Ceteris paribus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der lateinische Ausdruck ceteris paribus (Abkürzung c. p. oder cet. par.) bedeutet wörtlich „bei gleichen sonstigen [Dingen oder Umständen]“, das heißt „unter sonst gleichen Bedingungen“. Dieser Vorbehalt wird auch Ceteris-paribus-Klausel genannt. Er spielt vor allem im Zusammenhang mit Experimenten eine Rolle und bedeutet dann „unter der Voraussetzung, dass alle anderen außer den (vorher) genannten Variablen gleich bleiben“. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für interne Validität.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung [Bearbeiten]

Um aus Experimenten Kausalschlüsse ziehen zu können, müssen die mit der abhängigen Variablen gemessenen Effekte eindeutig auf die Manipulation der unabhängigen Variablen zurückzuführen sein. Andere Einflüsse müssen also ausgeschlossen sein bzw. konstant gehalten werden. John Stuart Mill nannte dies die Methode des Unterschieds.

Anwendung [Bearbeiten]

In einem Experiment wird immer nur eine Einflussgröße verändert, während alle anderen konstant gehalten werden, um genau deren Einfluss bestimmen zu können. Die Ceteris-paribus-Klausel stellt damit einen Weg dar, vereinfachte Modelle der Wirklichkeit hinsichtlich der Auswirkungen von Veränderungen einzelner Parameter zu betrachten und zu bewerten.

Grenzen [Bearbeiten]

Wird nicht überprüft, ob die Modellvereinfachungen den betreffenden Sachverhalt auch dann noch ausreichend beschreiben, wenn durch die Ergebnisse die Modellvoraussetzungen verändert werden, so kann das (Gedanken-)Experiment falsch bzw. unbrauchbar sein. Erst wenn das Ergebnis die Modellvoraussetzungen nur unwesentlich verändert, ist das Modell brauchbar. Diese Prüfung erfolgte bei vielen Modellen nicht – und werden trotzdem als brauchbar publiziert, obwohl damit ceteris paribus „unter der Annahme, dass alle außer den (vorher) genannten anderen Rahmenbedingungen (Prämissen) gleich bleiben.“ verletzt wird.

Abgrenzung [Bearbeiten]

Die Ceteris-paribus-Klausel ist inhaltlich verwandt mit der Pareto-Optimierung. Sie wird oft in der Volkswirtschaftslehre angewandt. Ihre Verwendung führt bei Optimierungs-Problemen in der Regel nicht zum globalen Optimum.

Beispiel [Bearbeiten]

Die Nachfrage nach einem Gut wird, neben dem Preis, von vielen weiteren Faktoren, wie dem Einkommen und den Preisen anderer Güter beeinflusst. Betrachtet man nun die Bildung des Gleichgewichtspreises, so kann dies nur erfolgen, wenn man Ceteris-paribus-Bedingungen (das heißt das Gleichbleiben der weiteren Faktoren) voraussetzt.

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: ceteris paribus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Ceteris-paribus-Klausel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen