Aschheim-Zondek-Reaktion

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Die Aschheim-Zondek-Reaktion (AZR), benannt nach den Gynäkologen Selmar Aschheim (1878–1965) und Bernhard Zondek (1891–1966), war ein vor einigen Jahrzehnten häufig eingesetzter Schwangerschaftstest: Anhand der Ausschüttung des Hormons Choriongonadotropin konnte in einem frühen Stadium die Schwangerschaft einer Frau festgestellt werden.

Methode[Bearbeiten]

Beim Test wurde etwas morgendlicher Urin der zu untersuchenden Frau einigen jungen (infantilen) weiblichen Mäusen unter die Haut gespritzt. Deswegen wurde der Nachweis mit einem Synonym auch Mäusetest genannt.[1] Wenn das Schwangerschaftshormon im menschlichen Urin enthalten war, dann reagierten die Eierstöcke der Mäuse nach 48 Stunden mit einem Eisprung. Er zeigte an, dass die Frau wahrscheinlich schwanger war. Der Nachweis erforderte jedoch die Obduktion der Versuchstiere − im Gegensatz zum Froschtest, einer ebenfalls obsoleten Methode zur frühen Erkennung einer Schwangerschaft, bei der die Tiere nicht getötet wurden.

Ebenfalls veraltetet ist der Friedman-Test. Hierbei geschah der Nachweis einer Schwangerschaft durch die Reaktion der Eierstöcke eines Kaninchens auf menschlichen Urin.

Zitat[Bearbeiten]

In Alfred Anderschs Roman Die Rote vermutet die Protagonistin Franziska eine Schwangerschaft. Deswegen konsultiert sie in Venedig den Gynäkologen Campo Manin Alessandri, den ihr der Schmuckhändler Aldo Lopez empfohlen hatte. Der Arzt Alessandri sagt abschliessend zu seiner Patientin: In diesem Frühstadium hat es keinen Zweck, daß ich sie untersuche, da können wir nur den Mäusetest machen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel, Heft 35/1949.
  2. Alfred Andersch: Die Rote. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1962, S. 290f.