Japan

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Dieser Artikel behandelt den Staat Japan. Zur gleichnamigen Band siehe Japan (Band).
日本国
Nihon-koku/Nippon-koku
Japan
Flagge Japans
Nationales und Kaiserliches Siegel Japans
Flagge Siegel
Amtssprache Japanisch
Hauptstadt Tokio
(siehe auch Hauptstadt Japans)
Staatsform Parlamentarische Erbmonarchie
Regierungssystem Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Kaiser Akihito (de facto)
Regierungschef Premierminister Shinzo Abe
Fläche 377.835 (*) km²
Einwohnerzahl 2010:[1]
  • 128.056.026

31. März 2012:[2][3]

  • 126.659.683
Bevölkerungsdichte 337,08 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011:[4]
  • $ 5.869 Milliarden (3.)
  • $ 4.440 Milliarden (4.)
  • $ 45.920 (18.)
  • $ 34.740 (25.)
Human Development Index 0,912 (10.) (2012)[5]
Währung Yen (JPY)
Gründung 11. Februar 660 v. Chr. (mythologisch und gesetzlich)
3. Mai 1947 (Inkrafttreten der Nachkriegsverfassung)
28. April 1952 (Ende der Besatzungszeit und volle Souveränität)
Nationalhymne Kimi Ga Yo
Zeitzone UTC+9 (JST)
Kfz-Kennzeichen J
ISO 3166 JP, JPN, 392
Internet-TLD .jp
Telefonvorwahl +81
(*) ohne die umstrittenen Kurilen
Ägypten Äthiopien Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Frankreich Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China Singapur Australien Malaysia Brunei Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha Indien Osttimor Papua-Neuguinea Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Oman Jemen Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (Hawaii) Salomonen Frankreich (Neukaledonien) FidschiJapan on the globe (claimed) (Japan centered).svg
Über dieses Bild
Japan (Japan)
Hokkaidō
Kyūshū
Honshū
Shikoku

Japan (jap. 日本, Nihon/Nippon; anhören?/i) ist ein ostasiatischer Staat und der flächenmäßig viertgrößte Inselstaat der Welt. Die Bevölkerung konzentriert sich auf vier Hauptinseln. Mit über 126 Millionen Einwohnern liegt Japan auf Platz zehn der bevölkerungsreichsten Länder der Erde.

Der Staat Japan ist seit 1947 eine parlamentarische Monarchie, ohne dass die Verfassung jedoch einen Monarchen als Staatsoberhaupt festschreibt. De-facto-Hauptstadt und größte urbane Siedlung Japans ist Tokio.

Japan ist ein hoch entwickeltes Industrieland und war viele Jahre die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter den USA, mit denen es militärisch seit 1952 verbündet ist. Japan ist Mitglied der Gruppe der acht größten Industrienationen der Welt.

Die Bildung eines Staatswesens begann in Japan im 5. Jahrhundert unter kulturellem Einfluss des chinesischen Kaiserreichs. Seit dem 16. Jahrhundert stand Japan im Kontakt mit dem Westen und stieg seit dem 19. Jahrhundert zur Großmacht auf, erwarb Kolonialbesitz und nahm an beiden Weltkriegen teil. Eine aggressive Expansionspolitik in China mündete in den Pazifikkrieg und die Niederlage an der Seite der Achsenmächte. Japans Vergangenheit als Kolonial- und Besatzungsmacht belastet noch heute die Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten.

Landesbezeichnung

Der Landesname setzt sich aus den Zeichen (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“, „Wurzel“ oder „Beginn“) zusammen. Japan ist deshalb auch als das „Land der aufgehenden Sonne“ bekannt. Der zusammengesetzte Begriff kann sowohl „Nippon“ (にっぽん) als auch „Nihon“ (にほん) ausgesprochen werden: Während „Nippon“ eher in der formalen Sprache, auf japanischem Geld und Briefmarken sowie bei internationalen Veranstaltungen verwendet wird, kommt in der Alltags- und Umgangssprache „Nihon“ häufiger vor.

Die Nomenklatur des Landesnamens stammt von der offiziellen Korrespondenz der japanischen Herrscher mit der chinesischen Sui-Dynastie (6.–7. Jahrhundert) und bezieht sich auf die von China aus gesehen östliche Lage des Landes. Die reinjapanische Lesung anstelle des sinojapanischen Nihon/Nippon ist Hi no Moto (no Kuni) (日[の]本([の]国)). Zuvor war das Land als Wakoku (倭国, „Land der Wa“) bekannt, wobei Wa () erst ein Demonym war und dann auch für das Land als ganzes verwendet wurde. Da das von den Chinesen verwendete Schriftzeichen als „Zwerg“ verstanden werden kann, wurde dieses später in Japan durch das homophone „Harmonie“ ersetzt. Beide Schriftzeichen üblicherweise mit „groß“ als Präfix wurden auch verwendet um die historische Bezeichnung Yamato zu schreiben, welches im engeren Sinne die Provinz Yamato meint, die die Keimzelle des japanischen Kaiserreichs war und damit als Pars pro toto im weiteren Sinne auch das ganze Land. Eventuell ist Yamato identisch mit dem japanischen Land Yamatai, das in chinesischen Quellen aus dem 3. Jahrhundert beschrieben wird.

Der Name „Japan“ ist ein Exonym, das sich vermutlich von einer chinesischen oder Wu-Aussprache der Schriftzeichen ableitet. So gab etwa Marco Polo den chinesischen Begriff für Japan (chinesisch 日本國Pinyin rìbĕnguó) als Cipangu wieder. Das frühere malaiische Wort für Japan, „Jepang“ (heute „Jepun“), wurde ebenfalls einer chinesischen Sprache entlehnt. Portugiesische Händler, die im 16. Jahrhundert in Malakka auf den Begriff „Jepang“ stießen, brachten ihn dann mit nach Europa. Im Englischen findet sich der Landesname in der Schreibweise „Giapan“ zum ersten Mal in einem Brief aus dem Jahr 1565.

Mythologische Namen sind Toyo-ashi-hara no chi-aki no naga-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (豐葦原之千秋長五百秋之水穗國, dt. „Land der üppigen Schilfgefilde, 1000 Herbste, langen 500 Herbste und der fruchtbaren Reisähren“) im Kojiki, Toyo-ashi-hara no chi-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (豐葦原千五百秋瑞穂之地, dt. „Land der üppigen Schilfgefilde, der 1500 Herbste und der fruchtbaren Reisähren“) im Nihon Shoki, kurz auch Toyoashihara no kuni (豊葦原国) und Mizuho no kuni (瑞穂国), Ashihara no naka-tsu-kuni (Kojiki/Nihon Shoki: 葦原中國, dt. „Land der Mitte [zwischen dem Himmel Takamanohara und der Unterwelt Yomi no kuni] der Schilfgefilde“), als auch Ōyashima no Kuni (Kojiki: 大八嶋國, Nihon Shoki: 大八洲國, dt. „Land der großen acht Inseln“), kurz auch Yashima.

Das koku in Nihon-koku, wörtlicher „Staat Japan“ oder „Japanischer Staat“, wird in europäische Sprachen oft nicht übersetzt; dort wird der amtliche Landesname dann nur als „Japan“ ohne Zusatz wiedergegeben.

Geographie

Satellitenaufnahme Japans 1999
Hauptartikel: Geographie Japans

Japan ist ein Inselstaat und besteht im Wesentlichen aus einer Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen 6.848[6] kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und in der Kette der Ryūkyū-Inseln konzentrieren. Da Japan ein Inselstaat ist, hat es keine direkten Nachbarländer. Indirekt grenzen jedoch Russland, Nordkorea, Südkorea, China und Taiwan an Japan.

Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die mehr als zwei Drittel der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m[6] über dem Meeresspiegel. Landwirtschaft, Industrie und Besiedlung sind auf rund 20 % der Landfläche beschränkt. In den großen Ebenen haben sich die Hauptballungsgebiete entwickelt: Kantō (mit Tokio und Yokohama) in der Kantō-Ebene, Keihanshin (Ōsaka, Kyōto und Kōbe) in der Ōsaka-Ebene, Chūkyō (Nagoya) in der Nōbi-Ebene und Kitakyūshū-Fukuoka in der Tsukushi-Ebene. Aufgrund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terrassenfeldbau kultiviert.

Klima

Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō)
Klimadiagramm Tokio (Honshū)
Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)

Die japanische Inselkette erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Daher ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt; von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō mit kalten und schneereichen Wintern bis in die Subtropen in der Präfektur Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden – im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (梅雨前線, baiu zensen).

Im Frühsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und der Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen betroffen sind (z. B. von Taifun Tokage und Taifun Conson im Jahr 2004). Statistisch gesehen erreichen Japan die meisten Taifune im September, obwohl sie im Pazifikraum im August am häufigsten sind. Der stärkste je aufgezeichnete Taifun Japans war der Ise-wan-Taifun von 1959. Seine Auswirkungen waren verheerend: Über 5.000 Menschen kamen ums Leben. Die Winde tragen auch dazu bei, dass Japan verstärkt von transnationaler Umweltverschmutzung betroffen ist.

Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:

  • Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
  • Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
  • Zentrales Hochland: starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
  • Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
  • Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
  • Nansei-Inseln (Ryūkyū-Inseln): subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune.

Geologie

Japan liegt an der geologischen Bruchzone von vier tektonischen Platten der Erdkruste:

  1. die Nordamerikanische Platte im Norden
  2. die Eurasische Platte im Westen,
  3. die Philippinische Platte im Süden
  4. die Pazifische Platte im Osten,

die sich mit einigen Zentimetern pro Jahr gegeneinander bewegen. Teile der Pazifischen Platte schieben sich dort unter die Kontinentalplatte Eurasiens, was zu Vulkanismus und häufigen Erdbeben führt. Die anhaltende Bewegung (Subduktion) der Krustenteile, die zu einer langsamen Verkleinerung des Pazifiks führt, lässt deren großräumige Verschweißung nicht zu, im Gegensatz etwa zu Indien und den sog. Terraneen anderer Kontinentalränder.

Von den etwa 240 Vulkanen des pazifischen Feuerringes sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kantō-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995 oder das Tōhoku-Erdbeben 2011). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt. Besonders Tokio ist einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt (siehe Erdbeben in Tokio).

Am 11. März 2011 erschütterte ein heftiges Erdbeben den ganzen Staat. Das Tōhoku-Erdbeben war eines der stärksten Beben in der japanischen Geschichte mit einer Stärke von 9,0 MW.[7] Durch das Beben wurden ein Tsunami sowie eine Serie katastrophaler Unfälle im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgelöst.

In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis. Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifischen Ozean über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten hoher Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter tief und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.

Flora und Fauna

Im Inland Japans finden sich eine Reihe von Gebirgsketten, die die Waldgrenze überschreiten. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, gibt es eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselkette hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber dennoch vielfach eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tokio, werden wegen ihrer endemischen Spezies oft mit den Galapagosinseln verglichen.

Japan liegt im Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Florenregion. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaiischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.

Säugetiere
An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbären auf Hokkaidō, auf Honshū den asiatischen Schwarzbären, den Sikahirsch und den japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich der Japanmakak, der auf der Shimokita-Halbinsel in der Präfektur Aomori heimisch ist und damit die nördlichste Affenpopulation der Welt bildet.
Die starke Besiedlung an den Küsten und in den japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der Honshū-Wolf (Canis lupus hodophilax), der Japanische Seelöwe (Zalophus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als typisch japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen.
Vögel
In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, gehört eine Vielzahl davon zum Wassergeflügel. Japan ist eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Weise findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der Nipponibis ist in Japan in freier Wildbahn ausgestorben. Allerdings leben immer noch einige hundert in einem Schutz- und Aufzuchtszentrum auf Sado sowie in freier Wildbahn in der Shaanxi-Provinz in China.
Meeresbewohner
Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, die an ihren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Lithosphäre, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten. Die Gewässer vor der Sanriku-Küste (Präfekturen Miyagi und Iwate) und die nördlich anschließenden Meeresgebiete bis zu den Kurilen sind einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. In den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Gewässerverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den Siebzigern gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Wegen seiner Politik, den Walfang mit Beharrlichkeit gegen Tierschutz-Organisationen zu verteidigen, gerät Japan immer wieder in die Kritik.[8]
Flora
Japan ist zu großen Teilen von Bergwäldern bedeckt. Eine Vielzahl der einheimischen Arten ist auf diese Umgebung spezialisiert.
Kulturpflanzen
Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis). Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Historisches Arme-Leute-Essen ist die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitruspflanzen wie die Amanatsu, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen Küche gehören außerdem Seetang (beispielsweise Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatami-Matten (Flatterbinse und Dochtbinse).

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Japans
Jōmon-Periode
In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein.
Yayoi-Periode
Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.
Kofun-Periode
Große Schlüsselgräberanlagen stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan. Ab dem 5. Jahrhundert fand die Übernahme der Chinesischen Schrift statt.
Nara-Epoche (710–794) 
In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an.
Heian-Epoche (794–1185) 
Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyō (Kyōto), vor allem Dichtung und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begründete die Minamoto-Familie das erste Shōgunat.
Kamakura-Epoche (1192–1333) 
Während der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche in Japan, die jedoch durch später als göttlich interpretierte Taifune (Kamikaze, Götterwind) verhindert wurden.
Muromachi-Epoche (1333–1573) 
Die mächtigen unabhängigen Daimyō unterhielten ihre eigenen Armeen. Das Shōgunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche(sengoku jidai) begann.
Sengoku-Epoche (1477–1568) 
Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den über 100-jährigen Bürgerkrieg. Vor der folgenden Abschließung Japans liegt die Epoche des Namban-Handels, des Handels mit Portugiesen, Spaniern und Niederländern von 1543 bis 1639.
Edo-Ära (1603–1867)
Während der Abschließung Japans in der Edo-Zeit waren Aus- und Einreise für Japaner und Ausländer verboten. Mit Ausnahme von beschränktem Austausch mit China und den Niederlanden, denen 1639 als einzigen Europäern der Aufenthalt in Japan auf der künstlichen Insel Dejima vor Nagasaki gestattet wurde, bestand kaum Kontakt zu anderen Staaten. Die Tokugawa-Familie behielt für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyō. Diese Periode war von großem Wohlstand für das japanische Volk geprägt. Die Bevölkerung wuchs stetig. Das heutige Tokio wuchs in dieser Zeit zur größten Metropolregion der Welt. 1854 segelte US-Admiral Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen des heutigen Tokio, um einen Brief des US-Präsidenten Millard Fillmore zu übergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den Vereinigten Staaten auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die Schwäche des Tokugawa-Regimes. Dies führte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mündete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, dem nur wenig reale politische Macht verliehen wurde.
Meiji-Ära (1868–1912) 
Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennō ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und läutete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wurde 1910 von Japan kolonialisiert, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden.
Taishō-Ära (1912–1926)
Japanische Mutter mit Zwillingen, 1917
Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Entente und übernahm nach Kriegsende deutsche Territorien. Die Taishō-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilität, ganz ähnlich wie Deutschland während der Weimarer Republik. Das Militär übernahm mehr und mehr die faktische Kontrolle.
Shōwa-Ära Teil 1 (1926–1945)
Japaner rücken in Shenyang ein. 1931
1931 besetzte Japan den Nordosten Chinas und gründete 1932 den abhängigen Staat Mandschukuo (Mandschurei). 1937 eroberte Japan weitere Territorien von China. Japan vertrieb mit Unterstützung Siams und diverser Einheimischer die europäischen Kolonialmächte aus den südostasiatischen Ländern, um sein eigenes Kolonialreich auszubauen. Die USA sahen ihre Interessen in Asien (vor allem ihre Kolonien wie die Philippinen) gefährdet und reagierten mit zahlreichen Sanktionen, einem Embargo und dem Einfrieren japanischen Vermögens im Ausland. Im Dezember 1941 griffen daraufhin japanische Truppen den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanischen Territorien Südostasiens geschahen Kriegsverbrechen, z. B. Zwangsprostitution, das Massaker von Nanking und Experimente an Menschen durch die Einheit 731. Bis 1945 gelang es alliierten Truppen Gebiete nahe den japanischen Inseln zu erobern, doch besonders auf kleineren Inseln – auch fernab des japanischen Kernlandes – tobten noch heftige Kämpfe. Der Kaiser sowie der Premierminister und seine Anhänger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch das Militär hatte mehr Macht. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe über der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere über Nagasaki ab. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (Hibakusha). Nach den Atombombenabwürfen und dem Kriegseintritt der Sowjetunion am 8. August 1945 kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags den „kaiserlichen Erlass zur Beendigung des Krieges“, der im Radio übertragen wurde.
Shōwa-Ära Teil 2 (1945–1989) 
Nach der Kapitulation begann der Wiederaufbau, zunächst unter der Alliierten Besatzung, die 1952 offiziell beendet wurde. Vom ehemaligen Kriegsgegner Vereinigte Staaten wurde Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bündnissystem integriert. Obwohl nicht in den Marshallplan eingebunden, erhielt Japan unter anderem durch das GARIOA-Programm wirtschaftliche Aufbauhilfe von den Vereinigten Staaten. Es setzte vor allem mit Beginn des Koreakrieges eine rasante wirtschaftliche Entwicklung ein, in der japanische Firmen Schritt für Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlüsselindustrien erobern konnten. Japan erwies sich als stabile, friedliche Demokratie.
Heisei-Ära (1989 bis heute) 
Faule Bankenkredite und überbewertete Immobilien ließen Anfang der 1990er Jahre die Bubble Economy platzen, und Japan rutschte in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutete. Unternehmen und Banken wurden behutsam saniert, und allmählich kommt es wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung (Mio.)

→ Hauptartikel: Gesellschaft Japans, Demographie Japans, Soziales Verhalten in Japan und Japaner

Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2010 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 128.056.026 Menschen aus.[1] Die Einwohnerzahlen sind aber seit Jahren rückläufig, so gab das Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation am 31. März 2012 eine Gesamtbevölkerung von 126.659.683 an.[2][3]

Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Geschlecht, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der japanischen Bevölkerung ist mit 82,12 Jahren nach der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macao und dem Kleinstaat Andorra die dritthöchste weltweit.[10]

Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenziffer, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit. Politisch und gesellschaftlich scheint es unmöglich, eine verstärkte Immigration zuzulassen, die hilfreich wäre, um der Überalterung entgegenzuwirken.[11]

Die zehn größten Städte

Volkszählung 2010

Minderheiten

  • Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 in Japan lebenden Koreaner. Nur wenige Personen aus dieser Minderheitengruppe haben bisher die japanische Staatsangehörigkeit angenommen.
  • Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
  • Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten und die daher noch heute sozial ausgegrenzt werden.
  • Die Bevölkerung der Ryūkyū-Inseln, die historisch ein eigenständiges Reich mit eigener Kultur und Sprache bildeten.
  • Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind (siehe auch japanische Brasilianer).
  • Weiter leben in Japan zahlreiche Gastarbeiter aus der arabischen Liga, Indien und Südostasien.

Sprache und Schrift

Hauptartikel: Japanische Sprache und Japanische Schrift

Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung und den meisten Minderheiten gesprochen. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird als Fremdsprache am häufigsten Englisch gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass sich der japanische Englischunterricht zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriere und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittele. Die zweithäufigste Fremdsprache ist Chinesisch, Deutsch liegt auf dem dritten Platz.

Die japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (Kanji) zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana), die von chinesischen Schriftzeichen abgeleitet sind. Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.

Minderheitensprachen autochthoner Völker in Japan sind das nicht mit dem Japanischen verwandte Ainu im Nordteil der Insel Hokkaido und die mit dem Japanischen verwandten, aber eine eigenständige Gruppe bildenden Ryūkyū-Sprachen auf den gleichnamigen Inseln.

Religion

Hauptartikel: Religion in Japan

In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jahrhundert erreichte. Heute gehören über 80 % der Japaner beiden Hauptreligionen gleichzeitig an, daher wird die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnet.

Der japanische Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten (Schulen, Richtungen) gegliedert, die fast alle dem Mahayana-Buddhismus angehören. Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zählen der Zen-Buddhismus, der Amitabha-Buddhismus und der Nichiren-Buddhismus. In der Religion Japans gibt es darüber hinaus chinesische Einflüsse durch Daoismus und Konfuzianismus, die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden.

Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16. und 17. Jahrhundert eine gewisse Rolle, nimmt aber heute nur noch eine Randstellung ein.

Ein wichtiges Element stellen die „Neuen Religionen“ dar, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer stärker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shintō, Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren. Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenüber diesen Richtungen eine besonders große religiöse Toleranz, sodass gegenwärtig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften amtlich gelistet sind.

Recht

Hauptartikel: Recht Japans

Die japanische Rechtsordnung wurde im Wesentlichen durch zwei Rezeptionsphasen geprägt. Im 7. Jahrhundert n. Chr. übernahm Japan mit dem Ritsuryō die Rechtsordnung Chinas auf den Gebieten des Staats- und Verwaltungsrechts. Diese Ordnung war durch mündliche Rechtssätze gekennzeichnet, in der es aber keine Gerichte und juristische Berufe im heutigen Sinne gab. Nachdem Japan zur Aufgabe seiner Abschottung gezwungen wurde, übernahm der Staat 1898 große Teile des ersten Entwurfes des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuchs. Das galt vor allem für das Schuldrecht und das Sachenrecht, während im Familienrecht und Erbrecht stärker japanische Eigenheiten Einfluss fanden. Dem japanischen BGB wurde, dem deutschen BGB entsprechend, das Pandektensystem zugrunde gelegt. Allerdings wurden auch Anleihen beim französischen Recht, insbesondere durch die Beratungen durch Gustave Boissonade, gemacht. Die Einführung einer westlichen Rechtsordnung stellte einen enormen Bruch mit der bisherigen Rechtstradition in Japan dar. Wie tief der Bruch war, zeigt sich z. B. darin, dass eine Vorstellung von persönlichen Rechten und Ansprüchen bisher der japanischen Gesellschaft fremd war. Nach dem Zweiten Weltkrieg übte auch das US-amerikanische Recht einen Einfluss aus.

In Japan ist die Todesstrafe eine im Strafrecht vorgesehene Strafe. Umfragen belegen, dass es eine überwältigende Befürwortung der Todesstrafe unter der japanischen Gesellschaft gibt. Laut einer Studie von 1999 sprachen sich 79,3 % für die Todesstrafe aus; sie erfährt aber auch Kritik.[12] Im Dezember 2006 wurden mindestens vier Gefangene durch den Strang hingerichtet. Die Hinrichtungen erfolgen heimlich, unabhängige Beobachter sind dabei nicht zugelassen. Auch Angehörige und Anwälte werden vor der Hinrichtung nicht informiert.[13] Berufungsprozesse dauern zwischen 10 und 16 Jahren; es gibt jedoch auch Gefangene, die seit den 1960ern auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe warten. Laut Amnesty International saßen im Juli 2006 mindestens 87 zum Tode verurteilte Gefangene in japanischen Gefängnissen ein.[14]

Seit 2009 werden Strafprozesse, bei denen in Japan auch die Todesstrafe verhängt werden kann, bei bestimmten schweren Verbrechen als Schöffenprozesse durchgeführt.

Politik

Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko
Hauptartikel: Politisches System Japans

Japan ist gemäß der Verfassung von 1947 eine parlamentarische Demokratie mit dem Tennō als de-facto-Staatsoberhaupt. Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament; das bedeutendere Unterhaus wird spätestens alle vier Jahre neu gewählt. Die Exekutive wird vom Kabinett unter Leitung des Premierministers gebildet, der von beiden Kammern des Parlaments, im Konfliktfall vom Unterhaus bestimmt wird. An der Spitze der Judikative steht der Oberste Gerichtshof, dessen Richter vom Kabinett ernannt und vom Volk bestätigt werden. Das Parteiensystem Japans wird seit den späten 1990er Jahren von zwei großen Parteien, der Liberaldemokratischen Partei und der Demokratischen Partei bestimmt; daneben existieren mehrere kleinere Parteien auf nationaler Ebene, die größte darunter ist die buddhistisch-konservative Kōmeitō.

Tennō

Hauptartikel: Tennō und Japanisches Kaiserhaus

„Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes“ ist Akihito, der 125. Tennō (dt.: Kaiser, wörtlich „vom Himmel (gesandter) Herrscher“). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt und die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Sein Vater Hirohito, der Shōwa-Tennō, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit (Arahitogami) der japanischen Kaiser zurückgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine direkte politische Entscheidungsgewalt; im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō.

Akihitos Regierungsdevise (Zeitrechnung) lautet heisei (Frieden überall). Die Regierungsdevise wird auch als Jahresangabe in offiziellen japanischen Texten verwendet, beginnend mit dem Jahr der Thronbesteigung. Heisei 1 ist das Jahr 1989.

Verfassung

Hauptartikel: Japanische Verfassung

Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet, ist aber seitdem nicht geändert worden.

In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt, ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan sind daher sehr umstritten. Laut einem Artikel der „Japan Times“ vom 29. Oktober 2005 arbeitet derzeit die LDP an einem Entwurf der Verfassung, in dem Artikel 9 in Teilen geändert werden soll. Absatz 1 bleibt unverändert bestehen, Absatz 2 soll jedoch gestrichen werden. Es wird ausdrücklich betont, dass das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit.

Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einige weitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u. a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten.

Der Tennō hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion. Oberster Souverän nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wählt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.

Gesetzgebung

Das japanische Parlamentsgebäude

Das Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in Oberhaus und Unterhaus (auch Abgeordnetenhaus oder Repräsentantenhaus).

Im Unterhaus sitzen seit den Reformen in den Jahren 1993 bis 1996 nur noch 480 Abgeordnete, im Oberhaus gibt es 242 Sitze. Von den 480 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 180 in 11 regionalen Distrikten nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 20. Lebensjahr.

Innenpolitik

In der Unterhauswahl im Dezember 2012 gewannen Liberaldemokratische Partei (LDP) und Kōmeitō zusammen mehr als ein Drittel der Stimmen und eine Zweidrittelmehrheit der Sitze. Sie stellen nun das Kabinett unter Shinzō Abe (LDP) als Premierminister. Dem Kabinett Abe II gehören unter anderem Tarō Asō als Vizepremier- und Finanzminister, Fumio Kishida als Außenminister und Yoshihide Suga als Chefkabinettssekretär an. Die von 2009 bis 2012 regierende Demokratische Partei verzeichnete erdrutschartige Verluste. Bei der Wahl im Juli 2013 gewannen die Koalitionsparteien auch eine Mehrheit im Oberhaus und beendeten damit das sogenannte „verdrehte Parlament“ mit verschiedenen Mehrheiten in den beiden Kammern des Parlaments.

Abes Regierung will die Wirtschaft durch eine expansive Geldpolitik, erhöhte staatliche Investitionen und die Ankündigung von Strukturreformen (die „drei Pfeile“ der „Abenomics“) zu beleben. Außen- und sicherheitspolitisch nahm Abe seinen früheren Plan wieder auf, den Sicherheitsrat nach US-Vorbild zu stärken. Bis in den Dezember 2013 genoss das Kabinett Abe – im Gegensatz zu allen Vorgängerkabinetten seit 2006 – in seinem ersten Regierungsjahr Zustimmungswerte von über 50 %.

Außenpolitik

Hauptartikel: Außenpolitik Japans

Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die Vereinigten Staaten, Scheckbuchdiplomatie und ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression.

Die nördlich von Japan liegenden Südkurilen gehören seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1990 dem Nachfolgestaat Russland), werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen.

Die kleine Inselgruppe Takeshima (kor. Dokdo) wird von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in einer japanischen Präfektur erneut Zorn in der südkoreanischen Bevölkerung hervorgerufen.

Besitzansprüche hat Japan neben der Republik China und der Volksrepublik China auch auf die Senkaku-Inseln (chin. Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet.

Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten – insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea – sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder politische Krisen auf.

Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament jedoch zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak, und Japan gehörte zur Koalition der Willigen. Während der damalige Ministerpräsident Junichirō Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sah, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch. Allerdings waren diese Soldaten verfassungsgemäß unbewaffnet und wurden nur für den Wiederaufbau der Infrastruktur eingesetzt. Im Juni 2006 erklärte Koizumi den Einsatz für abgeschlossen, daraufhin begannen die Truppen am 25. Juni ihren Abzug aus dem Irak.

An der Operation Enduring Freedom beteiligt sich Japan mit einer Betankungsmission im Indischen Ozean, die nach Plänen der regierenden Demokratischen Partei im Januar 2010 nicht mehr verlängert werden soll.

Die Beziehung zwischen der EU und Japan basiert auf einer politischen Erklärung von 1991, die Prinzipien und Ziele der Zusammenarbeit benennt. Die Erklärung wurde durch einen „EU-Japan Aktionsplan“ im Jahr 2001 erweitert. Er formt die Basis für eine verstärkte Kooperation in Bereichen der Außenpolitik, der Wirtschaft, des monetären und finanziellen Systems, der Entwicklungshilfe sowie der Kommunikationstechnologie.

Die EU und Japan sind wichtige Handelspartner füreinander. Gemeinsam generieren sie 40 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens.

Zwischen Japan und der EU herrscht eine große Übereinstimmung bei Hauptthemen wie dem Klimaschutz und der Sicherheitspolitik. Neben der Terrorismusbekämpfung ist die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen ein wichtiges Thema. Gemeinsam appellieren sie an Nordkorea sein Atomprogramm einzustellen. Im Bereich des Klimaschutzes wollen Japan und die EU eine Vorreiterrolle bei der Ausarbeitung eines Nachfolgekonzepts für das Kyoto-Protokoll einnehmen und die CO2-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 50 Prozent reduzieren.

Mitgliedschaften in internationalen Organisationen (Auswahl)
UN-System Globale Organisationen Regionale Organisationen
Organisation Beitrittsjahr Organisation Beitrittsjahr Organisation Beitrittsjahr
Vereinte Nationen 1956 Welthandelsorganisation 1995 APEC 1989
Weltbank/IBRD (7,86 % Anteil) 1952 OECD 1964 Europarat (Beobachter) 1996
Internationaler Währungsfonds (6,12 % Anteil) 1952 Gruppe der Acht 1975 Asiatische Entwicklungsbank 1966
UNESCO 1951 Interpol 1952 Afrikanische Entwicklungsbank (Nicht-regional) 1983
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation 1951 Internationaler Strafgerichtshof 2007 ASEAN Plus Three/East Asia Summit 1997/2005
Internationale Seeschifffahrts-Organisation 1958 Internationale Organisation für Migration 1993 Asia Cooperation Dialogue 2002

Militär

Flagge der Selbstverteidigungsstreitkräfte

Im Artikel 9 der Japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung, auch einer defensiven. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Während der Besatzungszeit wurde allerdings eine Polizeireserve gebildet und mit der Souveränität 1953 wurde aus dieser ein Jahr später die Japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Es wird dabei in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Schriftzeichen gun (, „Armee“) verzichtet. 1960 wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner Vereinigten Staaten geschlossen. 2007 unterzeichnete Japan mit Australien als zweitem Land überhaupt ein Sicherheitsabkommen. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit bei der Grenzkontrolle, beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der Katastrophenhilfe intensivieren. Auch gemeinsame Militärmanöver und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit sind geplant.

In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Der Militärhaushalt betrug im Jahr 2004 45,4 Mrd. US-D. Dies entspricht 1 % des Bruttoinlandsprodukts. Auf diesen Anteil wurde er bereits 1976 per Kabinettsbeschluss festgelegt. Japan nimmt damit von den absoluten Militärausgaben her Rang sechs in der Welt ein. An der militärischen Präsenz der Vereinigten Staaten beteiligt sich Japan daneben auf Grundlage des SOFA von 1960 mit dem Omoiyari Yosan (思いやり予算; „Sympathiehaushalt“) von zurzeit jährlich über 200 Mrd. Yen (entspricht ca. 1,4 Mrd. Euro)[15].

Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung werden verschiedene Änderungen diskutiert, unter anderem auch eine Revision des Artikel 9, die jedoch aufgrund der hohen Hürden (Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments und Volksabstimmung) nie zustande kamen.

Den ersten internationalen Einsatz führten die Selbstverteidigungsstreitkräfte 1992 im Rahmen der United Nations Transitional Authority in Cambodia (UNTAC) durch. Zuvor hatte Japan bereits 1991 eine Unterstützungsmission mit Minenräumern im Persischen Golf für die Koalition im Zweiten Golfkrieg durchgeführt. Auf Grundlage des 2001 verabschiedeten Antiterrorgesetzes entsandte Japan ab 2004 als Alliierter der Vereinigten Staaten ein kleines Truppenkontingent in den Irak, was in Japan eine intensive Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit solcher Einsätze hervorgerufen hat. Der Aufbau der De-facto-Armee und der internationale Einsatz wird im linken Lager als Bruch der Verfassung gesehen, während das rechte Lager den Artikel 9 als von der amerikanischen Besatzungsregierung aufgezwungen ansieht und diesen kippen möchte. Der Irakeinsatz endete 2008, eine Betankungsmission der Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte im Indischen Ozean zur Unterstützung der US-Operationen in Afghanistan währte von 2001 bis 2010. Das Nachfolgegesetz des Antiterrorismusgesetzes lief 2010 aus. Laufende Einsätze der Selbstverteidigungsstreitkräfte sind die friedenserhaltenden UN-Missionen auf den Golan-Höhen, in Nepal, im Sudan und in Haiti.

Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. Japan hat jedoch seit dem Zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt und ist ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung, während China mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (Einmarsch in Tibet 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979).

  • Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz der Republik China als Teil seiner Interessen definierte.
  • Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Im Oktober 2006 versuchte die nordkoreanische Regierung, diese Behauptung mit einem Atombombentest zu belegen. Ob es sich bei der registrierten Erschütterung wirklich um die Explosion einer Atomwaffe handelte, ist jedoch unklar. Aufgrund dieser Bedrohung arbeitet Japan eng mit den Vereinigten Staaten an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds.
  • Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokioter U-Bahn durch die Ōmu-Shinrikyō-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement im Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.

Japans damaliger Ministerpräsident Koizumi bekräftigte am 6. August 2006, dass sein Land die Anti-Atom-Politik fortsetzen werde. Mit Gebeten, Kranzniederlegungen und Aufrufen zu einer nuklearwaffenfreien Welt haben in Hiroshima Menschen der Opfer des ersten Atombombenabwurfs 61 Jahre zuvor gedacht.[16]

Verwaltungsgliederung

Südkorea Nordkorea Russland China Präfektur Okinawa Präfektur Kagoshima Präfektur Kumamoto Präfektur Miyazaki Kurilen (de-facto Russland - beansprucht von Japan als Teil der Region Hokkaido) Präfektur Kagoshima Präfektur Miyazaki Präfektur Kumamoto Präfektur Saga Präfektur Nagasaki Präfektur Fukuoka Präfektur Ōita Präfektur Yamaguchi Präfektur Hiroshima Präfektur Shimane Präfektur Tottori Präfektur Okayama Präfektur Hyōgo Präfektur Ōsaka Präfektur Kyōto Präfektur Shiga Präfektur Nara Präfektur Wakayama Präfektur Mie Präfektur Aichi Präfektur Fukui Präfektur Gifu Präfektur Ishikawa Präfektur Toyama Präfektur Nagano Präfektur Shizuoka Präfektur Yamanashi Präfektur Kanagawa Präfektur Tokio Präfektur Saitama Präfektur Chiba Präfektur Ibaraki Präfektur Gunma Präfektur Tochigi Präfektur Niigata Präfektur Fukushima Präfektur Yamagata Präfektur Miyagi Präfektur Akita Präfektur Iwate Präfektur Aomori Hokkaidō Präfektur Kagawa Präfektur Ehime Präfektur Kōchi Präfektur Tokushima
Regionen und Präfekturen Japans
Die 20 „Großstädte per Regierungserlass“

Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die untergeordneten Gebietskörperschaften weitergibt. Japan gliedert sich flächendeckend in drei Verwaltungsebenen, die Zentralregierung in Tokio, die 47 Präfekturen (todōfuken) und die kommunale Ebene (shikuchōson): Kreisfreie Städte (shi), Kleinstädte (chō oder machi), Dörfer (mura oder son) sowie in der Präfektur Tokio die 23 „[Sonder-]Bezirke“ ([tokubetsu-]ku).

Eine Grobunterteilung Japans bilden die acht Regionen, die aus einer oder mehreren Präfekturen bestehen. Sie sind keine Gebietskörperschaften, werden aber von der Verwaltung für bestimmte Zuständigkeitsbereiche (Außenstellen der Zentralregierung, regionale Gouverneurskonferenzen, Gerichtsbezirke) genutzt. Verschiedene Reformpläne sehen eine stärkere Rolle für die Regionen – in bestehender oder leicht veränderter Aufteilung – vor, um die Handlungsfähigkeit lokaler Regierungen zu erhöhen.

Historisch existierten bis in die 1920er Jahre die Landkreise (gun) als Verwaltungsebene zwischen Präfekturen und ländlichen Gemeinden (machi und mura). Sie waren im 19. Jahrhundert aus vormodernen Bezirken (kōri) hervorgegangen und werden bis heute für Ortsangaben zum Beispiel in Postadressen genutzt.

Ebene Verwaltung Führung der Exekutive Parlament
[Zentral-]Staat
(kuni)
Zentralregierung
(chūō-seifu)
Premierminister, Kabinett
(naikakusōridaijin, naikaku)
Parlament
(kokkai)
Präfekturen
(to-dō-fu-ken)
Präfekturregierung
(kenchō, fuchō, tochō, dōchō)
Gouverneur
(chiji)
Präfekturparlament
(kengikai, fugikai, togikai, dōgikai)
Gemeinden
(shi-[ku-]chō-son)
Stadt-/Gemeindeverwaltung
(shiyakusho, kuyakusho, machiyakuba, murayakuba)
Bürgermeister
(shichō, kuchō, chōchō, sonchō)
Stadt-/Gemeinderat
(shi[gi]kai, kugikai, chōgikai, songikai)

Präfekturen

Hauptartikel: Präfektur (Japan)

Die Präfekturen sind innerhalb der ihnen zustehenden Aufgaben relativ autonom und üben gemäß Kapitel acht der Verfassung lokale Selbstverwaltung aus. Finanziell sind sie stark auf die Zuweisungen der Zentralregierung angewiesen.

Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.

Gemeinden

Hauptartikel: Gemeinde (Japan)

Die kommunale Selbstverwaltung wurde bereits im Kaiserreich Ende der 1880er Jahre nach preußischem Vorbild gestaltet und nach dem Pazifikkrieg unter US-geführter alliierter Besatzung in die heutige Form gebracht, als das Recht auf Selbstverwaltung auch auf die Präfekturen ausgedehnt wurde.

Einen Sonderstatus unter den Gemeinden haben die 20 „Großstädte per Regierungserlass“ (seirei shitei toshi). Voraussetzung für die Ernennung sind unter anderem eine Mindestbevölkerung von 500.000 Einwohnern sowie die Zustimmung von Stadtrat und Präfekturparlament. Die seirei shitei toshi sind in [Stadt-]Bezirke (Ku) unterteilt und übernehmen verschiedene Verwaltungsaufgaben, die sonst den Präfekturen zustehen. Die Städte sind absteigend nach Bevölkerungszahl: Yokohama, Ōsaka, Nagoya, Sapporo, Kōbe, Fukuoka, Kyōto, Kawasaki, Saitama, Hiroshima, Sendai, Kitakyūshū, Chiba, Sakai, Niigata, Hamamatsu, Kumamoto, Sagamihara, Shizuoka und Okayama. Obwohl einige Bezirke der Präfektur Tokio die nötige Bevölkerungszahl überschreiten, können sie sich als „Sonderbezirke“ nicht um diesen Status bewerben.

Wirtschaft

Die Tokioter Börse ist die größte Börse Asiens.[17]
Hauptartikel: Wirtschaft Japans

Japan ist eine hoch industrialisierte, freie Marktwirtschaft mit einigen Elementen einer gelenkten Wirtschaft. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg versuchte die Regierung vor allem über das MITI gezielt in einzelne Bereiche der Wirtschaft einzugreifen. In den letzten Jahren wurde zunehmend dereguliert und privatisiert.

Der Export im Jahr 2011 betrug 822,7 Milliarden US-Dollar. Damit liegt Japan auf Platz 4 der exportstärksten Länder hinter der Volksrepublik China auf Platz 1, den Vereinigten Staaten auf Platz 2 und Deutschland auf Platz 3.[18]

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine traditionell ausgeprägte Arbeitsdisziplin, die Beherrschung von Hochtechnologie, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und eine Steigerung der Produktivität durch Automatisierung, haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den Vereinigten Staaten und der EU die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan nur Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960ern, durchschnittlich 5 % in den 1970ern, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980ern. In den 1990ern brach das Wachstum nach dem Platzen der Bubble economy ein, Japan geriet in eine Deflationsspirale. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums hatten zunächst keinen Erfolg und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt.

Das Kabinett von Jun’ichirō Koizumi hat Gesetze zur Privatisierung und Deregulierung erlassen (teilweise vergeblich) und versucht, die schwächelnde japanische Wirtschaft anzuregen. Ein seit den 1990ern zunehmendes Problem Japans ist die Arbeitslosigkeit. Offizielle Statistiken geben sie mit rund vier Prozent an.

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Kalenderjahren folgendermaßen (Werte mit Fragezeichen sind Schätzungen bzw. Prognosen):

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real in % gegenüber dem Vorjahr[19]
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Veränderung in % gg. Vj. −1,8 −0,2 2,9 0,2 0,3 1,4 2,7 1,9 2,0 2,4 −0,7 −5,5 4,5 −0,8 2,2? 1,2?
Entwicklung des BIP (nominal)[19]
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2011 2012 2013
BIP in Mrd. US$ 4237 4587 4567 4377 4382 4924 5867? 5984? 5997?
BIP je Einw.
(in US$)
33.178 35.914 35.756 34.264 34.296 38.738 45.870? 46.896? 47.097?
Inflationsrate und Haushaltssaldo[19]
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Inflationsrate in % gegenüber dem Vorjahr −0,3 0,0 −0,3 0,3 0,0 1,4 −0,7 −0,3 0,0?
Haushaltssaldo in % des BIP („minus“ = Defizit im Staatshaushalt) −7,7 −6,5 −6,5 −1,4 −2,4 −5,0 −8,7 −7,8 −8,9
Haupthandelspartner (2011)[19]
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
VR China 19,7 VR China 21,5
USA 15,5 USA 8,9
Südkorea 8,0 Australien 6,6
Hongkong 5,2 Saudi-Arabien 5,9
Thailand 4,6 Vereinigte Arabische Emirate 5,0
Singapur 3,3 Südkorea 4,7
Deutschland 2,9 Indonesien 4,0
sonstige Länder 40,8 sonstige Länder 41,0
Hauptprodukte des Außenhandels (2011)[19]
Ausfuhrgüter (Anteil in %) Einfuhrgüter (Anteil in %)
Maschinen 19,8 Erdöl 20,1
Kfz und -Teile 17,7 Elektronik 10,2
Elektronik 10,6 chemische Erzeugnisse 8,8
chemische Erzeugnisse 9,8 Rohstoffe 8,7
Elektrotechnik 6,8 Nahrungsmittel 7,5
Entwicklung des Außenhandels in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %[19]
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Mrd.
US$
 % gg.
Vj.
Einfuhr 382 13,3 455 19,2 519 14,1 579,3 11,7 620,9 7,2 756,1 21,7 552,0 −27,6 692,6 25,5 855,4 23,5
Ausfuhr 470 13,0 565 20,3 598 5,9 647,3 8,2 712,8 10,1 775,9 8,9 580,7 −25,7 769,8 32,6 823,2 6,9
Saldo 88,4 110,3 79,6 68,0 91,9 19,8 28,7 77,2 −32,2

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2011 Ausgaben von umgerechnet 2,5 Bio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 2,0 Bio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 8,5 % des BIP.[20] Die Staatsverschuldung betrug 2009 12,2 Bio. US-Dollar oder 208,2 % des BIP.[20]

2009 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Die Staatsverschuldung, heute eine der höchsten der Welt, ist vor allem auf die Japankrise zurückzuführen. 1989 lag die Staatsverschuldung noch bei 68 % des BIP.[21]

Energie

Zerstörtes Kernkraftwerk in Fukushima

Japan verbraucht so viel verflüssigtes Erdgas (LNG) wie kein anderes Land, ist der zweitgrößte Importeur von Kohle und der drittgrößte von Öl. Nach dem Unfall im Atomkraftwerk Fukushima beschloss die Regierung, bis zum Jahr 2030 aus der Atomkraft auszusteigen.[22]

Das Land hat 2011 die meisten Kernreaktoren abgeschaltet.[23] Durch den resultierenden Import fossiler Energierohstoffe und einen Rückgang der Exporte verzeichnete Japan im Kalenderjahr 2011 das erste Handelsbilanzdefizit seit 1980.[24] Die Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerke nach Abschluss der Sicherheitsüberprüfungen und Wartungsarbeiten hängt auch von der Genehmigung durch die betroffenen Präfekturen und Gemeinden ab, also die örtlichen Gouverneure und Bürgermeister. Nach einer Umfrage der Mainichi Shimbun in betroffenen 20 Präfekturen und 122 Gemeinden sind 17 Prozent der Gebietskörperschaften gegen eine Wiederanschaltung, 57 Prozent für eine Wiederinbetriebnahme unter bestimmten Bedingungen.[25] Im Katastrophengebiet des Tōhoku-Erdbebens sind 60 Prozent der Bürgermeister für eine Abschaffung der Kernreaktoren.[26] Ein Jahr nach der Katastrophe hat die japanische Regierung beschlossen, ein Fördergesetz für Erneuerbare Energien aufzulegen, das nach dem Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz arbeiten soll. Die Einspeisevergütung insbesondere für Solarstrom soll die Stromengpässe verhindern, die nach Abschalten der AKW vor allem im Sommer aufgrund der Klimaanlagen verursacht werden. Eine Installation von deutlich über 10 Gigawatt pro Jahr wird als möglich eingeschätzt (im Vergleich: In Deutschland wurden alleine im letzten Dezember drei Gigawatt zugebaut). [27] Im November 2013 wurde in Kagoshima das erste PV-Großkraftwerk Japans mit einer Leistung von 70 Megawatt in Betrieb genommen. [28] Neben der Solarenergie werden auch Windkraft, Geothermie, Wasserkraft, Biogas und Biomasse gefördert.[29] Gleichzeitig will Ministerpräsident Abe die derzeit abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz nehmen.

Infrastruktur

Verkehrswesen

Typischer Straßenmast in einem Vorort von Tokio.
Hauptartikel: Verkehr in Japan

Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.506 km. Das entspricht Platz 11 der „Weltrangliste“ (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 41.896 km auf Platz 6[30]). Die Ost-West-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. Zu den Olympischen Spielen in Tokio wurde 1964 die erste Strecke von Tokio nach Ōsaka eröffnet. Durch Linien der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JNR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren sind die meisten Dörfer und Inseln an das Netz angeschlossen. Jede größere Stadt ist durch ein ausgeprägtes Nahverkehrsnetz mit dem Umland verbunden. Neun Metropolen haben ein U-Bahn-Netz, jede größere Stadt besitzt eine Vielzahl an Buslinien. Moderne Einschienenbahnen wurden in mehreren Städten gebaut, des Weiteren gibt es Straßenbahnen, in Nischen werden auch Peoplemover eingesetzt.

Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber aufgrund fehlender staatlicher Subventionierung im Allgemeinen hoch.

Ein Auto besitzen in Japan in erster Linie Menschen, die auf dem Land oder in kleineren Städten leben. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, ist zur Zulassung eines Kraftfahrzeugs ein Parkplatznachweis (Shakoshōmei) nötig. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Deshalb gibt es im innerstädtischen Straßenbild auch kaum LKW, da nur schmale Kleintransporter die engen Straßen befahren können. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7000 Kilometer, weitere 2000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. In Japan herrscht Linksverkehr.

Der Bau des Straßen- und Bahnnetzes gestaltet sich aufgrund des bergigen Inlands und der vielen Inseln sehr schwierig und ressourcenintensiv, da viele Tunnel und Brücken nötig sind. Darüber hinaus ist die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan überwiegend oberirdisch geführt, bei neueren Städtebauprojekten unterirdisch. Aufgrund des Brandrisikos bei Erdbeben erfordern die in allen Stadtgebieten unterirdisch verlegten Gasleitungen besondere Aufmerksamkeit und werden oft gewartet. Gasherde und Gasboiler zur Warmwasserversorgung sind in Japan die Norm. Zur japanischen Infrastruktur gehört ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.

In Japan gibt es eine große Anzahl von Häfen und Flughäfen. Aufgrund seiner isolierten Lage wird über diese sämtlicher internationaler Warenhandel abgewickelt. Wegen der schlechten Erreichbarkeit vieler Orte innerhalb Japans werden sie aber auch zum Reisen und für inländischen Warentransport genutzt. Die größten Flughäfen sind Tokio-Haneda, Tokio-Narita, Kansai und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Flughafen Chūbu. Da in Japan nur wenig ebenes Land zur Verfügung steht, wurden sowohl der Flughafen Kansai als auch der Flughafen Aichi auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyūshū und bei Kōbe sind weitere Flughafeninseln im Bau.

Telekommunikation

Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, Breitbandinternetzugänge sind flächendeckend verfügbar und fast jeder Japaner besitzt ein Mobiltelefon. In Japan wurde der Mobilfunkstandard Personal Digital Cellular eingesetzt, welcher nicht zum global weit verbreiteten GSM-Standard kompatibel ist. Mittlerweile ist jedoch auch das UMTS-Netz in Japan hervorragend ausgebaut. Die meisten 3G-Mobiltelefone aus Europa funktionieren heutzutage auch in Japan problemlos.

Kultur

Kare-san-sui-Garten im Tofukuji, Kyōto
Hauptartikel: Kultur Japans

In der modernen japanischen Kultur gehen viele Elemente auf die ganz eigene Tradition des Landes zurück, wodurch Japan im Kreis der Industrienationen seinen individuellen Charakter bewahrt hat.

In der Archäologie sind die ersten Zeugnisse der kulturellen Frühgeschichte Keramiken der Jōmon- und Yayoi-Periode. Ab dem 4. Jahrhundert kamen dann viele Elemente der chinesischen Kultur nach Japan, zuerst Landwirtschaftstechniken wie der Reisanbau und Handwerkstechniken wie Bronzeschmiedekunst und der Bau von Hügelgräbern, dann ab dem 7. Jahrhundert auch die Schriftkultur und die Fünf Klassiker, der Konfuzianismus und der Buddhismus.

In der Heian-Zeit kam es zu einer ersten Blüte, als der Hofadel aus dem chinesischen Erbe eine eigenständige japanische Dichtung und Literatur entwickelt.

In den darauf folgenden Epochen wurde das Land immer wieder von Bürgerkriegen verwüstet, wodurch der Schwertadel, die Bushi (später als Samurai bezeichnet), zur wichtigsten Schicht aufstieg. Neben der Kriegskunst und der Schwertschmiedekunst bildete sich auch eine neue Form des Buddhismus, der Zen, heraus, der den Kriegern zusprach.

Erst in der Edo-Zeit im 17. Jahrhundert, unter den Tokugawa, kam das Land wieder zur Ruhe. Die Samurai wurden zu einer Beamtenschicht, die ihre Kriegertugenden in den Kampfkünsten (武術 bujutsu) bewahrte. Der Einfluss des Zen spiegelte sich nun auch in Dichtung, Gartenkunst, Malerei (Sumi-e) und Musik wider. Durch Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung kam in dieser Zeit auch die vierte Schicht, die Händler, zu Reichtum. Da ihnen der soziale Aufstieg verwehrt war, suchten die Händler in der Kunst einen Weg, die Samurai zu übertrumpfen. Sie förderten Teehäuser, in denen die Geishas die Teezeremonie, Blumensteckkunst, Musik und Tanz praktizierten. Sie förderten auch das Kabuki-Theater. In den Städten bildeten sich besondere Vergnügungsbezirke, besonders in Edo, wo die Daimyō das halbe Jahr unter der direkten Kontrolle des Shōgun verbringen mussten.

Eine dritte Blütezeit der Kultur erlebt Japan jetzt in der Nachkriegszeit, in der Japan eine lebhafte Popkultur hervorgebracht hat, die westliche Einflüsse und japanische Tradition verbindet. Anime und Manga, japanische Filme und Popmusik sind auch in Übersee beliebt.

Wissenschaft und Bildung

Bildung hat in Japan, wie in allen konfuzianisch geprägten Ländern Asiens, einen hohen Stellenwert. Viele Japaner sind der Ansicht, dass man es im Leben nur mit einer guten Ausbildung zu etwas bringt. Schon im Kindergarten lernen die Kleinen deswegen die ersten Buchstaben, nämlich das Hiragana-Alphabet. Vor jedem weiteren Schritt im japanischen Bildungssystem steht dann eine Aufnahmeprüfung (Mittelschule (zum Teil), Oberschule, Uni). Viele japanische Mütter sind Hausfrauen und sehen ihre Aufgabe vor allem darin, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu sichern. Aus der Generation der Töchter möchten jedoch viele mit ihrer guten Ausbildung Karriere machen, so dass hier ein gesellschaftlicher Wandel im Begriff ist.

Schulsystem

Hauptartikel: Bildungssystem in Japan

Die schulische Bildung beginnt bereits im Kindergarten, der aber nicht Teil der Schulpflicht ist. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und in der Grundschule viel Gruppenarbeit statt. Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (sechs Jahre), Mittelschule (drei Jahre) und Oberschule (drei Jahre), die Schulpflicht beträgt neun Jahre. Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April. Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich: Zwei Wochen an Neujahr, zwei Wochen im März/April, sechs Wochen im Juli/August. Öffentliche Schulen haben eine Fünftagewoche, private Schulen oft eine Sechstagewoche. Während der Schulpflicht gibt es kein „Sitzenbleiben“, jeder Schüler wird automatisch versetzt. Schuluniformen sind an vielen Schulen Pflicht. Jede dieser Schulen hat ihre eigene charakteristische Uniform.

Forschung

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaft der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.

Nobelpreisträger

Walfang

Walfleisch im Takashimaya-Warenhaus (Ōsaka)

Japan ist eine große Fischereination und betreibt Walfang, vorgeblich mit wissenschaftlichem Hintergrund über das Institute of Cetacean Research. Die Tötung von Walen soll die Untersuchung des Mageninhaltes der Tiere ermöglichen. Die Internationale Walfangkommission kritisierte die schwachen wissenschaftlichen Argumente Japans stark und wies darauf hin, dass die erwünschten Daten nicht dem Management der Walbestände dienen und auch mit für die Wale schonenden Mitteln (z. B. Kot- und Hautproben) gesammelt werden könnten. Die japanische Walfanglobby argumentiert, dass Wale zu viele Fische fräßen und somit Nahrungskonkurrent des Menschen seien.

Im Dezember 2007 verkündete die japanische Regierung nach internationalem Druck, die Jagd auf die gefährdeten Buckelwale einzustellen. Die Jagd auf Zwergwale und Finnwale werde aber fortgesetzt.[31] Dabei betrug das Jagdergebnis der Flotte um die Nisshin Maru in der Antarktis in der Saison 2007/2008 551 Exemplare der nicht gefährdeten Zwergwale, 2008/2009 679 Zwergwale und einen Finnwal und 2009/2010 506 Zwergwale und einen Finnwal.[32]

Der Verzehr von Walfleisch ist in Japan seit Jahren rückläufig, so dass sich z. B. die Lagerbestände an eingelagertem Walfleisch ständig erhöhen: von 1.453 t im Jahr 1999 auf 5.093 t im Dezember 2010.[32] Daneben ist Japan auch der wichtigste Absatzmarkt für isländisches Walfleisch.

Sport

Sumōringer nehmen um den Schiedsrichter herum Aufstellung während einer Eröffnungszeremonie.
Hauptartikel: Sport in Japan

Sport ist in Japan bereits in der Asuka-Zeit (7. Jahrhundert) nachgewiesen, als eine Gesandtschaft aus Korea am Hof der Kaiserin Kōgyoku durch einen Sumōkampf unterhalten wurde. Die Bushi, der erstarkende Kriegerstand zum Ende der Heian-Zeit (11. Jahrhundert), betrieben ebenfalls Sport als Vorbereitung auf den Kampf, in erster Linie Schwertkampf (kenjutsu), Reiten (bajutsu), Bogenschießen (kyūjutsu) und Schwimmen. In der Edo-Zeit, einer friedlichen Periode, verfeinerten die zu Verwaltungsbeamten gewordenen Samurai diese Techniken zur Kampfkunst (bujutsu), die durch den Einfluss des Zen-Buddhismus auch eine spirituelle Komponente erhielten.

Im Rahmen der Meiji-Restauration (zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts) kam auch der westliche Sport nach Japan, darunter athletische Sportarten und Mannschaftssportarten wie Baseball, heute der beliebteste Sport (siehe Baseball in Japan), und Fußball (siehe Fußball in Japan). Anfang des 20. Jahrhunderts wurden aus den klassischen Bujutsu-Künsten die heutigen Kampfkünste und Kampfsportarten entwickelt, darunter Judo, Aikidō und Kendō. Das Karate entwickelte sich in der Präfektur Okinawa.

Heutzutage wird eine breite Vielfalt von Sportarten in Japan betrieben, in erster Linie in Clubs an Schulen und Universitäten. Die Insellage hat Windsurfen und Tauchen sehr beliebt gemacht. Als Sport der Salarymen gilt Golf. Eine Mitgliedschaft in einem Golfclub können sich allerdings nur die wirklich gut Verdienenden leisten. Überall in Japan finden sich hoch umzäunte Anlagen, auf denen der Abschlag geübt werden kann. Hokkaidō und die Präfektur Nagano sind Zentren des Wintersports.

Feiertage

Hauptartikel: Feiertage in Japan

In Japan gibt es fünfzehn gesetzliche Feiertage (jap. 祝日, shukujitsu) pro Jahr, die im Staatlichen Gesetz zu den Feiertagen des Volkes (国民の祝日に関する法律, kokumin no shukujitsu ni kansuru hōritsu) vom 20. Juli 1948 festgelegt sind. Wie auch in Deutschland sind einige dieser Feiertage bewegliche Feiertage (移動祝日, idō shukujitsu), die meisten Feiertage sind jedoch an ein unveränderliches Datum geknüpft.

Wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, ist der darauf folgende Montag ein arbeitsfreier Tag (振(り)替(え)休日, furikae kyūjitsu , dt. „verschobener Feiertag“). Jeder einzelne Tag, der zwischen zwei Feiertage fällt ist ebenfalls ein arbeitsfreier Tag (国民の休日, kokumin no kyūjitsu, dt. „Ruhetag der Bürger“).

Neben den gesetzlichen Feiertagen gibt es auch in Japan eine große Zahl regionaler Gedenk- und Festtage. Bevor die gesetzlichen Feiertage durch das japanische Recht geregelt wurden, unterschied man zwischen shukujitsu (祝日), allgemein für Feiertag, und saijitsu (祭日), dem kirchlichen (religiösen) Feiertag bzw. regionalen Sitten folgenden Festtagen (祭り, Matsuri).

Siehe auch

 Portal: Japan – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Japan

Literatur

Einführungen und Grundlagen, historische Entwicklung
Politik, Wirtschaft, Gesellschaft
  • Günter Ederer: Das leise Lächeln des Siegers  −  Was wir von Japan lernen können. Econ Tb 26010, Düsseldorf 1993, ISBN 3-612-26010-3.
  • David Flath: The Japanese Economy. 2. Auflage. Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-927861-X.
  • Gesine Foljanty-Jost (Hrsg.): Japan in the 1990s. Crisis as an impetus for change. Lit, 2003, ISBN 3-8258-7346-3.
  • Wolfgang Herbert: Japan nach Sonnenuntergang. Unter Gangstern, Illegalen und Tagelöhnern. 2. Auflage. Dietrich Reimer, 2004, ISBN 3-496-02774-6.
  • Paul Kevenhörster, Werner Pascha, Karen Shire: Japan: Wirtschaft – Gesellschaft – Politik. 2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2010, ISBN 978-3-531-15238-7.
  • Hans Jürgen Mayer, Manfred Pohl (Hrsg.): Länderbericht Japan. WBG, Darmstadt 1998, ISBN 3-534-12743-9.
  • Karel van Wolferen: Vom Mythos der Unbesiegbaren  −  Anmerkungen zur Weltmacht Japan, Droemer Knaur, München 1989, ISBN 3-426-26439-0.
Kulturelle Aspekte
Selbstbild, Fremdbild
  • Nicolas Baerlocher, Martin Bircher: Japan. Selbstbild, Fremdbild. Zur Ausstellung „Werte, Normen, Riten: Aspekte japanischer Wirklichkeit“ Essayistisches, Kulturwissenschaftliches, Kulturanthropologisches und Persönliches von 28 Autoren. Hg. Präsidialabteilung der Stadt Zürich. Offizin, Zürich 1993, ISBN 3-907495-45-4.
  • Klaus Harpprecht: Japan  −  Fremder Schatten, ferner Spiegel. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, ISBN 3-462-02256-3.
  • Jens Heise (Hrsg.): Die kühle Seele  −  Selbstinterpretationen der japanischen Kultur. Fischer Tb 10520, Frankfurt/M. 1990, ISBN 3-596-10520-X.
Mentalität und Alltag
  • Gerhard Dambmann: Gebrauchsanweisung für Japan. überarbeitete Neuausgabe. Piper, 2002, ISBN 3-492-27513-3.
  • Andreas Fels, Kerstin Fels: Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald – 50 Wege, sich in Japan zu blamieren. 3. Auflage. Conbook Verlag, Meerbuch 2010, ISBN 978-3-934918-45-0.
  • Barbara Haschke, Kristina Thomas: Reisegast in Japan − Fremde Kulturen verstehen und erleben. 5. Auflage. Verlag Iwanowski, Dormagen 2007, ISBN 978-3-923975-82-2.
  • Martin Lutterjohann: KulturSchock Japan. 9. neu bearb. u. aktual. Auflage. Verlag Reise Know-How, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8317-1624-1.
  • John David Morley: Grammatik des Lächelns  −  Japanische Innenansichten. Rowohlt Tb 12641, Reinbek 1989, ISBN 3-499-12641-9.
  • Andreas Neuenkirchen: Gebrauchsanweisung für Japan. Piper, München 2009, ISBN 978-3-492-27585-9.
  • Christoph Neumann: Darum nerven Japaner  −  Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags. Piper Tb 4508, München 2006, ISBN 3-492-24508-0.
  • Martin B. Stanzeleit: Neugierig auf Japan – Entdeckungen und Erlebnisse eines Gaijin im Land der aufgehenden Sonne. 5. Auflage. Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2010, ISBN 978-3-937101-89-7.
  • Mona I. Thraen: Schonungslos Japanisch — Ein High School-Jahr zwischen Moderne, Tradition, Gastfamilie und Manga, traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag, Hamburg 2013, ISBN 978-3-941796-37-9.
Denken in Japan;
  • Masao Maruyama: Denken in Japan. Suhrkamp es 1398, Frankfurt/M. 1988, ISBN 3-518-11398-4.
  • Shunpei Ueyama: Japanische Denker im 20. Jahrhundert. iudicium, 2000, ISBN 3-89129-625-8.
Bildbände
  • Gert Anhalt: Zeit für Japan. Reportagen aus einem unbekannten Land. Bucher, 2005, ISBN 3-7658-1482-2.
  • Wilhelm Blassen, Yuko Kimura, Hartmut Pohling, Kerstin Teicher: Japan  −  seine Städte und Provinzen. Komet, Köln 2009, ISBN 978-3-89836-769-1.
  • Hans H. Krüger: Japan. Fotos: Bildagentur Keystone Japan. Verlag Stürtz, Würzburg 2004, ISBN 3-8003-1634-X.
  • Hans Sautter (Fotos), Kerstin und Andreas Fels (Text): Japan. Verlag Bruckmann, München 2007, ISBN 978-3-7654-4471-5.
  • Irmtraut Schaarschmidt-Richter (Text), Eberhard Grames (Fotos): Japanische Impressionen = Nihon. Ed. Stemmle, Schaffhausen 1988, ISBN 3-7231-0372-3.

Weblinks

 Wiktionary: Japan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Japan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Japan – Zitate
 Wikinews: Japan – in den Nachrichten
 Wikimedia-Atlas: Japan – geographische und historische Karten
 Wikisource: Japan – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Japan – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. a b Volkszählung 2010. Japanisches Statistikamt, abgerufen am 18. März 2011 (MS Excel; 975 kB, japanisch).
  2. a b 平成24年住民基本台帳年齢別人口 (市区町村別). Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation, abgerufen am 11. November 2012 (MS Excel; 1,4 MB, japanisch).
  3. a b Japan’s population drops for 3rd year. Asia News Network, abgerufen am 11. November 2012.
  4. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  5. Human Development Report Office: Japan – Country Profile: Human Development Indicators
  6. a b http://www.stat.go.jp/english/data/nenkan/index.htm
  7. The 2011 off the Pacific coast of Tohoku Earthquake (englisch) – Meldung beim Japanischen Wetterdienst; Stand: 13. März 2011
  8. Spiegel.de: Schlachten oder Streicheln, 21. Juni 2010
  9. Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation: Statistisches Handbuch 2008: Tabelle 1-6
  10. CIA World Fact Book: Country Comparison: Life expectancy at birth, Stand: 2009
  11. Erin Aeran Chung: Immigration and Citizenship in Japan. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-51404-0, S. 3f.
  12. „Die Japaner kennen die wirklichen Zustände in Todestrakten nicht“, meint Toshiichi Ajima, Gegner der Todesstrafe, der, um die angebliche Unmenschlichkeit dieser Bestrafungsmethode zu dokumentieren, selbst einen Gefangenen adoptierte. „Die einzige Möglichkeit etwas über die Haftbedingungen der Delinquenten zu erfahren“, wie auch Masao Akahori, der 31 Jahre lang unschuldig in einer Todeszelle saß, sagt. Die Polizei hatte ihn gefoltert, bis er einen Mord gestand, den er nicht begangen hatte. Akahori kam schließlich frei.
  13. Amnesty International: Japan. The Death Penalty: Summary of Concerns
  14. Amnesty International: „Will this day be my last?“ The death penalty in Japan, 7. Juli 2006 (englisch)
  15. Währungsrechner der WirtschaftsWoche. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  16. Kölner Stadt-Anzeiger: Hiroshima: Zehntausende gedenken der Opfer, 6. August 2006
  17. Japan's Tokyo Stock Exchange is the second largest stock market with a market value of $3.8 trillion. In: The Economic Times, 19. Juni 2010. 
  18. WTO: [1]
  19. a b c d e f Wirtschaftsdaten kompakt — Japan. Germany Trade & Invest, 4. Dezember 2012, abgerufen am 16. Mai 2013.
  20. a b c d e The World Factbook
  21. index mundi
  22. Financial Times Deutschland, Japan geht den deutschen WegVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  23. Petra Kolonko: Viele Reaktoren vom Netz, viele Fragen offen. faz.net vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 5. März 2012
  24. Japan reports first trade deficit in 32 years after tsunami. Trade figures reveal collapse in sales to Europe, as cost of oil gas and yen rise. In: The Guardian. 25. Januar 2012, abgerufen am 12. März 2012 (englisch).
  25. 57 percent of local gov'ts near nuke plants favor conditional reactor restarts: survey. In: Mainichi Daily News. 1. März 2012, archiviert vom Original am 1. März 2012, abgerufen am 12. März 2012 (englisch). (Übersetzung von 原発:30キロ圏142自治体調査 再稼働,57%条件付き容認 安全確保求め. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Mainichi Shimbun, Tokioter Morgenausgabe. 1. März 2012, ehemals im Original, abgerufen am 12. März 2012 (japanisch). (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[2] [3] Vorlage:Toter Link/mainichi.jp)
  26. Nearly 60 percent of mayors in disaster-hit areas want nuclear power stations abolished. In: Mainichi Daily News. 8. März 2012, archiviert vom Original am 8. März 2012, abgerufen am 12. März 2012 (englisch).
  27. Solarportal24 Meldung
  28. Solarserver Meldung
  29. Energiewende in Fernost. Japan setzt verstärkt auf erneuerbare Energien . In: Ingenieur.de, 3. August 2012. Abgerufen am 27. Juli 2013.
  30. Country Comparison :: Railways, CIA World Factbook, Stand 2008
  31. Japan jagt keine Buckelwale mehr, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2007
  32. a b Minoru Matsutani: Activists win; whale hunt halts in Antarctic. In: The Japan Times Online. 16. Februar 2011, abgerufen am 18. Februar 2011 (englisch).
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35.156111111111136.06Koordinaten: 35° N, 136° O