Bodengare

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Als Bodengare wird in der Landwirtschaft der Idealzustand eines fruchtbaren Bodens bezeichnet, das heißt, dass der „optimale, physikalische, chemische und biologische Zustand des Landes erreicht wird.“[1]

Begriff[Bearbeiten]

Ein garer Boden ist krümelig, humos, gut durchlüftet, ausreichend feucht und leicht durchwurzelbar. Er zeichnet sich durch ein stabiles, belastbares Gefüge aus und kann mit der Spatendiagnose erkannt werden. Wie ein „gärender“ Brotteig enthält ein garer Boden viele kleine und mittlere Hohlräume, die sogenannten Bodenporen, die der Luftführung und Wasserspeicherung dienen. Wie ein Schwamm kann dieser Boden z. B. Niederschläge aufsaugen und Überschüsse ins Grundwasser ableiten.

Eine derart optimale Bodenstruktur wird als Krümelstruktur bezeichnet. Die im Boden lebenden Organismen (Bakterien, Würmer, Insekten und andere Klein- und Kleinstlebewesen), die das Mikroklima des Bodens beeinflussen, sind auf einen guten Luftaustausch angewiesen. Die Krümelstruktur ist daher Voraussetzung für das Vorliegen einer arten- und individuenreichen Organismenpopulation. Die Krümelstruktur und damit die Bodengare infolge können durch falsches Bearbeiten, z. B. Verdichten mit schwerem Gerät, ständiges Begehen oder durch starke Niederschläge zerstört werden.

Zur Herstellung und Erhaltung der Bodengare ist also folgendes notwendig:

  • physikalisch: die Krümelstruktur d. h. mittelgroße Poren im ganzen Wurzelbereich, Wasser, Wärme
  • chemisch: Nährsalze, Mineralstoffe und Spurenelemente, neutraler pH-Wert
  • biologisch: die im Boden lebenden Organismen (siehe oben)

Zielführende Maßnahmen[Bearbeiten]

Die im Boden lebenden biologischen Organismen können nur durch die physikalischen und chemischen Bedingungen beeinflusst werden. Maßnahmen zur Erhaltung und Herstellung der Bodengare betreffen demnach diese 2 Bereiche. Hauptsächlich physikalischer Teil:

  • Auflockerung bzw. Festdrücken
  • Bewässerung
  • Mulchen

Ziel der physikalischen Maßnahmen ist die Bereitstellung von Wasser und Luft für Bodenfauna und -flora. Mulch schützt unter anderem vor Austrocknen und Erosion. Daneben gibt es folgende chemische Methoden:

Da durch Bewässerung die ungebundenen Nährstoffe in tiefere Schichten ausgewaschen und durch Ernte und Mähen die Nährstoffe entnommen werden, müssen sie dem Kulturboden laufend ersetzt werden. Ziel der chemischen Maßnahmen ist einen hoher Anteil an Dauerhumus im Boden zu bilden oder zu erhalten. Er kann die mineralischen und organischen Nährstoffe binden und bereitstellen. Dauerhumus entsteht mit Hilfe von Bodentieren und Mikroorganismen aus holzigen, schwer abbaubaren Pflanzenteilen. [4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank Uekötter: Die Wahrheit ist auf dem Feld. Eine Wissengeschichte der deutschen Landwirtschaft. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, S. 316.
  2. Alwin Seifert: Gärtnern, ackern - ohne Gift. Biederstein-Verlag, München 1997.
  3. Der Boden - Lebendige Erde, dreißig Zentimeter, von denen wir leben Abschnitt Gründüngung und Mineralsalzversorgung, Organisation BIOkybernetisches Zentrum Aachen.
    Auch Eierschalen bestehen aus kohlensauren Kalk (Calciumcarbonat)
  4. Das Mulchbuch : Praxis der Bodenbedeckung im Garten / Dettmer Grünefeld, 2010, ISBN 9783895662188