Brillantgrün

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Strukturformel
Struktur von Brillantgrün
Allgemeines
Name Brillantgrün
Andere Namen
  • Ethylgrün
  • Diamantgrün G
  • Malachitgrün G
Summenformel C27H34N2O4S
CAS-Nummer 633-03-4
PubChem 12449
Kurzbeschreibung

grüner Feststoff mit schwachem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 482,64 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

210 °C[2]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser (100 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​319
P: 305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22​‐​36
S: 26
Toxikologische Daten

313 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Brillantgrün ist eine zu den Triphenylmethanfarbstoffen gehörende organische Verbindung von grüner Farbe. Es ist in Wasser und Alkohol löslich, die Lösungen haben eine grüne Farbe. Im pH-Bereich zwischen 0,0 und 2,6 wechselt die Farbe von gelb zu grün.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Brillantgrün ist ein brennbarer grüner Feststoff mit schwachem Geruch, welcher leicht löslich in Wasser ist. Er zersetzt sich ab einer Temperatur über 210 °C. Seine wässrige Lösung reagiert sauer.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Brillantgrün ist häufig in der Biochemie verwendet worden. Das Brillantgrün-Galle-Medium dient zur selektiven Anreicherung und Zählung von coliformen Bakterien in Milch, Wasser und anderen Proben. Es ist ein mesomeriestabilisiertes quartäres Ammoniumsalz.

Brillantgrün wird für das Färben und Bedrucken von Textilien, Leder und Papier sowie in Druckfarben, Tinten, Farbbändern und Kugelschreiberpasten verwendet.[1]

In Osteuropa und den Ländern der ehemaligen UdSSR wird die alkoholische Lösung von Brillantgrün als Antiseptikum verwendet. Es ist als lateinisch Viridis nitentis spirituosa und als russisch зелёнка [seljonka] bekannt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 633-03-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. März 2011 (JavaScript erforderlich)
  2. a b c Datenblatt Brillantgrün bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 14. März 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. M. Balabanova, L. Popova, R. Tchipeva, Disease-a-Month, 50(6), 2004, 270-279. doi:10.1016/j.disamonth.2004.05.002

Weblinks[Bearbeiten]

  • Brillantgrün-Galle-Medium - Zur selektiven Anreicherung und Zählung von coliformen Bakterien in Milch, Wasser und anderen Proben (von Sigma; PDF-Datei; 132 kB)