ausschwingen, oder gar durch das Umschalten auf andere Klänge über die Stärke des Anschlags gesteuert werden.

Im MIDI-Protokoll wird die Anschlagsstärke durch die Anschlaggeschwindigkeit zusammen mit jedem NoteOn-Befehl (Note) über den Wert „Velocity“ übertragen.

Siehe auch[Bearbeiten]