Chorobates

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Prinzipskizze

Der Chorobates oder Chorobat (von gr. χωροβἀτης, aus χῶρος chōros „Platz“ und βἀτης bátēs „Gänger“) war ein Vermessungsinstrument im antiken Rom. Er kann auch als Messbalken bezeichnet werden und ist eine frühe Form eines Nivelliergerätes.

Es existiert nur noch eine Beschreibung von Vitruv (VIII, 5, 1), Skizzen oder gar erhaltene Funde gibt es nicht. Allerdings wurden über sein Aussehen und seine Funktionsweise schon vielfach Überlegungen angestellt, so z. B. von Leonardo da Vinci.

Der Chorobates bestand aus einem 20 Fuß (ca. 6 m) langen Träger mit senkrechten Stützen, meist komplett aus Holz. Er wurde entweder mit Loten horizontiert oder durch Beobachten des Pegels in einer mit Wasser gefüllten Rinne auf dem Träger. Neben dem unten beschriebenen Einsatz als Nivelliergerät konnte der Chorobates als eine Art Wasserwaage verwendet werden. Entlang der Trägeroberkante oder möglicherweise angebrachter Visurmarken war eine horizontale Peilung auf einer speziellen Messlatte mit beweglicher Zielmarke möglich. Durch die Länge des Gerätes waren große Genauigkeiten erreichbar. Allerdings war auch eine besondere Präzision bei der Fertigung notwendig.

Der Chorobates wurde insbesondere beim Bau von Wasserleitungen (Aquädukten), Brücken (Viadukten) und Tunneln eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Grewe: Chorobat und Groma. Neue Gedanken zur Rekonstruktion und Handhabung der beiden wichtigsten Vermessungsgeräte antiker Ingenieure, in: Bonner Jahrbücher, Bd. 209 (2009), S. 109–128

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chorobates – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien