Calcutta Rescue

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Calcutta Rescue ist eine Nichtregierungsorganisation, die ihren Sitz in Kalkutta, Indien hat. Sie führt dort und im ländlichen Westbengalen Hilfsprojekte für die Ärmsten der Armen durch, gleich welchen Geschlechts, Rasse, Hautfarbe, Religion, Alters, politischer Einstellung oder sozialen Status. Gegründet wurde die Organisation 1979 durch den britischen Arzt Jack Preger. Die Hilfe umfasst sowohl kostenlose medizinische Versorgung, als auch Schulen und Berufsausbildung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der britische Gründer Jack Preger folgte als junger Arzt 1972 einem öffentlichen Hilfeaufruf und arbeitet einige Jahre in Bangladesch. Als er 1977 den Kinderhandel nach Europa zu Adoptionszwecken aufdeckt, kam es zu einem politischen Skandal. Preger wurde infolgedessen des Landes verwiesen und ging nach Kalkutta. Hier kümmerte er sich um die Flüchtlinge aus Bangladesch und die Ärmsten der Armen. Trotz vieler Schwierigkeiten und Rückschläge wurde Calcutta Rescue ins Leben gerufen und 1991 offiziell als gemeinnützige Organisation in Indien anerkannt.

Philosophie[Bearbeiten]

Calcutta Rescue ist Hilfe für ein gesundes, unabhängiges, würdevolles Leben. Dabei versteht Calcutta Rescue unter Gesundheit ein umfassendes körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden. Die Hilfe gilt den Ärmsten der Armen gleich welchen Geschlechts, Hautfarbe, Religion, Alters, politischer Einstellung oder sozialen Status.

Projekte[Bearbeiten]

In den vier ambulanten Kliniken Talapark, Belgachia, Sealdah und Chitpur werden Patienten mit Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose und Lepra, chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes mellitus, aber auch Wunden behandelt. Neben ihrer Behandlung erhalten die Patienten in den Kliniken eine Gesundheitserziehung z.B. über Hygiene, Ernährung, Familienplanung, Kinderpflege und den richtigen Umgang mit Krankheiten.

In einem Nähprojekt erlernen Frauen ohne Ausbildung näherische Grundfertigkeiten und den Umgang mit der Nähmaschine. Diese Frauen, meist ehemalige Patientinnen oder Witwen, die eine Familie ernähren müssen, stellen für die Schulen und Kliniken Kleidung her sowie Handarbeiten zum Verkauf in Europa und Indien. Calcutta Rescue India unterhält 2 Schulen für Straßen- und Slumkinder. Rund 450 Kinder zwischen 4 und 15 Jahren besuchen vier Jahre lang eine der Schulen und bekommen so eine Chance auf ein besseres Leben. Lesen und Schreiben in Bengalisch, Hindi und Englisch sowie Rechnen stehen neben der Gesundheitserziehung auf dem Lehrplan. Sie erhalten außerdem täglich eine ausgewogene Mahlzeit, falls nötig, Kleidung und werden regelmäßig medizinisch betreut. 150 Kindern ermöglicht Calcutta Rescue India zurzeit den Besuch einer weiterführenden Schule. Die Förderung soll bis zum Abschluss der Berufsausbildung erfolgen.

Volontäre[Bearbeiten]

Neben etwa 160 indischen Arbeitern sind auch immer einige freiwillige Helfer aus der ganzen Welt vor Ort. Apotheker, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Hebammen und Pädagogen verpflichten sich für sechs bis neun Monate, im Projekt zu arbeiten.

Finanzierung[Bearbeiten]

Die Organisation wird durch Fördergruppen in verschiedenen Ländern und durch Einzelspendern finanziert. In Deutschland wird Calcutta Rescue durch den gemeinnützigen Verein Calcutta Rescue Deutschland e.V. gefördert, dessen Einkünfte sich aus Spendengeldern zusammensetzt. Die Initiatoren und aktiven Mitglieder sind Menschen aller Altersstufen und Berufsgruppen, die meist zuvor als Freiwillige in Kalkutta gearbeitet haben. Die Arbeit bei Calcutta Rescue Deutschland e.V. wird ehrenamtlich geleistet, die entstehenden Kosten werden gesondert finanziert (über Mitgliedsbeiträge oder sachgebundene Spenden). Die Spenden gehen ohne Abzüge, d. h. zu 100 %, nach Indien.

Weblinks[Bearbeiten]