Aspergillose

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Klassifikation nach ICD-10
B44 Aspergillose
Erkrankung durch Aspergillus fumigatus
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Aspergillose der Lunge

Aspergillose ist eine Infektion durch Schimmelpilze der Schlauchpilz-Gattung Aspergillus, zumeist Aspergillus fumigatus. Erkrankungsorte sind die Haut, die Ohren, die Nasennebenhöhlen und die Lunge. Letztere wird am häufigsten befallen. Selten werden auch Metastasen im Herzen, der Niere und des Zentralnervensystems gebildet.

Formen der Aspergillose[Bearbeiten]

Je nach vorhandener Immunlage werden fünf Typen unterschieden:

  1. Das Aspergillom. Es handelt sich um ein Konglomerat aus Mukus, Pilzhyphen und zellulären Bestandteilen, welche in einer präformierten Höhle, z. B. in einer alten tuberkulösen Kaverne, zu finden ist. Typisch ist auch ein Befall der Nasennebenhöhlen, insbesondere des Sinus maxillaris. Aspergillome treten üblicherweise bei normaler Immunlage auf.
  2. Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA). Diese findet man im Rahmen einer hyperergen Immunlage. Die Ursache ist eine Typ 1-Hypersensitivitätsreaktion gegen Aspergillus. Hauptsächlich betroffen sind Patienten mit Asthma bronchiale.
  3. Semi-invasive Aspergillose (nekrotisierende Aspergillose). Zugrunde liegt eine mäßig eingeschränkte Immunkompetenz, z. B. im Rahmen von Diabetes mellitus, Steroiddauertherapie oder COPD.
  4. Atemwegsinvasive Aspergillose (Aspergillus-Bronchopneumonie). Sie tritt in Patienten mit stark reduzierter Immunlage auf, typischerweise im Rahmen von AIDS oder einer Neutropenie. Aspergillus findet sich hier auch in der Bronchialwand.
  5. Angioinvasive Aspergillose. Sie tritt bei Patienten mit einer ausgeprägten Neutropenie < 500/µl, welche zumeist Folge einer Chemotherapie ist, oder im Rahmen eines Multiplen Myeloms, sowie auch bei therapeutischer Immunsuppression nach Organtransplantation oder im Rahmen von Autoimmunkrankheiten auf. Betroffen sind hier die kleinen bis mittleren Pulmonalarterien.

Erstmals beschrieben wurde die Aspergillose am Ende des 19. Jahrhunderts als Lungenaspergillose.

Aspergillose tritt auch bei Tieren auf. So ist sie eine der häufigsten Todesursachen bei Papageien, die als Haustiere gehalten werden. Auch mangelnder Bruterfolg bei Störchen ist oft auf Aspergillose zurückzuführen.

Diagnose[Bearbeiten]

Röntgenaufnahme einer pulmonären Aspergillose. Pfeile markieren das „Halbmond-Zeichen“.

Im Röntgenbild und CT manifestiert sich die pulmonäre Aspergillosis als ein air crescent sign (Halbmond-Zeichen).[1] Der Labornachweis der rekombinanten Aspergillen-Allergene rAspf4 sowie rAspf6 ist hochspezifisch für die ABPA.

Behandlung / Therapie / Heilung[Bearbeiten]

Entsprechend den Manifestationsarten gestaltet sich die Therapie unterschiedlich. Die allergisch bronchopulmonale Aspergillose wird mittels Kortikosteroide und Allergenkarenz behandelt. Aspergillome werden operativ exzidiert. Die Aspergillus-Pneumonie und die extrapulmonale Aspergillose werden mit den Antimykotika Amphotericin B und Flucytosin systemisch behandelt. Fluconazol wirkt nicht ausreichend gegen Aspergillen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abramson S: The air crescent sign. In: Radiology. 218, Nr. 1, Januar 2001, S. 230–2. PMID 11152807.

Literatur[Bearbeiten]

Latge, J.P. (1999): Aspergillus fumigatus and aspergillosis. In: Clin. Microbiol. Rev. Bd. 12, S. 310–350. PMID 10194462

Weblinks[Bearbeiten]

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