Microsoft Windows 2000

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Windows 2000
Schriftzug „Windows (R)“ (Fettdruck, serifenlos), gefolgt vom Zusatz „2000“ (Normaldruck), über dem „W“ klein geschriebener Schriftzug „Microsoft (R)“ (ähnlich dem Design von „Windows 95/98“), im linken Bildteil (teilweise vom Schriftzug überlagert) vier stilisierte übereinander liegende dreidimensionale Fenster, das große Fenster im Vordergrund mit einem wehenden bunten Windowslogo darin
Bildschirmfoto
Bildschirmausdruck von Windows 2000 Professional
Basisdaten
Entwickler Microsoft
Erscheinungsdatum 17. Februar 2000
Aktuelle Version 5.0 Build 2195.6717 (SP 4)
(13. September 2005)
Abstammung Windows NT
Chronik Windows NT 3.1

Windows NT 3.5
Windows NT 3.51
Windows NT 4.0
Windows 2000
Windows XP
Windows Server 2003
Windows XP Prof. x64
Windows Vista
Windows Server 2008
Windows 7
Windows Server 2008 R2
Windows 8
Windows Phone 8
Windows RT
Windows Server 2012

Architekturen x86
Lizenz Microsoft EULA (Closed Source)

Windows 2000, kurz W2K oder Win 2k (von Kilo: „2k“ = 2000), ist ein Betriebssystem von Microsoft. Es ist eine Weiterentwicklung von Windows NT 4.0 und der Vorgänger von Windows XP. Die interne Bezeichnung bei Microsoft lautet Windows NT 5.0.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung als Windows NT 5.0[Bearbeiten]

Die Planungen für Windows NT 5.0, der ursprüngliche Name von Windows 2000, begannen kurz nach der Veröffentlichung von Windows NT 4.0.[1] Mit dem neuen Betriebssystem wollte Microsoft die Administrationskosten für Unternehmen senken, das hauptsächlich durch die Einführung eines Verzeichnisdienstes namens Active Directory geschehen sollte. Das Betriebssystem sollte Ende 1997 veröffentlicht werden.[2] Anfang 1997 verteilte Microsoft eine Vorversion von Active Directory an Entwickler, gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, dass sich die Fertigstellung des Betriebssystems in das Jahr 1998 verschiebe.[1] Diese erste Verzögerung wurde zunächst begrüßt, da die Presse sich davon ein stabileres Betriebssystem erhoffte und viele Unternehmen ohnehin mit der Migration auf den Vorgänger Windows NT 4.0 beschäftigt seien.[3]

In darauffolgenden Presseständen von Microsoft, unter anderem auf der CeBIT im März 1997 und auf der WinHEC im Mai 1997, erläuterte das Unternehmen die Ziele des neuen Betriebssystems. Windows NT 5.0 sollte die Windows 9x- und Windows NT-Linien vereinigen und in diesem Zuge Funktionen wie Plug and Play und USB-Unterstützung beinhalten. Neben der bisherigen 32-Bit-Version sollte es erstmals auch eine 64-Bit-Version von Windows für den Alpha-Prozessor von DEC und einem Prozessor von Intel mit dem Codenamen Merced (dem späteren Intel Itanium) geben. Wie NT 4.0 sollte NT 5.0 in einer Workstation-, Server- und Enterprise-Edition erscheinen.[1] Microsoft lizenzierte am 12. Mai 1997 eine Mehrbenutzertechnologie von Citrix, die neben NT 4.0 (in Form der Terminal Server Edition) auch Bestandteil von NT 5.0 sein sollte.[4]

Auf der COMDEX im Frühjahr 1997 kündigte Microsoft einen Betatest im Zeitraum August/September und eine Veröffentlichung Anfang 1998 an, was in etwa dem Entwicklungszeitraum von Windows NT 4.0 entsprach. Das Betatest-Datum wurde später auf den September 1997 festgesetzt, was sich später als großer Fehler herausstellte, da die Entwickler weit hinter dem Zeitplan lagen und nicht in der Lage waren, in so kurzer Zeit eine Beta-Version des Betriebssystems mit den zuvor versprochenen Funktionen fertigzustellen. Als am 20. September 1997 die erste Beta-Version schließlich veröffentlicht wurde,[1] galt sie als instabil und unausgereift; zahlreiche Neuheiten des Betriebssystems waren in dieser Vorversion nicht vorhanden oder funktionsuntüchtig.[5] Der Termin für den zweiten Betatest, der für den 15. Dezember 1997 vorgesehen war, musste in das Jahr 1998 verschoben werden. In diesem Zuge war auch der geplante Veröffentlichungstermin Anfang 1998 nicht zu halten und musste zum Ende des Jahres verschoben werden. Einige Zeitschriften schrieben gar, dass mit einer Fertigstellung erst 1999 zu rechnen sei. Der zweite Betatest wurde zunächst für den April 1998 versprochen, aber auch dieser Termin fiel schließlich und so veröffentlichte das Unternehmen zunächst nur eine Vorversion im März.[1]

Im Februar 1998 bestätigte Microsoft, dass zu ambitionierte Ziele Schuld an den massiven Verzögerungen im Entwicklungsprozess seien. Zu den Plänen, die für Windows NT 5.0 vorgesehen waren, zählten etwa eine TV-Funktion (die später unter der Bezeichnung WebTV Bestandteil von Windows 98 wurde) sowie ein Projekt mit dem Codenamen Chrome, das DirectX und HTML kombinieren sollte, um Multimediainhalte im Web bereitzustellen, aber letztendlich nie realisiert wurde. Spekulationen, wonach gar das von Anfang an versprochene Active Directory dem Entwicklungsprozess zum Opfer fallen könnte, dementierte Microsoft klar. Der zweite Betatest wurde auf den Juni 1998 festgesetzt, das Endprodukt sollte nunmehr tatsächlich Anfang 1999 erscheinen. Der endgültige Termin für den zweiten Betatest war, nach weiteren Verzögerungen, der 18. August 1998.[1] Zwar enthielt diese Version laut Microsoft alle für das Endprodukt vorgesehenen Funktionen, sie galt jedoch auch als instabil und unausgereift.[6] Aufgrund dessen plante Microsoft einen dritten Betatest zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt.[7]

Fortführung unter dem Namen Windows 2000[Bearbeiten]

Am 27. Oktober 1998 wurde dann der Name Windows 2000 durch Microsoft offiziell festgelegt. Dieser Schritt war in der Öffentlichkeit äußerst kontrovers, da Windows NT bislang der Name für Business-Betriebssysteme war, während hingegen die Bezeichnung Windows ohne Zusatz mit Consumer-Betriebssystemen assoziiert wurde.[1] Diese Entscheidung sollte sich erst im Nachhinein als richtig herausstellen, denn viele Nutzer sahen Windows 2000 nach seiner Veröffentlichung als ein besseres Betriebssystem als Windows NT an, obwohl Windows 2000 letztlich auch nur eine Version von Windows NT ist.[8] Gleichzeitig wechselten die drei Versionen des Betriebssystems ihren Namen; sie hießen nunmehr Professional, Server und Advanced Server. Der Windows 2000 Server würde anders als die bisherigen Server-Versionen von Windows NT nur noch zwei statt vier Prozessoren unterstützen,[1] der Advanced Server nur noch vier statt acht Prozessoren. Neu angekündigt wurde der Datacenter Server, eine Version für große Rechenzentren, die bis zu 16 Prozessoren und 64 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützen werde.[9]

Im Januar 1999 erklärte Microsoft, dass das Endprodukt erst am 25. Februar 2000 erscheinen werde; der dritte Betatest sollte im April 1999 stattfinden. Zu dieser erneuten Verzögerung trugen zahlreiche Faktoren bei: die parallel verlaufende Hardwareentwicklung und die dadurch entstehende Notwendigkeit, Treiber für diese neue Hardware zu schreiben (etwa den Pentium III-Prozessor), Vorsorgemaßnahmen aufgrund des Jahr-2000-Problems, die zuvor erfolgte Namensänderung sowie die parallele Arbeit an der 64-Bit-Version. Aufgrunddessen entstanden kurzzeitig Gerüchte um eine Version des Betriebssystems, der zwar bestimmte Funktionen, wie das Upgrade einer bestehenden Windows-NT-Domäne auf Active Directory, fehlen würden, die aber die zeitliche Lücke bis zur endgültigen Veröffentlichung schließen sollte.[10] Der dritte Betatest, an dem 650.000 Betatester teilnahmen, startete schließlich am 30. April 1999[1]. Diese Version löste die Probleme, die in vergangenen Betatests auftraten, und brachte große Hoffnungen auf die Endversion.[11]

Am 1. Juli 1999[1] folgte der Release Candidate von Windows 2000. Auch wenn das Betriebssystem nochmals stabiler war als beim letzten Betatest, zeigten sich immer noch Probleme im Zusammenhang mit Active Directory.[12] Am 18. August 1999[1] entschied Microsoft, dass die Server-Varianten von Windows 2000 die doppelte Anzahl an Prozessoren unterstützen würden - 4 beim Server, 8 beim Advanced Server und 32 beim Datacenter Server.[13] Damit revidierte Microsoft seine frühere Entscheidung, die Anzahl der unterstützten Prozessoren im Vergleich zu NT 4.0 zu reduzieren[1] und reagierte auf das zu erwartende Erscheinen von Systemen mit acht Prozessoren.[13]

Der zweite Release Candidate, der ursprünglich am 6. September folgen sollte[13], erschien schließlich wenige Tage später am 15. September. Doch auch dies sollte nicht der letzte Release Candidate sein; Microsoft brachte am 17. November eine dritte Version heraus, und am 15. Dezember erreichte Windows 2000 schließlich den Release to Manufacturing-Status.[1] Am 17. Februar 2000 erschienen schließlich Windows 2000 Professional, Server und Advanced Server.[14] Der Start von Windows 2000 drohte zunächst, überschattet zu werden: laut einer internen Nachricht von Microsoft solle Windows 2000 63.000 Fehler haben. Es stellte sich jedoch heraus, dass dies nur das Resultat eines Programms sei, das den Quelltext von Windows 2000 automatisiert überprüfe und daher nichts mit der Anzahl der Fehler im Betriebssystem zu tun habe.[15] Der Windows 2000 Datacenter Server kam am 26. September 2000 auf den Markt.[16]

64-Bit-Version von Windows 2000[Bearbeiten]

Parallel zur 32-Bit-Version arbeitete ein separates Entwicklerteam, geführt von David N. Cutler, an der 64-Bit-Version des Betriebssystems, die Anfang 2000 für den Alpha-Prozessor und später gemeinsam mit der Veröffentlichung des Itanium-Prozessors auch für diese Architektur erscheinen sollte.[17] Diese Version sollte nicht nur mehr als die bei 32-Bit-Prozessoren adressierbaren 4 Gigabyte an Arbeitsspeicher unterstützen, sondern noch einige zusätzliche Funktionen beinhalten, um sie für Großunternehmen attraktiver zu machen.[18] Compaqs Ankündigung, die Entwicklung von Alpha-Prozessoren zu beenden, brachte jedoch nicht nur das Ende für die 32-Bit-Version, die sich bereits in der Release Candidate-Phase befand, sondern auch für die 64-Bit-Version.[19] Da jedoch funktionierende Prototypen des Itanium-Prozessors fehlten und es auch keine anderen 64-Bit-Systeme gab, die für Windows 2000 in Frage gekommen wären, arbeiteten die Entwickler vorerst weiter mit Alpha-Rechnern.[20]

Im August 1999 demonstrierten Microsoft und Intel erstmals Windows 2000 auf einem Prototyp eines Itanium-Systems.[21] Im Juni 2000 erschien eine Vorversion der 64-Bit-Version von Windows 2000; diese erhielten die Besitzer der 5.000 bis dahin ausgelieferten Itanium-Prototypen.[22] Danach endeten die Arbeiten an der 64-Bit-Version von Windows 2000; diese wurde fortan auf Basis des Nachfolgers, Windows Whistler, entwickelt.[23]

Service Packs und Aktualisierungen[Bearbeiten]

  • Die Service Packs sind sprachabhängig, das heißt ein deutsches Windows-2000-Betriebssystem benötigt auch ein deutsches Service Pack.
  • Das letzte Service Pack 4 enthielt unter anderem auch Treiber für USB 2.0.
  • Des Weiteren sind die Service Packs kumulativ, so dass man nur das aktuelle installieren muss, um auch die Korrekturen der älteren Service Packs im System zu integrieren. Microsoft beschloss im November 2004, keine weiteren Service Packs mehr zu veröffentlichen, sondern nur noch „Update-Rollup“-Pakete.[24] Diese Kumulativität trifft nicht auf „Update-Rollup“-Pakete zu. Das Update Rollup 1 Version 2 ersetzt das vorherige Update Rollup 1 vom 28. Juni 2005, da dies Fehler enthielt.[25]
Titel Datum Größe
Service Pack 1, deutsch[26] 9. August 2000 > 80 MB
Service Pack 2, deutsch[27] 15. Mai 2001 100 MB
Service Pack 3, deutsch[28] 1. August 2002 125 MB
Service Pack 4, deutsch 20. Juni 2003 129,6 MB
Update Rollup 1 Version 2, deutsch 13. September 2005 30,9 MB

Windows 2000 wird seit April 2005 offiziell nicht mehr vertrieben. Die umfassende Unterstützung mit Hotlines lief am 30. Juni 2005 aus. Bis zum 13. Juli 2010 lieferte Microsoft im Rahmen der erweiterten Unterstützung („Extended Support“) noch Sicherheitsaktualisierungen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Windows 2000 wurde gleich zu Beginn in mehreren Versionen veröffentlicht, die sich unter anderem durch die Anzahl der benutzbaren Prozessoren und des unterstützten Arbeitsspeichers unterscheiden und jeweils für ein bestimmtes Aufgabenfeld bestimmt sind:

  • Windows 2000 Professional ist das Betriebssystem für Workstations (Clients) und der Nachfolger von Windows NT 4.0 Workstation. Es können bis zu zwei Prozessoren und 4 GB RAM verwendet werden. Auch Hyperthreading bei Intel-Prozessoren bis zu zwei Kernen wird unterstützt.
  • Windows 2000 Server ist für den Einsatz als Server ausgelegt. Es können bis zu vier Prozessoren und 4 GB RAM verwendet werden.
  • Windows 2000 Advanced Server ist für Redundanz ausgelegt. Es können bis zu acht Prozessoren und 8 GB RAM verwendet sowie zwei Clusterknoten gebildet werden.
  • Windows 2000 Datacenter Server ist für besonders leistungsfähige Hardware ausgelegt. Es können bis zu 32 Prozessoren und 64 GB RAM verwendet sowie vier Clusterknoten gebildet werden.
  • Windows Powered basiert auf dem Windows 2000 Advanced Server und bietet Zusatzfunktionen zum Erstellen und Konfigurieren eines Network Attached Storages.

Eine Embedded-Version wie zuvor bei Windows NT 4.0 war zwar geplant, Microsoft gab aber am 24. April 2000 das Ende der Entwicklungsarbeiten an dieser Version bekannt.[29]

Anders als bei seinen Nachfolgern ist bei Windows 2000 noch keine Produktaktivierung durch Microsoft erforderlich.

Neuerungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Die Benutzeroberfläche von Windows 2000 entspricht der des zuvor erschienenen Windows 98; sie profitiert zudem von einigen Verbesserungen durch den im Betriebssystem enthaltenen Internet Explorer 5.0. Darüber hinaus enthält Windows 2000 nur kleinere Neuheiten; so unterstützt Windows 2000 personalisierte Menüs, das heißt, selten benutzte Verknüpfungen im Startmenü werden automatisch ausgeblendet. Windows 2000 ermöglicht zudem wie Windows 98 Zweite Ausgabe die Internetverbindungsfreigabe.[30]

Windows 2000 enthält eine neue Version des Dateisystems NTFS. Zu den neuen Funktionen dieser Version zählen etwa Datenträgerkontigente, mit denen der von einem Benutzer beanspruchbare Festplattenspeicher festgelegt werden kann, sowie das Encrypting File System, mit dem Dateien auf der Festplatte verschlüsselt werden können. Zudem unterstützt NTFS mit dieser Version erstmals Sparse-Dateien. Ältere Versionen von Windows sind mit der neuen Version von NTFS nicht kompatibel, das Service Pack 4 für Windows NT 4.0 enthält jedoch einen Patch, der das Lesen und Schreiben von mit Windows 2000 erstellten NTFS-Partitionen ermöglicht.[31] Windows 2000 unterstützt zudem das FAT32-Dateisystem, welches bereits in den Consumer-Versionen von Windows Verwendung fand.[32]

Die Systemdateiüberprüfung überwacht wichtige Systemdateien des Rechners und ersetzt sie automatisch, falls sie beschädigt oder gelöscht werden sollten.[33] Windows 2000 beinhaltet zudem erstmals ein Defragmentierungsprogramm, eine beschränkte Version des Programms Diskeeper von Executive Software.[34] Im Gegensatz zu Windows NT 4.0, das nur bestimmte Komponenten von DirectX implementierte, bietet Windows 2000 eine vollständige Unterstützung von DirectX.[33]

Serverfunktionen[Bearbeiten]

Eine der größten Neuheiten der Serverversionen von Windows 2000 ist Active Directory. Dabei handelt es sich um einen auf LDAP basierenden Verzeichnisdienst, in dem alle Ressourcen des Netzwerks, wie Benutzer, Gruppen und Computer zentral hierarchisch verwaltet werden. Active Directory verwendet Dynamisches DNS, um die Netzwerkressourcen zu adressieren. Im Gegensatz zu Windows NT 4.0 kann jeder Server zu einem Domänencontroller werden, ohne dass das Betriebssystem neu installiert werden muss. Mit Active Directory kommt auch Kerberos, ein ticket-basiertes System zur Authentifizierung von Personen. Ähnlich wie Windows 98 können Benutzer sich in Windows 2000 mittels einer Smartcard authentifizieren.[30]

Windows 2000 unterstützt Gruppenrichtlinien. Damit können Berechtigungen für einen Computer gesetzt werden, etwa das Recht, die Systemsteuerung aufzurufen. Zudem führt Windows 2000 das verteilte Dateisystem DFS ein, dass es ermöglicht, Ressourcen, die sich auf mehreren Servern befinden, unter einem Namen zusammenzufassen.[30]

Mit Routing und RAS enthält Windows 2000 eine Erweiterung des bis Windows NT 4.0 enthaltenen RAS-Dienstes. Dieses enthält eine verbesserte und vereinfachte Benutzeroberfläche und ermöglicht erstmals Network Address Translation (NAT), ähnlich wie es bereits bei der Internetverbindungsfreigabe verwendet wird. Für VPNs bietet Windows 2000 das L2TP-Protokoll, welches auf IPSec basiert und sicherer ist als das ältere PPTP-Protokoll. Zudem entfällt die Beschränkung von 256 gleichzeitigen Verbindungen, prinzipiell können sich beliebig viele RAS-Clients mit einem Windows-2000-Server verbinden.[35] In einem kleinen Netzwerk kann Windows 2000 mithilfe von APIPA die IP-Adressen automatisch ohne administrative Konfiguration zuweisen.[30]

Architektur[Bearbeiten]

Windows 2000 besitzt einen modularen Aufbau. Die unterste Ebene bildet der HAL. Darauf bauen der eigentliche Betriebssystem-Kern und die Subsysteme auf. Der HAL selbst wurde für frühere Windows-NT-Versionen hardwareunabhängig entwickelt. Der Betriebssystemkern kümmert sich um die Vergabe des Arbeitsspeichers und der Rechenzeit. Auf den Kern setzen die verschiedenen Subsysteme (Win32, OS2 und POSIX) auf. Dem Win32-Subsystem kommt dabei die größte Bedeutung zu, da es sich auch um den Fensteraufbau kümmert und die Signale der Eingabegeräte verarbeitet. Mit Windows NT 4.0 hat Microsoft Teile des GDI-Systems mit in den Kernel-Bereich genommen.

Windows 2000 führt zwei neue Module des Betriebssystemkerns ein. Dies ist zum einen der PnP-Manager, der Plug and Play implementiert und es so Windows 2000 ermöglicht, ähnlich wie Windows 95 und Windows 98 angeschlossene Hardware automatisch zu erkennen und zu installieren. Zum anderen ist dies der Power-Manager, der die Stromsparfunktionen des ACPI-Standards implementiert, dadurch kann Windows 2000 erstmals in den Standby-Modus oder den Ruhezustand geschaltet werden. Dies erfordert allerdings neue Gerätetreiber, die mit dem Power-Manager kompatibel sind – werden ältere Gerätetreiber, etwa für Windows NT 4.0, verwendet, stehen die Stromsparfunktionen nicht zur Verfügung.[32]

Die Subsysteme arbeiten in der Regel nur auf Ring 3 (Privilegierungsstufe). Dadurch ist der Betriebssystemkern selbst vor Abstürzen in den Programmen geschützt.

Windows 2000 unterstützt das Windows Driver Model, mit dem es unter anderem möglich ist, Gerätetreiber zu schreiben, die sowohl mit Windows 2000 als auch mit Windows 98 kompatibel sind.[32] Das Betriebssystem enthält zahlreiche neue Gerätetreiber, unter anderem unterstützt es erstmals in der NT-Reihe USB-Geräte.[30]

Systemvoraussetzungen[Bearbeiten]

Windows 2000 Professional[Bearbeiten]

  • unterstützt bis zu 2 CPUs

Mindestanforderungen[Bearbeiten]

  • Pentium oder kompatible CPU mit 133 MHz
  • 32 MB RAM (maximal 4 GB)
  • 2 GB Festplatte mit mindestens 650 MB freiem Speicherplatz
  • CD-Laufwerk oder Diskettenlaufwerk mit Netzwerk-Startdiskette zur Netzwerkinstallation
  • VGA-Grafikkarte oder besser
  • Maus und Tastatur

Empfohlen[Bearbeiten]

  • Pentium oder kompatible CPU mit 400 MHz und mehr
  • 128 MB RAM (maximal 4 GB)
  • 4 GB Festplattenspeicher mit 2 GB freiem Speicherplatz
  • CD/DVD-Laufwerk
  • PCI/AGP VGA/SVGA-Grafikkarte

Windows 2000 Server[Bearbeiten]

  • bis zu 4 CPUs
  • Pentium-kompatible CPU mit 233 MHz oder mehr
  • mindestens 64 MB RAM (128/256 MB für Arbeit als Domänencontroller) (maximal 4 GB)
  • mindestens 2 GB Festplattenspeicher mit mindestens 650 MB freiem Speicherplatz
  • CD-ROM-Laufwerk
  • VGA-Grafikkarte oder besser

Windows 2000 Advanced Server[Bearbeiten]

  • bis zu 8 CPUs (Lizenz-Upgrade auf 32 CPUs möglich)
  • Pentium-kompatible CPU mit 133 MHz oder mehr
  • mindestens 64 MB RAM (maximal 8 GB mittels PAE)
  • mindestens 2 GB Festplattenspeicher mit mindestens 1 GB freiem Speicherplatz
  • CD-ROM-Laufwerk
  • VGA-Grafikkarte oder besser.

Windows 2000 Datacenter Server[Bearbeiten]

  • achtwegefähiger, fehlertoleranter Computer
  • Pentium-III-Xeon-Prozessor oder besser
  • min. 256 MB RAM (maximal 64 GB mittels PAE)
  • mindestens 2 GB Festplattenspeicher mit mindestens 1 GB freiem Speicherplatz
  • CD-ROM-Laufwerk
  • VGA-Grafikkarte oder besser

Aktuelle Bedeutung des Betriebssystems[Bearbeiten]

Ende 2009 waren noch rund 61.000 Installationen mit Windows 2000 Server in Deutschland im Betrieb.[36] Microsoft hatte angekündigt, das Betriebssystem bis 13. Juli 2010 mit sicherheitskritischen Korrekturen zu unterstützen („Extended Support“). Viele Firmen gingen davon aus, dass das System bis dahin noch ausreichend war. Das Service Pack 4 war allerdings das letzte Service Pack. Bis zum Ende des Supports konnte das Betriebssystem – gegebenenfalls durch Softwarekomponenten anderer Hersteller – in allen wichtigen Anwendungsbereichen Office, Internet und Multimedia mit der aktuellen Entwicklung Schritt halten.

Das letzte unter Windows 2000 nutzbare Microsoft Office ist die Version 2003. Office 2007 lässt sich nicht mehr installieren. Administratoren kritisieren dies als Windows-Zwangsupdate, zumal sich Office 2007 mithilfe einer gepatchten Installationsdatei unter Windows 2000 installieren ließe und lauffähig wäre.[37] OpenOffice.org unterstützt das System bis Version 3.3.[38] Aktuelle Hardware lässt sich unter Windows 2000 bis heute oft nutzen. Gerätetreiber für Windows 2000 sind oftmals identisch mit denen für Windows XP. Einige neuere Multimedia-Komponenten wie TV-Karten, Kameras und Scanner setzen aber zumindest Windows XP voraus. Digitalkameras lassen sich jedoch meist auch ohne spezielle Treiber als Wechseldatenträger ansprechen. Heutzutage wird Windows 2000 beispielsweise noch oft in Kontoauszugsdruckern verwendet.

Für private Nutzung stellt sich die aktuelle Situation anders dar. Daher konnte Windows 2000 bereits mit einigen Funktionen des damals aktuellen Windows ME aufwarten. Dieses Projekt wurde aber mit der Einführung von Windows XP wieder verworfen. Dadurch wurde die Unterstützung von Multimediafunktionen und Spielen sowohl von Microsoft als auch von Spieleherstellern unattraktiv. Bestimmte Multimedia-Codecs und andere Schnittstellen stehen nicht mehr in aktuellen Versionen zur Verfügung. Direct X wird, ebenso wie unter Windows XP, noch in Version 9.0c von Microsoft mit Sicherheitsaktualisierungen unterstützt. Einige Komponenten (z. B. ASPI-Treiber) wurden nicht durch Service Packs nachgerüstet und müssen von Fremdanbietern den Treibern beigefügt werden. Heute gibt es viele Anwendungen, darunter vor allem aktuelle Spiele, die nicht mehr unter Windows 2000 installiert werden können. Ebenso lassen sich der Windows Defender und der Internet Explorer 7 unter Windows 2000 nicht installieren. .NET wird nur bis zur Version 2.0 für Windows 2000 unterstützt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Paul Thurrott: The Road to Gold: The development of Windows 2000 Reviewed. 15. Dezember 1999. Archiviert vom Original am 7. Februar 2007. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  2. Bob Trott: NT 5.0 to ease management: Upgrade to cut PC ownership costs. In: InfoWorld. 18, Nr. 46, 11. November 1996, S. 6.
  3. Laura DiDio: NT 5.0 rates a thumbs-up: Early users like new features of Active Directory. In: Computerworld. 31, Nr. 14, 7. April 1997, S. 2.
  4. Microsoft and Citrix Sign Technology Cross-Licensing and Development Agreement. 12. Mai 1997. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  5. Jeff Symoens: NT Workstation 5.0: better OS for desktops, portables. In: InfoWorld. 19, Nr. 40, 6. Oktober 1997, S. 162.
  6. Cara Cunningham, Bob Trott, Ephraim Schwartz: Name game: Microsoft to rechristen NT. In: InfoWorld. 20, Nr. 41, 12. Oktober 1998, S. 1, 24.
  7. Bob Trott: Microsoft moves closer to NT 4.0. In: InfoWorld. 20, Nr. 34, 24. August 1998, S. 12.
  8. Paul Thurrott: Windows Server 2003: The Road To Gold – Part One: The Early Years. 24. Januar 2003. Archiviert vom Original am 1. Januar 2005. Abgerufen am 28. Mai 2012.
  9. Bob Trott: Windows 2000: Datacenter Server carries high-end hopes. In: InfoWorld. 20, Nr. 44, 2. November 1998, S. 25.
  10. Bob Trott: Waiting for Windows 2000: Possible interim NT release this year may offset concerns. In: InfoWorld. 21, Nr. 3, 18. Januar 1999, S. 1, 25.
  11. John Fontana: Windows 2000 Beta 3 gets good early marks: Fewer crashes, heightened security features among features cited. In: Network World. 16, Nr. 19, 10. Mai 1999, S. 14.
  12. John Fontana: Windows 2000 moving forward, but work remains: IBM gearing up to provide systems, software optimized for long-awaited operating system. In: Network World. 16, Nr. 36, 6. September 1999, S. 10.
  13. a b c Ephraim Schwartz, Bob Trott: Win2K gets an SMP boost: Microsoft ups promised multiprocessor support. In: InfoWorld. 21, Nr. 34, 23. August 1999, S. 18.
  14. Dominique Deckmyn: Microsoft unveils enterprise bid: But few applications exploit Windows 2000. In: Computerworld. 34, Nr. 8, 21. Februar 2000, S. 1, 16.
  15. Ann Harrison, Dominique Deckmyn: Win 2k Bug Memo Causes Brief Uproar. In: Computerworld. 34, Nr. 8, 21. Februar 2000, S. 16.
  16. Microsoft Windows Datacenter Program - All Systems Go. 26. September 2000. Abgerufen am 3. Mai 2014.
  17. Paul Thurrott: WinInfo exclusive: 64-bit Windows 2000 ahead of schedule. 11. April 1999. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  18. Paul Thurrott: 64-bit Windows 2000 on track for mid-2000. 26. Juli 1999. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  19. Paul Thurrott: Update: Microsoft cancels 64-bit Windows 2000 on Alpha. 25. August 1999. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  20. Paul Thurrott: Windows 2000 reportedly returning to Alpha platform. 21. Juni 2000. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  21. Paul Thurrott: Intel and Microsoft announce 64-bit Windows 2000 success. 30. August 1999. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  22. Stephen Shankland: Microsoft ready to send 64-bit Windows 2000 to developers. CNET. 12. Juli 2000. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  23. Microsoft Delivers First Beta Release of Next Version of Windows, Code-Named "Whistler". 31. Oktober 2000. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  24. http://www.heise.de/newsticker/Kein-Service-Pack-5-fuer-Windows-2000--/meldung/53733
  25. Anmerkungen zu Update-Rollup 1
  26. http://www.heise.de/newsticker/Service-Pack-1-fuer-Windows-2000--/meldung/10956
  27. http://www.heise.de/newsticker/Deutsches-Service-Pack-2-fuer-Windows-2000-im-Web--/meldung/17767
  28. http://www.heise.de/newsticker/Service-Pack-3-fuer-Windows-2000-fertig--/meldung/29580
  29. Microsoft Windows 2000 Embedded Doesn’t Stick Around. 4. Mai 2000. Abgerufen am 1. Mai 2014.
  30. a b c d e Larry Seltzer: Windows 2000: Was it worth the wait?. In: PC Magazine. 19, Nr. 4, 22. Februar 2000, S. 116–133.
  31. Microsoft Knowledge Base - New Capabilities and Features of the NTFS 3.0 File System. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  32. a b c Mark Russinovich: Inside the Windows 2000 Kernel. 27. Oktober 1999. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  33. a b Mark Pace: Robust client offers wide device support: Integrated with AD, Professional lowers admin costs. In: InfoWorld. 22, Nr. 6, 7. Februar 2000, S. 38–40.
  34. Zubair Alexander: Scheduling Windows 2000’s Disk Defragmenter. 5. März 2000. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  35. Sean Daily: What's New in Routing and Remote Access. 15. Mai 2001. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  36. http://www.microsoft.com/germany/newsroom/pressemitteilung.mspx?id=532871
  37. Kritik an Microsoft wegen „Windows-Zwangsupdate“ (Offline)
  38. System Requirements for OpenOffice.org 3 (englisch)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]