Immunsuppression

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Immunsuppression bezeichnet einen Vorgang, der immunologische Prozesse unterdrückt.

Medizinisch ist das in der Regel relevant, wenn unerwünschte Reaktionen des Immunsystems gehemmt werden sollen, wie es zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen, nach Gewebs- oder Organtransplantationen oder bei starken allergischen Reaktionen der Fall sein kann.

Die Medikamente, die dafür eingesetzt werden, heißen Immunsuppressiva.

Daneben kann es auch nach körperlicher und psychischer Überlastung zu einer Herabsetzung von Immunparametern, wie die Zahl der Granulozyten, der natürlichen Killerzellen sowie der B- und T-Lymphozyten im Blut, kommen. Die immunsuppressive Wirkung von Stress konnte in Studien der Psychoneuroimmunologie nachgewiesen werden. In der Sportmedizin wird die immunologische Lücke nach hohen sportlicher Belastungen des Organismus, in der Infektionskrankheiten vermehrt festzustellen sind, Open-Window-Phänomen genannt.

Auch Tumorzellen können, beispielsweise als Folge des Antigen-Sheddings, eine Immunsuppression bewirken.

Eine ernste Gefahr bei Immunsuppression stellen Opportunistische Erreger dar.

Eine Schwächung des Immunsystems kann eine Folge der immunsuppressiven Wirkung der UV-B-Strahlen sein, die die T-Zell-abhängige Immunantwort stört. Eine übermäßige UVB-Belastung der Haut fördert die Entwicklung von bösartigen Hauttumoren wie Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen[1] und mindert die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen oder Viren deutlich. Auch durch Parasiten hervorgerufene Erkrankungen wie die Leishmaniose, Bilharziose oder Malaria verlaufen schwerer und länger nach UV-Exposition.[2]

Im Verlauf einer Immunsuppression kann es zu der unerwünschten Nebenwirkung einer Mukositis kommen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]UV Strahlung und Hautkrebs, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung IPA 2011, abgerufen am 12.März 2014
  2. [2]Urlaubsattacken auf das Immunsystem, Pharmazeutische Zeitung online 2005, abgerufen am 12.März 2014
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