Arteria spinalis anterior

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Die Arteria spinalis anterior[1] („vordere Rückenmarksarterie“) ist die größte versorgende Arterie des Rückenmarks. Sie verläuft als unpaares Blutgefäß an der Vorderseite des Rückenmarks im Wirbelkanal. Bei Tieren liegt sie dementsprechend an der Unterseite des Rückenmarks und wird als Arteria spinalis ventralis[2] bezeichnet.

Anatomie[Bearbeiten]

Arteria spinalis anterior (4). Ansicht von vorne, eröffnete Rückenmarkshäute

Die Arteria spinalis anterior bildet sich aus den beiden Wirbel- oder Vertebralarterien (Arteriae vertebrales) in Höhe der Pyramidenbahnkreuzung (Decussatio pyramidum) und verläuft entlang der Fissura longitudinalis anterior an der Vorderseite des Rückenmarks nach kaudal. Die Arteria spinalis anterior erhält neben dem direkten Zufluss auch zahlreiche segmentale Zuflüsse über Äste hauptsächlich von drei Arterien, den Vertebralarterien im Bereich der Halswirbelsäule, den hinteren Interkostalarterien (Arteriae intercostales posteriores) im Bereich der Brustwirbelsäule und den Lumbalarterien (Arteriae lumbales) im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Äste werden als Rami spinales bezeichnet.

Die Arteria spinalis anterior anastomisiert über wiederum zahlreiche, um das Rückenmark verlaufende Äste, mit den beiden Arteriae spinales posteriores, die an der Rückseite des Rückenmarks verlaufen. Diese Äste können als Fortsetzung der Rami spinales angesehen werden, sind allerdings nicht segmental angeordnet sondern variieren in ihrem Abstand.

Pathologie[Bearbeiten]

Bei Verschluss der Arteria spinalis anterior durch eine Thrombose oder Embolie kommt es aufgrund einer resultierenden Ischämie in den von der Arterie versorgten Bereichen zu Ausfallerscheinungen. Das Krankheitsbild wird als Arteria-spinalis-anterior-Syndrom bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Federative Committee on Anatomical Terminology (FCAT) (1998). Terminologia Anatomica. Stuttgart: Thieme
  2. International Committees on Veterinary Gross Anatomical Nomenclature, Veterinary Histological Nomenclature, & Veterinary Embryological Nomenclature (1994). Nomina Anatomica Veterinaria together with Nomina Histologica and Nomina Embryologica Veterinaria. Zürich/Ithaca/New York.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Fanghänel (Hrsg.): Waldeyer Anatomie des Menschen. de Gruyter 2003, 17. Auflage, S. 450. ISBN 3-11-016561-9
  • Trepel, Martin: Neuroanatomie. Struktur und Funktion, 3. Aufl., München/ Jena 2004, S. 96-97. ISBN 3-437-41297-3