Kfz-Mechatroniker

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Kfz-Mechatroniker beim Vermessen eines Fahrwerks
Wappen des Kfz-Handwerks

Der Kfz-Mechatroniker/in (Deutschland) beziehungsweise Automobil-Mechatroniker/in (Schweiz) bezeichnet den früheren Beruf Automechaniker und ist ein Ausbildungsberuf.

Der Beruf ist eine klassische Männerdomäne. 2010 lag der Frauenanteil bei Ausbildung und Berufsausübung in den DACH-Ländern nicht über 2,8 %.

Berufsbild

Deutschland

Kfz-Mechaniker bei der Reparatur eines Motors (1952)

Kfz-Mechatroniker entstand im Mai 2001 aus den Berufen Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektriker und Automobilmechaniker. Die Namensänderung wurde gewählt, um dem modernen Berufsbild zu entsprechen. Mit der neuen Bezeichnung wird auf die veränderten Anforderungen im Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk reagiert. Kfz-Mechatroniker diagnostizieren Fehler in den immer komplexeren mechatronischen Systemen im Fahrzeug, setzen diese instand und sorgen für Betriebssicherheit moderner Kraftfahrzeuge im Interesse der Kunden. Instandhaltung und Wartung gehören nicht nur in Werkstatt und Handel zum Aufgabengebiet, sondern auch in Unternehmen mit eigenem Fuhrpark. Außerdem gehört das Nachrüsten von Fahrzeugen zu den Aufgaben eines Kfz-Mechatronikers.

Der Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker gestaltet sich in im ersten Ausbildungsjahr gleich, ab der Mitte des zweiten Lehrjahres wird in fünf Schwerpunkten ausgebildet, die verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen:

  • Personenkraftwagentechnik: hauptsächlich in der Instandhaltung von Kraftfahrzeugen tätig, z. B. in Werkstätten oder im Pannenhilfsdienst. Darüber hinaus sind sie im Handel beschäftigt, z. B. in Autohäusern oder bei Kfz-Einzelteilhändlern mit integrierter Werkstatt.
  • Nutzfahrzeugtechnik: überwiegende Tätigkeit in der Wartung von Nutzkraftwagen, z. B. in Werkstätten oder im Pannenhilfsdienst. Weitere potentielle Arbeitgeber sind Hersteller und Ausrüster von Nutzkraftwagen, sowie Werkstätten von Speditionen oder Busunternehmen. Auch im Handel, z. B. bei Nutzfahrzeug- bzw. Ersatzteilhändlern mit angeschlossener Werkstatt oder im Großhandel, sind Kfz-Mechatroniker beschäftigt.
  • Motorradtechnik: hauptsächlich tätig in der Herstellung und Wartung von Krafträdern, z. B. in Werkstätten oder im Pannenhilfsdienst. Auch im Einzelhandel, z. B. bei Motorrad- oder Ersatzteilhändlern mit angeschlossener Werkstatt, sind Kfz-Mechatroniker angestellt.
  • Fahrzeugkommunikationstechnik: überwiegende Tätigkeit in Kfz-Werkstätten oder bei Pannenhilfsdiensten. Auch bei Kfz-Herstellern oder deren Zulieferbetrieben gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten, unter anderem in der Herstellung von Motormanagement- oder Bremssystemen. Darüber hinaus kommen Logistikunternehmen mit größerem Fuhrpark, Autohäuser und technische Prüfstellen für Kraftfahrzeuge als Arbeitgeber in Frage.
  • Karosserietechnik[1]

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 18.746 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Auf der Rangliste der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen in Deutschland steht der Ausbildungsberuf damit auf Rang 4.[2]

Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 42 Monate (3 ½ Jahre). Die Ausbildung ist zum Beispiel in Betrieben des Kfz-Gewerbes möglich, die früher auch Kfz-Mechaniker, Automobilmechaniker oder Kfz-Elektriker ausgebildet haben. Weiterhin kann der Beruf in den Ausbildungsabteilungen der deutschen Automobilhersteller und der Automobilimporteure erlernt werden. Zusätzlich gibt es eine gestreckte Gesellenprüfung.

Die erfolgreich bestandene Gesellenprüfung im Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk bildet die Zulassungsvoraussetzung für den Besuch der Meisterschule. Für den Kfz-Mechatroniker besteht die Möglichkeit zur Selbstständigkeit mit Meisterbrief oder nach sechs Jahren durchgehender Tätigkeit als Geselle, wobei vier Jahre eine leitende Funktion ausgeübt werden muss.

Der Schwerpunkt Karosserietechnik wurde mit der Verordnung vom 1. August 2013 interegiert.[3] Die Ausbildungen zum Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik laufen folglich aus.


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Schweiz

Für berufliche Grundbildung im Bereich gibt es in der Schweiz im Moment drei Berufe:

  • Automobil-Assistent EBA (2 Jahre)
  • Automobil-Fachmann/-frau EFZ (3 Jahre)
  • Automobil-Mechatroniker/in EFZ (4 Jahre)

Der Automobil-Assistent hat dabei die niedrigsten Anforderungen und der Automobil-Mechatroniker die höchsten. Der Motorradmechaniker/in EFZ basiert auf einer eigen Verordnung.

Die drei Lernorte sind immer der Ausbildungsbetrieb, die Berufsfachschule und die überbetrieblichen Kurse.

Automobil-Assistent

Die Berufsfachschule wird an einem Tag die Woche besucht. Die überbetrieblichen Kurse umfassen mindestens 20 und höchstens 24 Tage zu 8 Stunden. Die Verordnung trat erstmals am 1. Januar 2007 in Kraft.

Automobil-Fachmann

Im 1. Ausbildungsjahr sind 1½ Tage pro Woche an der Berufsfachschule, ab dem 2. Ausbildungsjahr noch 1 Tag pro Woche. Die Ausbildung ist aufgeteilt in die Fachrichtungen Personenwagen bzw. Nutzfahrzeuge. Die überbetrieblichen Kurse umfassen mindestens 40 und höchstens 45 Tage zu 8 Stunden. Vorgängerberuf war der Automonteur.

Automobil-Mechatroniker

Die Ausbildung ist aufgeteilt in die Fachrichtungen Personenwagen bzw. Nutzfahrzeuge. Die Vorgängerberufe waren Automechaniker und Fahrzeug-Elektriker-Elektroniker. Vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr sind 1½ Tage pro Woche an der Berufsfachschule, im 4. Ausbildungsjahr noch 1 Tag pro Woche. Die überbetrieblichen Kurse umfassen mindestens 60 und höchstens 66 Tage zu 8 Stunden.

Siehe auch

Verwandte Berufe

Weiterbildungsmöglichkeiten

Deutschland:

Karriere im Schweizer Automobil-Handwerk

Schweiz:

Weblinks

Deutschland:

Schweiz:

Einzelnachweise

  1. http://www.berufsinfo.org/Berufe/mechaniker-karosserieinstandhaltungstechnik.html
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
  3. http://www.berufsinfo.org/Berufe/mechaniker-karosserieinstandhaltungstechnik.html