Bountyscharbe

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Bountyscharbe
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Gattung: Kormorane (Phalacrocorax)
Art: Bountyscharbe
Wissenschaftlicher Name
Phalacrocorax ranfurlyi
Ogilvie-Grant, 1901

Die Bountyscharbe (Phalacrocorax ranfurlyi, englischer Name: Bounty Island Shag) ist eine nur auf den subantarktischen Bountyinseln vorkommende Vogelart aus der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae). Weil einige Wissenschaftler diese Familie in zwei separate Unterfamilien aufteilen - die eigentlichen Kormorane (Phalacrocoracine) einerseits und die Scharben (Leucocarboninae) andererseits - wird die Bountyscharbe teilweise auch als Leucocarbo ranfurlyi bezeichnet. Die Art selbst ist monotypisch, d. h. es existieren keine weiteren Unterarten.

Die IUCN stuft die Bountyscharbe als gefährdet (vulnerable) ein, da der weltweite Bestand sehr gering und das Verbreitungsgebiet klein ist. Außergewöhnliche Ereignisse im Verbreitungsgebiet wie beispielsweise ein Ölunfall können sehr weitreichende Auswirkungen auf den Bestand haben. Der globale Bestand wird von der IUCN auf 620 geschlechtsreife Individuen geschätzt.[1]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die Bountyscharbe erreicht eine Körpergröße von bis zu 71 Zentimeter. Die Flügellänge beträgt zwischen 27,2 und 30,0 Zentimeter. Bountyscharben wiegen zwischen 2,3 und 2,9 Kilogramm. Männchen sind tendenziell etwas größer und schwerer als die Weibchen.[2]

Die Körperoberseite sowie das Gesicht ist schwarz, die Kehle und der Vorderhals sowie die Körperunterseite ist weiß. Die Füße und Beine sind fleischfarben. Bei den Jungvögeln ist das Gefieder bräunlich und unterscheidet sich nicht vom Gefieder anderer Scharbenjungvögel. Es besteht im Verbreitungsgebiet jedoch keine Verwechslungsmöglichkeiten, da die Bountyscharbe hier die einzig vorkommende Kormoranart ist.[3]

Bountyscharben sind an Land behände, sie laufen in aufrichtiger Körperhaltung und heben dabei die Füße auffällig an. Während des Fluges ist der Kopf ausgestreckt, er befindet sich niedriger als die Körperachse. Es bestehen keine Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Kormoranarten, da keine Arten dieser Familie auf der Bountinsel vorkommen. Ähnlichkeiten bestehen nur mit der Aucklandscharbe, die nur auf der Inselgruppe der Auckland-Inseln vorkommt.[4]

Verbreitungsgebiet und Lebensraum[Bearbeiten]

Der natürliche Lebensraum der Bountyscharbe sind Felsen und Klippen. Die endemische Art gilt in ihrem Bestand als verwundbar (aber nicht unmittelbar gefährdet), wobei positiv zu vermerken ist, dass ihr Lebensraum inzwischen unter strengem Naturschutz (UNESCO-Weltnaturerbe) steht. Die Zahl der brütenden Paare beträgt laut der letzten Schätzung gut 500.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Fortpflanzungsbiologie der Bountyscharbe ist bislang nicht sehr gut untersucht. Die Bountyscharbe ist ein Koloniebrüter. Sie nistet entlang Felsenbänder und an Felsklippen, die außerhalb der Reichweite von Seelöwen, Pinguinen und Albatrossen sind. Die Nester stehen etwa einen Meter auseinander. Bountyscharben sind territorial, beide Elternvögel verteidigen die unmittelbare Nistumgebung.[5]

Die Legezeit fällt in den Zeitraum Oktober und November. Das Gelege umfasst zwei bis drei Eier. Die ersten schlüpfenden Küken wurden bislang am 17. November beobachtet. Über die Entwicklung der Nestlinge ist nichts bekannt.[6]

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • P. J. Higgins (Hrsg): Handbook of Australian, New Zealand & Antarctic Birds, Band 1, Ratites to Ducks, Oxford University Press, Oxford 1990, ISBN 0195530683
  • Hadoram Shirihai: A Complete Guide to Antarctic Wildlife - The Birds and Marine Mammals of the Antarctic Continent and Southern Ocean, Alula Press, Degerby 2002, ISBN 951-98947-0-5

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. BirdLife Factsheet zur Bountyscharbe, aufgerufen am 13. Dezember 2010
  2. Shirihai, S. 202
  3. Shirihai, S. 202
  4. Higgins, S. 893
  5. Higgins, S. 894
  6. Higgins, S. 895

Weblink[Bearbeiten]

  • Phalacrocorax ranfurlyi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 23. November 2013