Burg Mewe

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Burg Mewe
Burg Mewe

Burg Mewe

Entstehungszeit: 1383
Burgentyp: Ortslage
Erhaltungszustand: gut
Ständische Stellung: Ordensburg
Ort: Gniew
Geographische Lage 53° 50′ 3″ N, 18° 49′ 40″ O53.83416718.827778Koordinaten: 53° 50′ 3″ N, 18° 49′ 40″ O
Burg Mewe (Polen)
Burg Mewe

Die Burg Mewe war eine Ordensburg des Deutschen Ordens in der damals ostpreußischen Stadt Mewe, heute Gniew. Mit ihr wurde die Weichsel kontrolliert.

Geschichte[Bearbeiten]

Mewe wurde 1276 vom Deutschen Orden gegründet. 1283 wurde an diesem quadratischen Backsteinbauwerk mit Innenhof und einer Seitenlänge von rund 47 Metern in der Mündungsschreife der Ferse gebaut, das die Stadt von der Weichsel abschirmt. Flankiert wird der Kubus von drei schlanken Türmen – anstelle eines solchen Nordturms wurde ein Bergfried mit einem Durchmesser von 12,5 Metern erbaut.

1466 kam die Burg unter polnische Herrschaft. Nach der Polnischen Teilung wurde 1772 eine Kaserne angelegt. 1803 diente sie als Magazin, wobei als Umbaumaßnahmen die Bogenfenster zugemauert und die meisten gotischen Gewölbe abgerissen wurden. Der bauliche Zustand der Burg verschlechterte sich zusehends. Ein Wandel setzte zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein, als in der Burg ein Gefängnis eingerichtet wurde und man die mittelalterliche Burg im Zeitgeist der Romantik wiederherstellte und die begangenen Bausünden entfernte. Damals wurde auch der Bergfried bis zur halben Höhe abgerissen und durch einen, den übrigen drei Türmen gleichenden Aufsatz ergänzt. Zerstörungen brachte neben dem Brand von 1921 auch der Zweite Weltkrieg. Vorerst wurde das Bauwerk notdürftig gesichert.

1967 begann der örtliche Betrieb Zakłady Mechanizmów Okrętowych FAMA den Wiederaufbau, der mit einer zweiten, von der Gemeinde getragenen Aufbau-Phase nach 1992 beendet wurde.

Seitdem ist die Burg Veranstaltungsort von historischen Festen, Spektakeln und Ritterturnieren und ein beliebtes touristisches Ziel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Mewe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Tomasz Torbus: Die Konventsburgen im Deutschordensland Preußen. Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-56358-0.