BL 6 inch gun Mk V

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BL 6 inch gun Mk V


Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 6-inch gun Mark V
Hersteller Bezeichnung: BL 6 inch gun Mk V
Herstellerland: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Entwickler/Hersteller: Elswick Ordnance Company
Entwicklungsjahr: 1884
Produktionszeit: 1884 bis 19?
Waffenkategorie: Kanone
Technische Daten
Rohrlänge: 30,58 Kaliber 4,661[1]
32 Kaliber 4,877[2]
Kaliber:

6 inch (152.4 mm)

Anzahl Züge: 28 (polygonal)
Ausstattung
Ladeprinzip: Hinterlader

Die BL 6 inch gun Mk V war eine von der Elswick Ordnance Company entwickelte Hinterladerkanone. Sie wurde in der Küstenverteidigung des britischen Weltreichs verwendet. Ursprünglich war sie für die Verwendung der vorhandenen Schwarzpulver-Treibladungen vorgesehen.

Geschichte und Einsatz[Bearbeiten]

Die ab Mitte der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts eingeführten Vorderlader mit gezogenem Lauf (RML - Rifle Muzzle Loading) hatten sich bei der Royal Navy und bei der Küstenartillerie grundsätzlich bewährt. In langwierigen Versuchsreihen waren geeignete Kalibergrößen ermittelt worden. Der Fortschritt im Schiffbau, insbesondere in Hinblick auf Geschwindigkeit und Panzerung der dampfgetriebenen Kriegsschiffe, erforderte jedoch eine höhere Reichweite und Kadenz sowie eine größere Durchschlagskraft. Als gasdichte Verschlüsse verfügbar wurden, ging man daher wieder zum Hinterlader über. Aus ökonomischen Gründen sollten jedoch die in großer Anzahl vorhandenen Treibladungen aus Schwarzpulver weiterverwendet werden. Die Elswick Ordnance entwickelte daraufhin die BL 6 inch gun Mk I (BL - Breech Loading), die ab 1880 von der bei Elswick Ordnance und der Royal Gun Factory gebauten BL 6 inch guns Mk II–VI abgelöst wurde.

Die Elswick Ordnance entwickelte die Version Mk V ursprünglich für den Export. Einige dieser Waffen wurden von der britischen Regierung aufgekauft und in der Küstenverteidigung eingesetzt. Sie erhielten die Bezeichnung 6-inch gun Mark V. Das Geschütz wurde nach Hongkong, Neuseeland, die Australischen Kolonien und Siam exportiert und dort bei der Küstenartillerie eingesetzt.

Konstruktion[Bearbeiten]

Mk V
Mk V Verschluss

Die Konstruktion der Mk V ähnelte prinzipiell der Konstruktion der BL 6 inch guns Mk II–VI. Das Rohr wurde jedoch auf eine Länge von 30 Kalibern verlängert und wies 28[3] statt 24 Züge auf, verschoss aber dieselben 100-lb[4].-Geschosse wie die Versionen Mk III, IV und VI.

Der Verschluss und das Abzugssystem wurden bei den Kanonen in britischen Diensten umgebaut, um sie an die bereits eingeführten Mk III, IV und VI anzugleichen. Der Verschluss war allerdings links angeschlagen, im Gegensatz zur Mk III, IV und VI, die einen rechts angeschlagenen Verschluss besaßen.

Das Rohr war eine Ganzstahlkonstruktion und bestand aus einem Seelenrohr und dem Mantelrohr, das wiederum aus mehreren, sich teilweise überlappenden Ringen bestand.

Die Kanone besaß keine Einrichtung für den Rohrrücklauf und erforderte daher eine besondere Lafettenkonstruktion. Die Geschütze wurden entweder auf hydropneumatischen Gelenklafetten montiert oder besaßen eine Vavasseur-Gleitbahn. Dabei glitt die fest mit der Kanone verbundene Oberlafette auf einer geneigten Gleitbahn der Unterlafette, um den Rückstoß der Kanone zu absorbieren.

QFC Konversion[Bearbeiten]

QFC in Albany, Western Australia, 1943

Während der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde patronierte Munition entwickelt, die mit Schnellfeuergeschützen (QF - Quick Fire) verschossen wurde. Diese neue Technologie führte zu einer deutlichen Erhöhung der Kadenz. Teilweise wurden vorhandene Geschütze auf die Verwendung patronierter Munition umgerüstet. Vier Mk V wurden von New South Wales nach Großbritannien zurückgeführt und dort umgerüstet. Sie erhielten die Bezeichnung QFC (Quick Fire Converted).

Zwei dieser Kanonen waren bis 1945 in Princess Royal Fortress in Albany, Western Australia, eingesetzt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Text Book of Gunnery 1902, Table XII
  2. Text Book of Gunnery 1887, Table XVI
  3. "Treatise on Construction of Service Ordnance, 1893", pages 263-264
  4. Da eine Umrechnung in das metrische System "krumme" Werte ergibt, die teilweise nicht mehr mit den Bezeichnungen der Geschütze und Munition harmonieren, werden im Text für Massen und Gewichte die originalen Maßeinheiten benutzt.
  5. Peter Dunn, "two emplaced at the fortress from 1938 to 1945. It was originally from South Head - Sydney and was one of the four BL guns from the Colony of NSW which was sent to England in the late part of the 19th Century to be converted to QF"

Literatur[Bearbeiten]

  • Treatise on the construction and manufacture of ordnance in the British Service prepared in the Royal Gun Factory, 1887, London: Printed in Order of the Secretary of State of War.
  • „Text Book of Gunnery“, 1887. London: Printed for His Majesty's Stationery Office by Harrison and Sons, St Martin's Lane.
  • „Text Book of Gunnery“, 1902. London: Printed for His Majesty's Stationery Office by Harrison and Sons, St Martin's Lane.

Weblinks[Bearbeiten]