Berg-Sauerampfer

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Berg-Sauerampfer
Berg-Sauerampfer

Berg-Sauerampfer

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Gattung: Ampfer (Rumex)
Untergattung: Acetosa
Art: Berg-Sauerampfer
Wissenschaftlicher Name
Rumex arifolius
All.
Illustration aus Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der Berg-Sauerampfer oder Gebirgs-Sauerampfer (Rumex arifolius, Syn. Rumex alpestris Jacq.) ist eine eurasische Ampfer-Art, die in Europa ausschließlich in den Gebirgen zu finden ist. Sie ähnelt sehr dem Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa).

Beschreibung[Bearbeiten]

Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 30 cm und 100 cm erreicht. Die Laubblätter sind im Umriss eiförmig oder oval und etwa zwei- bis dreimal so lang wie breit. Am Grunde sind sie deutlich herzförmig ausgerandet. Während die Grundblätter lang gestielt sind, sind die Stängelblätter mehr oder weniger ungestielt, und die Blattgrund umfasst den Stängel.

Im Gegensatz zum Wiesen-Sauerampfer ist die Ochrea ganzrandig, bei älteren Blättern dann auch teilweise eingerissen, aber nicht fransig zerschlitzt.

Es ist eine zweihäusig getrenntgeschlechtige Pflanze (monözisch). Der Blütenstand ist meist nur einfach verzweigt. Die herzförmigen ganzrandigen Valven sind 3,5 bis 4,4 mm lang, weniger breit und ganzrandig. Die Blütezeit ist je nach Standort zwischen Juni und August.

Ökologie[Bearbeiten]

Die 2,5-3 mm langen, graugelben, matten Nüsschen unterliegen mit ihren Valven der Windausbreitung als Drehflieger, daneben erfolgt Verdauungs- und Zufallsausbreitung durch Weidetiere, z.B. durch Gämsen.

Die Fruchtreife beginnt ab Juli.

Verbreitung und Standortansprüche[Bearbeiten]

Der Berg-Sauerampfer kommt in den gemäßigten und kühlen Gebieten Eurasiens (Westeuropa bis Japan) vor. In West- und Mitteleuropa findet man ihn allerdings nur in den Gebirgen.

Er wächst dort in Buchenwäldern der Hochlagen sowie auf nährstoffreichen und feuchten Wiesen oder Weiden der Hochlagen.

Bemerkungen zur Systematik[Bearbeiten]

Für den Berg-Sauerampfer gibt es eine ganze Reihe von Synonymen, von denen Rumex alpestris nur der in Europa gebräuchlichste ist. Andere wichtige Synonyme sind beispielsweise Rumex montanus Desf. oder Rumex amplexicaulis Lapeyr..

Der Berg-Sauerampfer und der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa) teilen eine ganze Reihe gleicher Merkmale. Gerade bei Pflanzen, die im Gebirge wachsen, kann die Unterscheidung recht schwierig sein. Im Allgemeinen hat der Wiesen-Sauerampfer etwas dickere Blätter, die Stängelblätter haben eine etwas schmalere Form, die Ochrea ist fransig zerschlitzt oder zumindest gezähnt, und die Valven sind etwas kleiner, während die Nußfrüchte etwas größer sind.

Aufgrund der Ähnlichkeit wird der Berg-Sauerampfer auch oft als Unterart des Wiesen-Sauerampfers angesehen (Rumex acetosa subsp. arifolia und andere Namen).

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz Deutschland. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen. 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2
  • Hayashi Yasaka: Nihon-no Yasou. Yama to Keikoku Sha, Tokyo 1983, ISBN 4-635-09016-7
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rumex arifolius – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien