Bagle (Computerwurm)

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Bagle ist ein am 18. Januar 2004 erstmals entdeckter Massen-E-Mail-Computerwurm. Varianten von 2006 sind äußerst zerstörerisch. Zahlreiche Varianten mit verschiedensten Schadfunktionen sind bekannt. Charakteristisch für die Bagle-Familie ist die relativ unauffällige Kompromittierung und Ausnutzung des Zielsystems bei gleichzeitig sehr effizienter Verbreitung nach dem Schneeballsystem.

Infektion, Symptome und Verbreitung[Bearbeiten]

Bagle infiziert alle Windows-Betriebssysteme über manuelles Ausführen eines E-Mail-Dateianhanges, in der Regel eine .exe-Datei mit zufällig generiertem Dateinamen.

Der Wurm deaktiviert zunächst vorhandene Sicherheitssysteme wie Virenscanner und Personal Firewall, kopiert dann "bbeagle.exe" ins Systemverzeichnis und öffnet den Port TCP/6777.

Um sich weiterzuverbreiten, sammelt Bagle E-Mail Adressen u.a. aus den folgenden Dateiformaten auf dem Opfer-PC und verschickt sich selbst an die gefundenen Adressaten. Es verwendet dazu seine eigene SMTP-Routine über Port 25.

* .wab
* .txt
* .htm
* .html

Neben dem Ressourcenverbrauch auf dem PC und im Netzwerk besteht die Gefahr der Rufschädigung, da Bagle gefälschte E-Mails oft an die eigenen privaten oder geschäftlichen Kontakte im Adressbuch verschickt.

Dateinamen und die verwendeten Ports sind aufgrund der Vielzahl an Varianten sehr unterschiedlich. Einige Varianten weisen zudem peer-to-peer- und/oder Trojaner-Charakteristika auf. Weiterhin wird gegebenenfalls zusätzlicher Code von verschiedenen Websites heruntergeladen. Die aktuellen Varianten von 2006 löschen zudem Schlüssel in der Windows-Registrierungsdatenbank, die für das automatische Starten bestimmter Antiviren- oder Sicherheitssoftware nötig sind. Die Varianten von 2006 sollen alle Möglichkeiten ausschließen, den Wurm zu entfernen. Der Wurm geht dabei wie folgt vor:

1. Die Möglichkeit, im abgesicherte Modus hochzufahren, um den Virus zu entfernen, wird abgeschaltet per Registrylöschung. (Bluescreen)

2. Alle Virenscanner werden blockiert und ausgeschaltet.

3. Die CPU-Auslastung wird ständig auf 100 % gehalten. (Arbeiten nur noch im Taskmanager möglich)

4. Die Internetverbindung wird entfernt, um auch von dieser Seite keine Maßnahmen gegen diesen Virus zuzulassen.

Der Wurm tarnt sich mit folgenden Dateien: hldrrr.exe, hidr.exe, srosa.sys und legt nicht sichtbare Ordner an (Rootkit). Sobald ein Ordner mit einem Rootkit-Tool gefunden und gelöscht wird, legt er neue an. Zusätzlich kopiert sich die Datei hldrrr.exe in diese verschiedenen versteckten Ordner, sobald versucht wird, diese zu löschen. Da es kaum möglich ist, mit Virenprogrammen alle hldrrr.exe-Würmer gleichzeitig zu finden, ist ein Wiederherstellen des Systems fast ausgeschlossen.

[1]

Belege[Bearbeiten]

  1. Trend Micro: WORM_BAGLE.EN - Technical details. 19. Juni 2007.

Quellen & Weblinks[Bearbeiten]