Birnengitterrost

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Birnengitterrost
Birnengitterrost im Oktober

Birnengitterrost im Oktober

Systematik
Unterabteilung: Pucciniomycotina
Klasse: Pucciniomycetes
Ordnung: Rostpilze (Pucciniales)
Familie: Pucciniaceae
Gattung: Gitterroste (Gymnosporangium)
Art: Birnengitterrost
Wissenschaftlicher Name
Gymnosporangium fuscum
(Dicks.) G.Winter

Der Birnengitterrost (Gymnosporangium fuscum syn. Gymnosporangium sabinae) ist ein zur Ordnung der Rostpilze (Uredinales) zählender, wirtswechselnder, pflanzenpathogener Pilz.

Lebenszyklus[Bearbeiten]

Der Birnengitterrost befällt dauerhaft verschiedene Wacholderarten und verursacht dort knotige Verdickungen der Äste. Die Sporenlager werden als orangefarbene, gummi- bis gallertartige Auswüchse im Frühjahr sichtbar. Sie quellen und schrumpfen in Abhängigkeit von Luftfeuchte und Niederschlag.

Die hier gebildeten Basidiosporen werden jedes Frühjahr durch Wind auf die Blätter von Birnbäumen übertragen. Die Infektion der Blätter erfolgt von der Blattoberseite her und ist im Anfangsstadium durch orange-rote Flecken sichtbar, die sich mit der Zeit vergrößern. Hier bildet der Pilz Sommersporen, die ihrerseits nur die Blätter der Birnbäume infizieren. Möglicherweise hilft die auffällige Farbe und ausgeschiedener „Nektar“, Fliegen und Wespen anzulocken, die bei der Verbreitung der Sporen helfen. Auf diese Weise und bei günstiger Witterung kann sich der Pilz binnen kurzer Zeit explosionsartig ausbreiten. Im Spätsommer wächst der Pilz durch das Blatt und bildet auf der Blattunterseite bräunliche, bis zu 1,5 cm lange, unregelmäßig ovale Wucherungen. In diesen Aecidiosporenlagern werden die Wintersporen gebildet. Mit der Sporenreife reißen die Wucherungen gitterartig auf und setzen die dunkelbraunen Wintersporen frei, die nun wieder Wacholder infizieren können.

In manchen Jahren erreicht der Befall fast alle Blätter eines Baums. Junge Birnbäume kann der Pilzbefall ernsthaft schädigen, bei älteren Pflanzen handelt es sich meist nur um einen weiteren Stressfaktor.

Bekämpfung[Bearbeiten]

Der Birnengitterrost ist als wirtswechselnder Pilz an zwei Stellen zu bekämpfen:

Behandlung der Wintersporenlager an Wacholder (meist Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis) und Sadebaum (Juniperus sabina)):

  • Entfernen von betroffenen Bäumen und Sträuchern
  • Entfernen betroffener Stellen an Bäumen und Sträuchern
  • Ersetzen durch robuste (Juniperus hetzii) oder besser resistente Arten (z. B. Juniperus communis)

Behandlung des Sommerwirts Birne (seltener: Quitte):

  • Behandlung der Birne mit Fungiziden, zum Beispiel Myclobutanil (am besten in der Sporenflugphase, dazu befallenen Wacholder kontrollieren)

Die Sporen können mit dem Wind viele Kilometer transportiert werden, bevor sie sich auf einem Wirt niederlassen. Das prophylaktische Entfernen von Bäumen in der Nähe ist dementsprechend meist nur mäßig wirkungsvoll. Erfahrungsgemäß behandelt man zu Befall neigende Birnbäume prophylaktisch bereits bei Sichtbarwerden der ersten Blütenknospen durch Spritzen mit Triazol in zweiwöchigen Abständen. Das Laub befallener Birnbäume kann bedenkenlos kompostiert werden.[1]

Verwechslung[Bearbeiten]

Orange (oder orangegraue) Verdickungen der Blätter werden auch durch die Birnenpockenmilbe hervorgerufen.

Birnengitterrost an Juniperus pfitzeriana[Bearbeiten]

Verdickungen an der Rinde, orange bis braune Sporenlager, die mit der Zeit schleimig werden, Zeitpunkt des Befalls: Anfang Mai

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Lohrer: Biologie und Bekämpfung des Birnengitterrostes. Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, abgerufen am 1. Mai 2013 (PDF; 311 kB, deutsch).