Bürgerplattform

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Dieser Artikel behandelt die polnische Partei. Zur 2012 gegründeten russischen Partei siehe Bürgerplattform (Russland).
Platforma Obywatelska
Bürgerplattform
Logo der PO
Parteivorsitzender Donald Tusk
Partei­vorsitzender Donald Tusk
Gründung 24. Januar 2001
Gründungs­ort Warschau
Haupt­sitz Platforma Obywatelska, Biuro Krajowe
ul. Andersa 21
00-159 Warszawa
Aus­richtung Liberalismus, Christdemokratie, Konservatismus
Farbe(n) Blau, Orange
Parlamentsmandate 207 von 460 (Sejm, 2011)
Mitglieder­zahl 42.636 [1]
Europapartei EVP
EP-Fraktion EVP
Website www.platforma.org

Die Bürgerplattform (polnisch Platforma Obywatelska?/i; PO) ist eine christlich-demokratische und wirtschaftsliberale Partei in Polen. Die Partei gehört zusammen mit der Polnischen Bauernpartei (PSL), mit der sie in einer Koalition derzeit die polnische Regierung stellt, zur Europäischen Volkspartei.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die PO wurde vor den Parlamentswahlen 2001 von Andrzej Olechowski, Maciej Płażyński (zuvor Abgeordnete der bürgerlich-konservativen Wahlaktion Solidarność) und Donald Tusk (zuvor Abgeordneter der liberalen Freiheitsunion) gegründet. Sie will christdemokratische, liberale und konservative Kräfte zusammenschließen.

Bei den Wahlen von 2001 wurde die PO auf Anhieb zweitstärkste Partei im Sejm. 2005 zog sie mit Jan Rokita als Spitzenkandidat für den Sejm und ihrem Parteivorsitzenden Donald Tusk als Präsidentschaftskandidat in die Wahlen. Tusk verlor am 23. Oktober die Stichwahl gegen Lech Kaczyński, bis dato Warschauer Stadtpräsident (Oberbürgermeister), mit 46,5 % zu 53,5 %. Im ersten Wahlgang am 9. Oktober war Tusk mit 38,8 % der Stimmen stärkster Kandidat.

Am 25. September 2005 wurde der 5. Sejm gewählt. Ihre Ziele, stärkste Partei im Sejm zu werden und dort mit der rechts-konservativen Recht und Gerechtigkeit (PiS) eine Regierung zu bilden, erreichte die PO nicht. Sie wurde nur zweitstärkste Fraktion (133 Sitze) im Parlament - nach der PiS mit 158 Sitzen. Die PiS bildete zunächst eine Minderheitsregierung und ging schließlich eine Koalition mit der links-populistischen Bauernpartei Samoobrona und der klerikal-nationalistischen Liga Polnischer Familien (LPR) ein.

Am 21. Oktober 2007 gewann die PO wie bereits zuvor prognostiziert die vorgezogenen Parlamentswahlen in Polen. Sie erhielt 41,51 % der Stimmen, womit sie 209 der 460 Sitze im Sejm erobern konnte.[3] Damit ist sie die mit Abstand stärkste Kraft im damaligen Sejm und bildete zusammen mit der moderaten Bauernpartei PSL (8,91 %; 31 Sitze) eine Regierungskoalition unter Tusk als Ministerpräsidenten. Bei der gleichen Wahl gewann die PO zudem noch 60 von 100 Sitzen im Senat. Sie hatte also im Oberhaus des polnischen Parlaments alleine eine absolute Mehrheit und ist, von der PiS (39 Senatoren) und einem unabhängigen Senator (dem ehemaligen Ministerpräsidenten Włodzimierz Cimoszewicz) abgesehen, die einzige dort vertretene Partei.[4] Bei den Parlamentswahl 2011 39,18 % der Stimmen und damit 207 Sitze im Sejm und zusätzlich 63 Sitze im Senat. Es kam wiederum zu einer Koalition mit der PSL unter Tusk.

Parteivorsitzende seit 2001[Bearbeiten]

Wahlergebnisse der PO[Bearbeiten]

Bei Wahlen zum Sejm

Bei Wahlen zum Europäischen Parlament:

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Platforma Obywatelska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Rzeczpospolita, Platforma boi się... hakerów, 22. Juli 2013
  2. http://www.epp.eu/subsubpagina.php?hoofdmenuID=3&submenuID=44&subsubmenuID=60
  3. http://www.pkw.gov.pl/pkw2/redir.jsp?place=galleryStats&id=107137 Amtliches Endergebnis bekanntgegeben am 23. Oktober 2007 von der staatl. Wahlkommission
  4. http://www.pkw.gov.pl/pkw2/redir.jsp?place=galleryStats&id=107136 Amtliches Endergebnis bekanntgegeben am 23. Oktober 2007 von der staatl. Wahlkommission