Aufwärtshaken

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Kinnhaken ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Spielfilm von 1962 siehe Der Kinnhaken.
Aufwärtshaken (Uppercut)
Durch Hochziehen seines rechten Arms könnte Tommy Burns nun einen Uppercut ausführen

Ein Aufwärtshaken, im Boxsport Uppercut (v. engl.: upper- ober-; cut Hieb, Schnitt) genannt, ist ein Schlag, welcher als Ziel meist das Kinn des Gegners hat und daher im Volksmund auch als Kinnhaken bekannt ist.

In der Fachsprache benutzt man den Ausdruck „Kinnhaken“ nicht, weil ein „Haken“ in aller Regel einen Seitwärtshaken mit der Führhand bezeichnet und das Ziel von Schlägen fast immer das Kinn ist.

Ausführung[Bearbeiten]

Der Uppercut wird von der Nabelgegend aus in eine Aufwärtsbewegung geführt, wodurch die Form eines Hakens entsteht, bevor die Faust das Gesicht oder den Körper des Gegners trifft. Andere Varianten, z. B. im Muay Thai, werden nicht von der Magengegend aus geschlagen. Stattdessen fällt die betreffende Faust aus der Deckung nur so weit ab, wie es nötig ist, um ausreichend Schwung zu holen. Die Faust bis zum Magen herunterzuziehen verlängert Weg und Dauer der Ausführung und damit die Chancen des Gegners, die Absicht zu erkennen und die geöffnete Deckung seinerseits zu einem Schlag zu nutzen.

Ein Aufwärtshaken wird am besten aus kurzer Distanz ausgeführt, da mit zunehmender Entfernung zum Gegner die Gefahr steigt, diesen zu verfehlen. Ein Uppercut hat die größte Wirkung, wenn er das Kinn des Gegners trifft, doch auch Oberkörper, Nase und Augen sind typische Ziele. Er gehört damit zu den Infight-Techniken.

Fast immer geht es bei Uppercuts um die Schlaghand, aber es gab bzw. gibt auch Boxer wie Aaron Pryor und Ricardo López, die aus der Normalauslage regelmäßig einen linken Aufwärtshaken schlugen. Michel Trabant gelang mit einem linken Uppercut ein one-punch-knockout gegen den wild anstürmenden Marc Waelkens.

Berühmte Anwender[Bearbeiten]

Neben anderen war Joe Louis für seinen Uppercut bekannt.